September ist "Rettet den Koala"-Monat Weniger als 80.000 Tiere: Der Koala ist "funktional ausgestorben"

Könnten bald verschwunden sein: Die Koalas in Australien. Foto: imago images/Nature Picture LibraryKönnten bald verschwunden sein: Die Koalas in Australien. Foto: imago images/Nature Picture Library

Brisbane. Klimawandel, Zerstörung von Lebensräumen, Krankheiten: Die Lage der Koalas ist prekär. Laut Schätzungen gibt es nur noch weniger als 80.000 der Tiere. Die "Australian Koala Foundation" ruft deswegen alljährlich im September zum "Rettet den Koala"-Monat auf.

Koalas sind "funktional ausgestorben". Das zumindest sagt die "Australian Koala Foundation", die den Bestand der Tiere inzwischen auf weniger als 80.000 schätzt. Diese Zahl sei nicht ausreichend, um den Fortbestand der Art noch gewährleisten zu können, heißt es: In der freien Wildbahn sei es nicht mehr möglich, eine neue Generation an Koalas hervorzubringen. 128 Bezirke überwacht die 1986 gegründete Organisation – in 41 davon lebten seitdem keine Koalas mehr.

Klimawandel und Lebensraum-Zerstörung sorgen für Koala-Sterben

Der Grund dafür sei vor allem der Klimawandel: Tausende Tiere starben in den vergangenen Jahren durch vermehrt auftretende Hitzewellen an Dehydrierung. Hinzu kämen grassierende Chlamydien-Infektionen. Die Bakterienerkrankung kann zu Erblindung, Unfruchtbarkeit und zum Tod führen. Die wenigen Koala-Pärchen, die nicht unfruchtbar sind, würden laut "Australian Koala Foundation" genetisch erbkranke Nachkommen hervorbringen. 

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Ein weiteres großes Problem sei der Verlust der natürlichen Lebensräume. Da diese für Landwirtschaft, Straßenbau und Infrastruktur immer weiter zerstört werden, könnten die Koalas im australischen Staat New South Wales bereits bis 2050 ausgestorben sein, wie die Umweltschutzorganisation WWF schätzt. Binnen zwölf Monaten seien allein in den Jahren 2017 und 2018 mehr als 5000 Hektar Koala-Lebensraum vernichtet worden.

Seit 1996 seien rund 80 Prozent des Bestands verloren gegangen 

"Auf ihrer Suche nach einem neuen Zuhause werden die Tiere dann zu allem Überfluss auch noch von Hunden attackiert oder beim Überqueren der Straße vom Auto erfasst", sagt Arnulf Köhncke, Artenschutzreferent beim WWF Deutschland. Die Überlebenschance nach derartigen Zwischenfällen sei für die Tiere gering: Von den 2000 Koalas, die in den vergangenen Jahren in Tierkliniken mit Knochenbrüchen eingeliefert wurden, überlebten laut WWF nur 40.

"Vor allem in den dicht besiedelten, fruchtbaren Küstenregionen im Osten ist die Lage der Koalas prekär. Mehr als die Hälfte im Bundesstaat Queensland und mehr als ein Viertel in New South Wales drohen innerhalb von nur sechs Koala-Generationen zu verschwinden", schreibt die Organisation. Seit 1996 seien rund 80 Prozent des Bestands verloren gegangen. 

September ist "Rettet den Koala"-Monat

In New South Wales lebten bereits heute weniger als 20.000 der Tiere. Für den Report aus dem vergangenen Jahr hatten Wissenschaftler Satellitenbilder ausgewertet und den Effekt der Landnahme auf die Natur hochgerechnet. 

Um auf diese Bedrohungen aufmerksam zu machen, ruft die "Australian Koala Foundation" alljährlich im September zum "Rettet den Koala"-Monat auf. Ziel soll es sein, das Bewusstsein der Menschen für das Thema zu wecken und sie dazu zu bewegen, etwas gegen die Zerstörung der Pflanzen- und Tierwelt zu tun.

Die Organisation sammelt in dieser Zeit verstärkt Spenden für Schutz- und Bildungsprojekte, pflanzt Bäume, organisiert Aufklärungsarbeit und berät in Hinblick auf die Erschließung von Land. Vor allem aber will sie dafür sorgen, die Lebensräume der Tiere besser zu schützen.

Die Bedrohung ist übrigens nicht neu: Seit 2016 bewertet auch die Internationale Rote Liste der Weltnaturschutzunion IUCN den Koala als eine gefährdete Tierart


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