Seuche in Europa auf Vormarsch Afrikanische Schweinepest breitet sich aus: So kann sie eingedämmt werden

In der Slowakei war Anfang August in mehreren landwirtschaftlichen Betrieben die Afrikanischen Schweinepest nachgewiesen worden. Foto: dpa/Roman Hanc/TASRIn der Slowakei war Anfang August in mehreren landwirtschaftlichen Betrieben die Afrikanischen Schweinepest nachgewiesen worden. Foto: dpa/Roman Hanc/TASR

Hamburg. Die Afrikanische Schweinepest breitet sich weiter in Europa aus. Diese sechs Tipps können bei der Bekämpfung helfen.

In Asien sind bereits mehr als fünf Millionen Tiere daran gestorben, inzwischen ist die Afrikanische Schweinepest auch in Europa auf dem Vormarsch. In Rumänien, der Ukraine, Bulgarien und der Slowakei wurden in diesem Monat bereits Fälle bei Hausschweinen nachgewiesen, in Ungarn, Bulgarien, Rumänien und Belgien zudem bei Wildschweinen. 

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Die Infektion mit Afrikanischer Schweinepest (ASP) wird durch einen Virus verursacht und führt laut dem Portal "tierseucheninfo.niedersachsen.de" sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu einer schweren Erkrankung, die fast immer tödlich ist. Da eine Ansteckung vornehmlich über Blut, bluthaltige Flüssigkeiten und bluthaltige Gewebe erfolgt, breitet sich die Infektion oftmals zwar nur sehr langsam aus  dafür reichen allerdings bereits sehr geringe Blutmengen für eine Ansteckung aus. 

Keine Lebensmittel an Tiere verfüttern

Für den Menschen oder andere Haustierarten ist ASP nicht gefährlich, doch sie können sie verbreiten. Deswegen sollten einige Tipps befolgt werden, die dieses Risiko minimieren können. Die österreichische Tierschutz-Stiftung "Vier Pfoten" beispielsweise empfiehlt: 

  • Es sollten keine Schweinefleischprodukte, auch keine Räucherwaren, aus Ländern mitgebracht werden, in denen es zuletzt APS-Fälle gibt oder gab.  
  • Lebensmittel, die nicht erhitztes Schweine- oder Wildschweinfleisch enthalten – etwa Rohwurst oder Schinken – sollten unzugänglich für Tiere verwahrt und entsorgt werden. Schweinefleisch sollte zudem stets hygienisch zubereitet und getrennt von anderen Lebensmitteln verwahrt werden. 
  • In Epidemiegebieten sollten möglichst keine Mastbetriebe aufgesucht werden. Wer Kontakt zu Schweinen hatte, sollte sich selbst waschen und desinfizieren, außerdem seine Schuhe und Kleidung. 
  • Vor einer Auslandsreise sollten Informationen über den Tierseuchenstatus eingeholt werden, insbesondere dann, wenn man voraussichtlich Kontakt zu Haus- oder Wildschweinen haben wird, zu Hause welche hält oder regelmäßig Schweine aufsucht. 
  • Grillreste oder anderes Fleisch sollten ebenso wenig wie andere Lebensmittelreste an Tiere verfüttert werden.
  • Schweinefleisch, das über lange Strecken transportiert wurde, sollte nicht gekauft werden.

"Der Erreger kann sich in roher Wurst oder Aufschnitt über Monate halten. Ein achtlos weggeworfenes Wurstbrot kann in einer Katastrophe enden", warnt Ina Müller-Arnke von "Vier Pfoten". "Kommt ein Wild- oder Hausschwein mit kontaminierten Lebensmitteln in Kontakt, wird es sich anstecken und Artgenossen infizieren." 

"Schweinepest-Verordnung" schreibt Tötung vor

Insbesondere in Großbetrieben der Intensivtierhaltung könne sich die Krankheit schnell ausbreiten, sagt Müller-Arnke. Wird ein Fall nachgewiesen, schreibt die "Schweinepest-Verordnung" hierzulande eine Tötung sowie eine unschädliche Beseitigung aller Schweine des betroffenen Betriebes vor. Zudem müssen großflächige Schutzzonen mit strengen Handels- und Transportverboten eingerichtet werden. 

Im Fall von Wildschweinen müssen ebenfalls Restriktionszonen (Seuchengebiet) mit einem Radius von etwa 15 Kilometern und Pufferzonen mit einem Radius von etwa 30 Kilometern um den Fund- oder Erlegungsort eingerichtet werden. 


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