Spendenaktion nach Festnahme von Carola Rackete Böhmermann und Heufer-Umlauf sammeln über eine Million für Seenotrettung

Das gesammelte Geld soll nicht allein der Organisation "Sea-Watch" zugutekommen. Foto: dpa/Chris Grodotzki/Jib Collective/Sea-Watch.org/Henning KaiserDas gesammelte Geld soll nicht allein der Organisation "Sea-Watch" zugutekommen. Foto: dpa/Chris Grodotzki/Jib Collective/Sea-Watch.org/Henning Kaiser

Köln/Berlin. Die Fernsehmoderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf hatten nach der Festnahme der "Sea Watch"-Kapitänin Carola Rackete dazu aufgerufen, Geld für die Seenotrettung zu spenden. Jetzt meldet sich Böhmermann, um die genaue Summe zu verkünden und zu erklären, wofür das Geld verwendet werden soll.

Nach der Festnahme der "Sea-Watch"-Kapitänin Carola Rackete Ende Juni riefen die Fernsehmoderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf dazu auf, Geld für die Seenotrettung zu spenden. Ihr Motto: "Leben retten ist kein Verbrechen: Lasst uns die Seenotretter retten!" 36.265 Menschen folgten ihrem Aufruf. 

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Am Donnerstag verkündete Böhmermann das Ende der Spendenaktion und bedankte sich bei den Spendern. Insgesamt hat die Aktion 1.014.524,11 Euro zusammengebracht. 

Die Festnahme von Carola Rackete am 29. Juni hatte international für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Die Kapitänin des Seenotrettungs-Schiffes "Sea-Watch 3" war mit rund 40 Migranten an Bord unerlaubt in italienische Gewässer und schließlich in den Hafen der Insel Lampedusa gefahren. 

Salvini bezeichnete "Sea-Watch" und Rackete als "kriminell"

Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte daraufhin einen Zusammenstoß der "Sea-Watch 3" beim Einlaufen in den Hafen mit einem Boot der Finanzpolizei als Beweis gewertet, dass es sich bei den Seenotrettern um "Kriminelle" handelt. "Sie haben die Maske abgelegt: Das sind Verbrecher", sagte er.  

Noch steht die rechtliche Bewertung des Anlegemanövers aus. Den nach der Festnahme Racketes verhängten Hausarrest hob eine italienische Untersuchungsrichterin nach drei Tagen wieder auf.

Geld für mehrere Organisationen der Seenotrettung

Das nun gesammelte Geld solle aber nicht allein an "Sea-Watch" gehen, hatte die Organisation bereits Anfang Juli erklärt. "Es wird ein Gremium gebildet, weil wir das Geld möglichst effektiv für die Seenotrettung einsetzen wollen, nicht nur für Sea-Watch, sondern wir wollen gemeinsam schauen, wo es am dringendsten gebraucht wird", hatte Sprecher Ruben Neugebauer der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

Auch in Italien war nach der Festnahme Racketes Geld für die Seenotrettung gesammelt worden. Dort waren mehr als 410.000 Euro zusammengekommen.


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