Verdacht von Selbstjustiz Mann nach mutmaßlichem Kindesmissbrauch getötet

Auf einem Spielplatz in den Niederlanden ist ein Mann getötet worden. Die Polizei ermittelt nun wegen Selbstjustiz gegen fünf Männer. Foto: imago images / ZUMA PressAuf einem Spielplatz in den Niederlanden ist ein Mann getötet worden. Die Polizei ermittelt nun wegen Selbstjustiz gegen fünf Männer. Foto: imago images / ZUMA Press

Assen. In den Niederlanden wurde ein Mann auf einem Spielplatz getötet. Er soll zuvor ein kleines Mädchen missbraucht haben.

Nach dem Tod eines Mannes auf dem Spielplatz, sind in den Niederlanden fünf Männer festgenommen worden. Ihnen wird vorgeworfen, den Mann misshandelt zu haben, weil er mutmaßlich ein minderjähriges Mädchen aus der Nachbarschaft missbraucht haben soll. 

Laut dem Informationsjournal "Hart van Nederland" war einer der fünf Täter der Vater des Mädchens, die anderen vier Nachbarn. Die Tat ereignete sich in Assen, in der Provinz Drenthe, etwa 50 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Polizei trifft auf Handgemenge auf Spielplatz

Um ein Uhr sei am Samstagmittag bei der Polizei per Telefon ein möglicher Kindesmissbrauch gemeldet worden, sagte der Assener Polizeichef Maarten Groenhof dem Fernsehsender RTV Drenthe. Als die Polizisten am Spielplatz eintraf, gab es vor Ort eine Rauferei. 

Demnach lag der 32-jährige Mann aus Assen am Boden, die fünf Männer standen um ihn herum. Laut Groenhof haben die Beamten noch versucht den Mann zu reanimieren. Er verstarb jedoch noch vor Ort. 

Obduktion am Montag

Die Polizei nahm die fünf Männer im Alter zwischen 27 und 54 Jahren fest und hat die Untersuchung des Falles aufgenommen, heißt es weiter. Am Montag soll die Obduktion des Leichnams stattfinden, berichtet RTV Drenthe. 

Wie der Sender später berichtete, soll sich bei dem Missbrauch um eine Vierjährige handeln. Das Journal "Hart van Nederland" beruft sich auf Gespräche, wonach der Mann die Unterhose der Kleinen runtergezogen und sie fotografiert haben soll. Die Polizei macht dazu zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch keine Angaben zum Tathergang.  

Kindesmisshandlung wird auch untersucht

Auch gemeldete Kindesmisshandlungen in der Umgebung werden von der Polizei untersucht, heißt es bei RTV Drenthe. Wie niederländische Medien melden, soll es bereits in den vergangenen Jahren Vorfälle in der Gegen am Rand der 67.000 Einwohner großen Stadt gegeben haben. "Wir werden sehr ernsthaft nachforschen und müssen dann untersuchen, ob es möglicherweise eine Verbindung zu dem Verstorbenen gibt", wird ein Polizeisprecher der Polizei Noord-Nederland zitiert.

Der Bürgermeister der Stadt Assen, Marco Out, beschreibt im Gespräch mit der Zeitung "De Telegraaf" die Gegend als "eine schöne, ruhige Nachbarschaft, in der nichts Ernsthaftes passiert." 

Gerüchte in sozialen Medien

Dabei spricht er sich auch gegen mögliche Spekulationen aus. "Ich höre die wildesten Geschichten und lese natürlich allerlei Gerüchte in den sozialen Medien, aber wir sollten erst einmal gemeinsam abwarten bevor wir Schlüsse ziehen. Die Polizei ist an der Reihe, gründlich zu untersuchen. Daran arbeiten jetzt viele Menschen."

Wie die Zeitung weiter berichtet, bekommen die fünf Verdächtigen in den sozialen Medien vor allem Zuspruch. Demnach haben mehrere Menschen den Tätern den Namen des Verstorbenen genannt und ihn als Pädophilen bezichtigt. 


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