"Verband Natürlicher Weihnachtsbaum" Für die Umwelt: Forstunternehmer sagt Plastik-Weihnachtsbäumen den Kampf an

Von dpa

In vier Monaten ist Weihnachten. Die Weihnachtsbaumverkäufer machen sich Sorgen um das künftige Geschäft. Foto: dpa/Malte ChristiansIn vier Monaten ist Weihnachten. Die Weihnachtsbaumverkäufer machen sich Sorgen um das künftige Geschäft. Foto: dpa/Malte Christians

Alt Steinhorst/Bühl . Weihnachtsbäume für die Umwelt: Ein Verband will dem Siegeszug des Plastikbaums ein Ende setzen.

Noch sind vier Monate Zeit bis Weihnachten. Doch ein Forstunternehmer kämpft schon jetzt um den Erhalt der Tradition mit einem natürlichen Weihnachtsbaum und wehrt sich gegen das Vorurteil, Plastikbäume seien umweltfreundlicher. Nordmanntanne, Blaufichte und Co. haben Unterstützung verdient, findet Benedikt Schneebecke. 

Ihre Beliebtheit als Weihnachtsbaum in deutschen Wohnzimmern ist angesichts stabiler und millionenstarker Verkaufszahlen zwar nicht gefährdet. Aber der Forstunternehmer mit rund 140 Hektar Weihnachtsbaumkulturen östlich von Rostock will dem schleichenden Siegeszug des Plastikbaums etwas entgegensetzen. 

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Dazu hat der 39-Jährige mit juristischen Staatsexamen mit Gleichgesinnten den "Verband Natürlicher Weihnachtsbaum" gegründet. Noch seien es erst rund 30 Betriebe aus Deutschland und Dänemark, die zugesagt hätten. 

Der Zusammenschluss soll aber so stark werden, dass genug Geld für eine ordentliche PR-Kampagne zusammenkommt. Die hält Schneebecke für dringend nötig. "Manche Leute verzichten aus falsch verstandenem Naturschutz auf einen Weihnachtsbaum oder nehmen einen Plastik-Weihnachtsbaum. Da geht es uns darum, aufzuklären", sagt er.

Wald wird nicht abgeholzt

Heute würden viele Umweltthemen diskutiert. Es gehe um Naturschutz, CO2-Bilanz und Nachhaltigkeit. "Viele Leuten ist einfach nicht bewusst, dass der natürliche Weihnachtsbaum das alles erfüllt." Seine Bäumchen, überwiegend die aus dem Kaukasus stammende Nordmanntanne, bietet nach Schneebeckes Angaben in den rund zehn Jahren des Wachsens zahlreichen Tieren und Pflanzen Lebensraum. "Wir holzen kein Wälder ab. Die Bäume sind extra dafür gepflanzt", argumentiert Schneebecke.

Wie andere Landwirte auch können die Forstbetriebe nicht ganz auf Pflanzenschutzmittel verzichten. "Aber es wird, falls nötig, sehr reduziert eingesetzt." 

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Ein Weihnachtsbaum sei robuster als Getreide und brauche viel weniger Chemie. Pflanzenschutzmittel würden unter den Bäumen ausgebracht und auch nur in den ersten Jahren. Gegen übermäßigen Einsatz spreche schon der hohe Preis der Mittel.

Sorge um Schadstoffe im Wohnzimmer

Wer befürchtet, sich mit einem Weihnachtsbaum auch Schadstoffe ins Wohnzimmer zu holen, den beruhigt Schneebecke. Wenn man die Grenzwerte für Erdbeeren anlege, seien Weihnachtsbäume, wenn überhaupt, dann weit weniger belastet. "Man muss das in Relation setzen" Gedüngt werde auch in den Weihnachtsbaumkulturen. Aber in geringen Mengen und nur, was wirklich gebraucht werde.

Corinna Hölzel vom Umweltverband BUND hält dem entgegen, die Grenzwerte für Pestizide seien generell viel zu hoch. Hier müsse es zu einer Reform im Zulassungsverfahren kommen. "Weihnachtsbäume stellen keine akute gesundheitliche Gefährdung dar", sagt die Pestizid-Expertin. 

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Es gehe aber vor allem um die Belastung für die Natur in der Plantage, wo viel höhere Konzentrationen der Chemikalien erreicht würden. Eine Weihnachtsbaum-Monokultur ist ihrer Überzeugung nach ein feindlicher Lebensraum für fast alle Lebewesen.

Es sei möglich, Weihnachtsbäume nachhaltig zu produzieren, sagt die Referentin für Agrarpolitik beim BUND, Katrin Wenz. "Das kann auch ökologisch sinnvoll sein." Dann dürften aber keine Pestizide und natürliche Pflanzenschutzmittel nur in ganz geringem Umfang verwendet werden. Sie rät zu regionalen Weihnachtsbäumen aus ökologischer Produktion mit kurzen Transportwegen.

