Fast drei Jahre nach Anschlag Breitscheidplatz-Attentat: Neues Video wirft Fragen auf

Ein bisher unveröffentlichtes Video zeigt die Szenen unmittelbar nach dem Terroranschlag in Berlin 2016. Foto: dpa/Bernd von JutrczenkaEin bisher unveröffentlichtes Video zeigt die Szenen unmittelbar nach dem Terroranschlag in Berlin 2016. Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka

Berlin. Die ARD hat ein Video veröffentlicht, das unmittelbar nach dem Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz aufgenommen wurde. Das Material zeigt verdächtiges Verhalten einiger Personen.

Fast drei Jahre nach dem Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt geht die Aufarbeitung weiter. Der Bundestag hat einen Untersuchungsausschuss eingesetzt, der mittlerweile vermutet, dass der Attentäter Anis Amri nicht alleine handelte. "rbb24"-Recherche und das ARD-Magazin "Kontraste" zeigen nun ein bisher unveröffentlichtes Video vom Tatort, das womöglich derartige Thesen bekräftigen könnte. 

Das 34 Sekunden lange Video wurde vom Bikinihaus gegenüber aufgenommen. Das Bild ist teils stark verwackelt und dunkel, dennoch wirft das Video Fragen auf.

Sind in dem Video womöglich Unterstützer Amris zu sehen?

Die Szene ist zunächst unübersichtlich. Es ist der LKW zu sehen, aus dem Amri bereits geflüchtet ist. Mehrere Personen nähern sich dem LKW im Laufschritt. Eine Person nähert sich und als sie beim LKW, offenbar vor einem Opfer, ankommt, sieht es so aus, als filme sie das Geschehen mit dem Handy.

Im hinteren Bereich sieht man eine Person, die sich vom Tatort entfernt und offenbar Schuhe mit weißen Sohlen trägt. Bevor derjenige aus dem Bild verschwindet, sieht es so aus, als würden drei weitere Personen dazustoßen. Eine Überwachungskamera der Berliner Verkehrsbetriebe filmte wenige Minuten später Anis Amri im U-Bahnhof Zoologischer Garten. Dabei trug er rote Sneaker mit weißen Sohlen, war aber allein unterwegs.

Wird das Video weiter ausgewertet?

Konstantin von Notz (Grüne) aus dem Untersuchungsausschuss fordert in der ARD eine tiefergehende kriminaltechnische Analyse des Videos. Die Bundesanwaltschaft und das Bundeskriminalamt versprechen sich davon jedoch nicht viel. Die Qualität des Videos sei zu schlecht. "Aus der Aufzeichnung haben sich keine wesentlichen verfahrensrelevanten Erkenntnisse oder Ermittlungsansätze ergeben", teilten sie auf "rbb"-Anfrage mit.

Am 19. Dezember 2016 hatte der Tunesier Anis Amri einen gekaperten LKW in eine belebte Budengasse auf dem Breitscheidplatz gelenkt und zwölf Menschen getötet. Es war bis dato der radikalislamische Anschlag in Deutschland, der die meisten Opfer forderte.


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