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In den Wäldern Alaskas Frau will berühmten Bus aus dem Film "Into the Wild" besuchen – und stirbt

Aufnahme aus dem Film "Into the Wild" aus dem Jahr 2007. Foto: imago images / United ArchivesAufnahme aus dem Film "Into the Wild" aus dem Jahr 2007. Foto: imago images / United Archives
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Fairbanks. Das Schicksal des jungen Aussteigers Christopher McCandless wurde dank Büchern und dem Kinofilm "Into the Wild" berühmt. Vor allem der "Magic Bus" in den Wäldern Alaskas lockt Touristen aus aller Welt an – eine Frau ist nun auf dem Weg dorthin ums Leben gekommen.

Vor nunmehr 27 Jahren starb Christopher McCandless nach 113 Tagen in der Wildnis von Alaska – woran genau, ist bis heute umstritten. Die Rede ist von Mangelernährung, andere Theorien gehen von den Folgen einer Vergiftung aus. Die Geschichte des Kaliforniers fesselt seit Jahren viele Abenteurer, bedingt durch mehrere Bücher und einen Kinofilm:

Viele von ihnen sind junge Leute, die McCandless als Idol sehen. Er kam aus reichem Elternhaus, das College hatte er mit Bestnoten abgeschlossen. Doch dann beschloss er, alles hinter sich zu lassen und riss aus. Zuletzt lebte McCandless in einem verlassenen Wrack eines Schulbusses in Alaskas Einöde. Dort ritzte er den Namen „Alexander Supertramp“ ins Holz. So nannte er sich selbst.

Bereits der zweite Todesfall 

Heute versuchen immer wieder waghalsige Touristen, den "Magic Bus" zu erreichen. Viele von ihnen dokumentieren ihre Fotos davon auf Instagram. Doch der Trip ist nicht ungefährlich, das zeigt der Fall der nun verstorbenen Veramika Maikamava. 

Die Weißrussin war zusammen mit ihrem Mann nach Alaska gekommen, um den verlassenen Bus zu besichtigen. Doch die Überquerung des Teklanika Rivers wurde ihr zum Verhängnis: Sie wurde von den Wassermassen mitgerissen. Ihr Ehemann konnte sie nur noch tot aus den Fluten bergen.

Maikamava ist damit der zweite Todesfall im Zusammenhang mit dem Bus. Im Sommer 2010 ertrank die damals 29-jährige Schweizerin Claire Ackermann ebenfalls im Teklanika-Fluss. Offenbar sind viele der Abenteurer nicht ausreichend vorbereitet. Der örtliche Feuerwehrchef, Rusty Lasell, sagte im Interview mit der "Zeit": "Viele haben auch nicht die richtige Ausrüstung: wie der Mann, dem wir zufällig im Frühling begegneten. In Alaska herrscht selbst im Frühjahr noch Winter! Wir versuchten vergeblich, ihn zur Umkehr zu bewegen. Als wir ihn ein paar Tage später auflasen, hatte er auch noch seine einzige Säge verloren. Und dann wird es schwierig, Feuer zu machen, um sich zu wärmen, und Schnee zu schmelzen, um etwas zu trinken zu haben."


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