BUND: Plastikbaum ist nicht umweltfreundlich

Bei der Ablehnung von künstlichen Weihnachtsbäumen stimmen die BUND-Expertinnen zu. Sie seien aus Erdöl hergestellt, das für so etwas nicht verwendet werden sollte. Schon wegen des Problems der Entsorgung sagt Hölzel: "Hände weg vom Plastikweihnachtsbaum".

Es müsse etwas passieren, sagt Forstunternehmer Schneebecke. "Weil wir sehen, dass Leute vermehrt Plastikbäume kaufen. Das ist eine Katastrophe." Es dauere 17 bis 20 Jahre, bis ein Plastikbaum die Ökobilanz eines natürlichen Weihnachtsbaums erreiche.

Wachsende Konkurrenz

Der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Weihnachtsbaumerzeuger, Martin Rometsch, sieht im Plastikbaum ebenfalls eine wachsende Konkurrenz. Nach Marktumfragen haben die künstlichen Bäumchen einen zunehmenden Anteil am Geschäft mit Weihnachtsbäumen.

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Neben der Konkurrenz der Kunststoff-Fabrikanten drohen den Weihnachtsbaumerzeugern in Deutschland noch andere Schwierigkeiten. Die bis heute nachwirkende Dürre des vergangenen Jahres ist ein Problem, nicht überall, aber zum Beispiel in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. "Wir hatten auch Verluste", sagt Schneebecke. "Wir machen uns Sorgen, da verschiebt sich etwas." Trockenphasen und Starkregen, den der Boden schlecht aufnimmt, wechseln sich ab.

Immerhin sei die Nordmanntanne relativ robust. Wenn die einmal gewurzelt habe, halte sie eine Menge aus. Bewässerung ist nach Schneebeckes Überzeugung keine Alternative und wäre auch nur in Extremjahren nötig. Die meisten Betriebe könnten das auch gar nicht. "Wir sind Landwirte, wir müssen mit der Natur leben."

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Alle Jahre wieder, der gute alte Weihnachtsbaum. Für die meisten gehört der Weihnachtsbaum zur langen Tradition für das bevorstehende Fest. Ob ihr euch für einen geschlagenen Baum oder einen im Topf entscheidet, muss natürlich jeder selber wissen. Die Bäume im Topf sind natürlich haltbarer, aber Achtung.. viele günstige Angebote im Topf haben meistens kein intaktes Wurzelsystem mehr.. sie werden einfach aus dem Boden gestochen und in den Topf gedrückt. Nach kurzer Zeit im beginnen sie zu Nadeln und sind dann reif für den Müll oder Kompost. Gebt ihr dagegen etwas mehr Geld aus, sind die Bäume im Topf gewachsen und können nach dem Fest in den Garten gepflanzt werden, hier gibt es meistens sogar eine Anwachsgarantie. Im nächsten Beitrag gibt es ein paar Tipps zu geschlagenen Bäumen... liebe Grüße Dennis #weihnachtsbaum #weihnachten #garten #gartenexperte #gartentipps #gartentipp #gärtnern #plants #flowers #nordmanntanne #urbangardening #gärtner #garden #gartenblog #gartenblogger

A post shared by Gartenexperte🌺🌱 (@gartenexperte) on Dec 4, 2018 at 11:36am PST

Für die Kunden ändert sich nach Schneebeckes Einschätzung in diesem Jahr nicht viel. "Wir glauben, dass die Preise stabil bleiben." Rometsch hält es dagegen für noch etwas zu früh, um sich auf Preise festzulegen. Mehr als leichte Steigerungen wird es aus seiner Sicht aber nicht geben.

2018 mussten Käufer zwischen 18 und 23 Euro je Meter Nordmanntanne, den in Deutschland mit Abstand beliebtesten Weihnachtsbaum, bezahlen. Liebhaber der Blaufichte kamen mit 10 bis 16 Euro deutlich günstiger an ihr Schmuckstück für das festliche Wohnzimmer.

Mehr als 20 Millionen Bäume pro Jahr

Offensichtlich sind viele Kunden bereit, für die geschätzt 20 bis 22 Millionen Bäumchen jedes Jahr tief in die Tasche zu greifen. Denn der Trend zum Zweitbaum halte an, sagt Schneebecke. Mancher kaufe sich früh im Advent ein Bäumchen für Terrasse oder Balkon und dann später einen für das Wohnzimmer.

Vier Monate vor Weihnachten gehen die Weihnachtsbaumerzeuger in Deutschland von stabilen bis leicht steigenden Preisen aus. Noch sei es etwas zu früh, um sich festzulegen, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes, Martin Rometsch. 

Bisher habe es 2019 keine großen Schäden auf den Plantagen gegeben. Die älteren Nordmanntannen hätten auch die Dürre des vergangenen Jahres einigermaßen gut überstanden. Aber es bleibe ein Wetterrisiko zum Beispiel durch Hagelschlag, sagte Rometsch. 


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