Zu viele Unfälle Mailand verbietet E-Roller – So müssen die Anbieter nacharbeiten

Von afp, maba

Immer mehr E-Scooter werden in den Großstädten genutzt. In Italien soll der Verkehr nun neu geregelt werden. Foto: Oliver Berg/dpaImmer mehr E-Scooter werden in den Großstädten genutzt. In Italien soll der Verkehr nun neu geregelt werden. Foto: Oliver Berg/dpa

Mailand. E-Scooter nehmen in immer mehr Städten Fahrt auf. In Mailand müssen die Roller künftig jedoch stehen bleiben.

Die Behörden in Mailand haben die Nutzung von Elektrorollern in der norditalienischen Wirtschaftsmetropole vorläufig untersagt. Das Verbot gelte so lange, bis Hinweisschilder mit Regeln für die Nutzung der Fahrzeuge angebracht sind, berichteten italienische Medien am Donnerstag, darunter der Corriere della sera

E-Scooter in Deutschland

E-Scooter wurden in Deutschland Mitte Juni zugelassen. Schnell entbrannte auch hier eine Debatte um die Sicherheit der elektrischen Tretroller aus – zumal die Fahrzeuge immer häufiger auf den Straßen zu sehen sind, insbesondere in Großstädten.
Eine bundesweite Statistik gibt es noch nicht. Technisch gesehen hält der TÜV Rheinland die in Deutschland bisher zugelassenen Modelle für sicher. Unfälle geschähen fast ausschließlich durch Fehler der Fahrer oder anderer Verkehrsteilnehmer.
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Laut der italienischen Tageszeitung wurde den Anbieter untersagt ihre E-Scooter zu vermieten, bis die gesetzlich vorgeschriebenen Schilder angebracht sind. Die Roller müssen demnach innerhalb von drei Tagen  aus dem öffentlichen Raum entfernt werden.

(Auch interessant: Polizei: Viele E-Scooter-Fahrer brechen Verkehrsregeln)

E-Scooter dürfen in Italien seit Juni nur in Fußgängerzonen, auf Fußgänger- und Radwegen sowie in Tempo-30-Bereichen fahren. Zudem müssen die Kommunen die Nutzungsregeln öffentlich sichtbar anbringen. 

In Mailand können Nutzer seit Oktober zwischen sechs Anbietern von E-Scootern wählen. Trotz Beschränkungen wie Tempolimits wurde ein Fußgänger beim Zusammenstoß mit einem Elektrorollern verletzt. Zudem ermittelt die Mailänder Staatsanwaltschaft, ob sich die Anbieter von E-Scootern an die gesetzlichen Vorschriften halten. In Deutschland sind E-Roller seit Juni dieses Jahres zugelassen.

(Weiterlesen: Der E-Scooter-Hype erfasst das Land – Was rollt da auf uns zu?)

Laut Corriere della sera hat sich die Anzahl der E-Roller in Italien in den vergangenen eineinhalb Jahren versechsfacht. Dabei beruft sich die Zeitung auf Daten des Smart Mobility Reports, wonach die Zahl von 500 Rollern im Jahr 2017 auf 2300 Fahrzeugen im Jahr 2018 anstieg. Aktuell seien 3150 E-Scooter in dem Land verfügbar – 70 Prozent davon in Mailand. Die Unternehmen planen darüberhinaus, ihre Flotte zu verdoppeln oder gar zu verdreifachen, heißt es weiter.

Diese Regeln gelten für E-Scooter in Deutschland

  • Für den Verkehr zugelassen sind nur E-Scooter, die höchstens 20 Kilometer pro Stunde fahren können. Daneben gelten weitere Vorschriften bezüglich Beleuchtung und Kennzeichnung.
  • Eine Fahrprüfung gibt es nicht. Nutzer müssen lediglich 14 Jahre alt sein. Pro E-Scooter ist nur eine Person erlaubt. Anhänger sind verboten. Helmpflicht besteht nicht, obwohl beispielsweise die Expertenorganisation Dekra diese fordert. Es gelten die gleichen Promillegrenzen wie für Autofahrer.
  • Wenn es Radwege gibt, müssen E-Scooter darauf fahren – ansonsten auf der Straße. Wer auf Gehwegen unterwegs ist, muss zwischen 15 und 30 Euro Strafe zahlen.
  • Wer auf einem nicht zugelassenen E-Scooter unterwegs ist, macht sich strafbar und hat keinen Versicherungsschutz – auch nicht von einer privaten Haftpflicht, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilt. Außerdem werden laut dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) 70 Euro Bußgeld fällig.

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Weiter erklärt die Zeitung, dass Ende Juli in Mailand in ersten Tests E-Scooter nur noch in Fußgängerzonen und und mit einer Höchstgeschwindigkeit von sechs Stundenkilometer fahren durften. Das Fahren auf Bürgersteigen wurde verboten, bei Missachtung drohe ein Bußgeld von 26 Euro.


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