Trotz Handy-Verbots "Foodporn": Gefängnis-Insassen twittern Fotos ihrer Mahlzeiten

Was genau in der JVA Heidering auf den Teller kommt, zeigt ein Twitter-Account. Symbolfoto: dpa/Jens BüttnerWas genau in der JVA Heidering auf den Teller kommt, zeigt ein Twitter-Account. Symbolfoto: dpa/Jens Büttner

Hamburg. Was bekommen Gefängnis-Insassen auf den Teller? Aus der JVA Heidering in Berlin heraus twittern Gefangene regelmäßig über ihre Mahlzeiten und kritisieren die Verpflegung. Dabei dürfen Sie eigentlich gar kein Smartphone besitzen.

Zwei Würstchen mit Nudelsalat, etwas Lasagne, ein Joghurt, Brot und eine Packung Aufschnitt. Was die Insassen der JVA Heidering in Berlin morgens, mittags und abends auf den Tisch bekommen, zeigt der Twitter-Account "Gefängniscuisine"

Seit Anfang August veröffentlichen drei Insassen dort, wie genau ihre täglichen Rationen aussehen. Versehen sind die dort veröffentlichten Fotos mit Hashtags wie #foodporn oder #foodfantasy. Mittlerweile hat der Kanal über 1300 Follower.

Die Justiz wird die Tweets alles andere als lustig finden, schließlich sind Smartphones im Gefängnis verboten. Wer sich den Regeln widersetzt, muss mit Strafmaßnahmen wie Freiheitsentzug oder Arbeitsverbot rechnen, außerdem rückt eine Vollzugslockerung in weite Ferne. 

Beschwerden über Menge und Hygiene

Doch die Insassen haben ein ernstes Anliegen und wollen mit den Bildern auf Missstände bei der Verpflegung aufmerksam machen. "Diese Ernährung deckt nicht den benötigten Bedarf", schreiben sie der "B.Z." Gegenüber der "Stuttgarter Zeitung" heißt es: "Ernährung ist für uns alle ein großes Thema, und die Art und Weise wie hier mit Ernährung umgegangen wird, ist beängstigend."

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Auf blauem Hintergrund – aller Wahrscheinlichkeit nach eine Anstaltsdecke – werden die Rationen in Szene gesetzt und schließlich mit ironischen Sätzen veröffentlicht. So schreiben sie etwa: "Im Kindergarten kommt das immer gut an #nudelnmittomatensoße #kreativ #foodporn in der #jva #heidering für ein Kind wäre die Portion ausreichend."

Ist die Kritik berechtigt? "Die Speisepläne werden gemäß den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung erstellt und umgesetzt", so Sprecher Sebastian Bux zur B.Z. Demnach werde jeder Gefangene täglich mit 2800 Kalorien versorgt. Ob das Herantreten an die Öffentlichkeit die Verpflegung verbessern wird, bleibt abzuwarten.


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