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Zerstörungen auf Inselstaat Folgen von Hurrikan "Dorian": 2500 Menschen werden noch vermisst

Dieses Satellitenfoto zeigt den tropischen Sturm "Dorian" als er auf die Südostküste der USA trifft. Foto: AFP PHOTO / NOAA/RAMMB/HANDOUTDieses Satellitenfoto zeigt den tropischen Sturm "Dorian" als er auf die Südostküste der USA trifft. Foto: AFP PHOTO / NOAA/RAMMB/HANDOUT

Miami/Nassau. Die Zahl der Toten nach dem Hurrikan "Dorian" steigt auf den Bahamas weiter. 2500 Menschen werden weiterhin vermisst.

Anderthalb Wochen nach dem Hurrikan "Dorian" auf den Bahamas werden noch 2500 Menschen vermisst. Das teilten die Rettungsdienste der Inselgruppe am Mittwoch mit. Der Wirbelsturm war am 1. September über die Bahamas hinweggefegt, die Zahl der Todesopfer wurde zuletzt mit 50 angegeben.

Zusätzliche Leichensäcke angefordert 

Nach einem Bericht der Zeitung "The Nassau Guardian" hat die Regierung des Karibikstaates zusätzliche Leichensäcke, Kühlkammern und auch Bestatter angefordert. Reporter des Blattes berichteten, in einer Klinik auf den schwer getroffenen Abaco-Inseln Dutzende Leichen gesehen zu haben. "Es werden buchstäblich noch Hunderte bis Tausende Menschen vermisst", sagte Joy Jibrilu vom Tourismus- und Luftfahrtministerium der Bahamas CNN.

«Dorian» hatte die nördlichen Inseln der Bahamas am vergangenen Sonntag als Hurrikan der kraftvollsten Kategorie getroffen und war erst am Mittwoch komplett über den Karibikstaat hinweggezogen. Er hinterließ eine Schneise der Verwüstung. Der bahamaische Gesundheitsminister Duane Sands sagte im Rundfunk, er glaube, die endgültige Zahl der Todesopfer werde «überwältigend» sein. Angesichts der Zerstörung kamen Helfer nur schwer in die betroffenen Gebiete.

Luftaufnahmen zeigen verwüstete Landstriche auf dem Inselstaat. Foto: AFP PHOTO / US Customs and Border Protection / Kris Grogan

Am Freitag traf «Dorian» auf einen küstennahen Teil des US-Bundesstaats North Carolina und hatte dort Überschwemmungen, Schäden und Stromausfälle verursacht. Insgesamt kam es zu mehr als 200 000 Stromausfällen vor allem an der Küste, wie die Behörden mitteilten. In den USA warnte das Nationale Hurrikan-Zentrum am Freitag vor lebensbedrohlichen Sturmfluten an Teilen der Küste von North Carolina und Virginia. Auch Gegenden nahe der Küste, die normalerweise trocken blieben, würden von steigenden Wassermassen geflutet werden. Auf der Insel Hatteras seien Fluthöhen von mehr als eineinhalb Meter gemessen worden.

 Auf Anordnung der Behörden habe es vielerorts Evakuierungen gegeben. Die Behörden in North Carolina meldeten am Freitagmorgen noch vor dem Auftreffen des Sturms mehr als 70 gesperrte Straßen. Am Donnerstagabend war es bereits nahe der Küste von South Carolina zu Überschwemmungen gekommen. Zahlreiche Häuser wurden abgedeckt, Bäume und Strommasten stürzten um, wie örtliche Medien berichteten. 

Am Samstag bewegte sich der Wirbelsturm über dem Meer in Richtung des äußersten Nordostens von Kanada. In der Nacht zu Freitag erreichte der Sturm noch Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern in der Stunde, was der niedrigsten Hurrikan-Kategorie 1 entspricht.

Grafik: dpa-infografik

EU stellt Katastrophenhilfe bereit

Die EU stellt 500.000 Euro Soforthilfe für die vom Hurrikan "Dorian" betroffenen Menschen auf den Bahamas bereit. Mit den Mitteln sollen Unterkünfte, Wasser, Hygieneartikel und Lebensmittel zur Verfügung gestellt werden, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission am Freitag in Brüssel. Das Koordinierungszentum für Soforthilfemaßnahmen der EU stehe in engem Kontakt mit den Behörden des Karibikarchipels, um bald weitere Hilfe leisten zu können.

Aliana Alexis aus Haiti steht auf der Betonplatte dessen, was von ihrem Haus nach der Zerstörung durch den Hurrikan übrig geblieben ist. Foto: dpa/Al Diaz/Miami Herald

Nach Schätzung des Roten Kreuzes haben Sturmfluten und Überschwemmungen etwa 13.000 Wohnhäuser auf den Bahamas-Inseln schwer beschädigt oder zerstört.

Nach Angaben der Vereinten Nationen brauchen mindestens 70.000 Menschen auf der zwischen Kuba und Florida gelegenen Inselgruppe nun dringend Hilfe. Neben der angekündigten Soforthilfe habe die EU eine Expertengruppe auf die Bahamas entsandt, um rasch eine Bedarfsanalyse zu erstellen, erklärte die EU-Kommission. Zudem liefere der EU-Satellitendienst Kopernikus aktuelle Bilder der betroffenen Gebiete.

Auf den Bahamas sollen sich 70 deutsche Marinesoldaten an einem Hilfseinsatz beteiligen. Die Männer und Frauen seien auf dem niederländischen Docklandungsschiff "Johan de Witt", das Kurs auf die Bahamas nehme, hieß es am Freitag aus dem Verteidigungsministerium in Berlin. Das Schiff, ein Hubschrauberträger, liege vor der Karibikinsel St. Martin und erhalte am Wochenende Ladung und Material. Es soll spätestens am Montag auslaufen.



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