Gehweg statt Straße Polizei: Viele E-Scooter-Fahrer brechen Verkehrsregeln

Ein Mann fährt auf dem Fahrradweg mit einem E-Scooter. Foto: dpa/Rolf VennenberndEin Mann fährt auf dem Fahrradweg mit einem E-Scooter. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd
dpa/Rolf Vennenbernd

Hamburg . Seit Juni gibt es die Elektro-Roller auf Deutschlands Straßen. Doch viele Fahrer ignorieren offenbar die Verkehrsregeln.

Sie fahren zu zweit, ignorieren rote Ampeln oder benutzen den Gehweg statt den Radweg: Viele der E-Roller-Fahrer in Hamburg missachtet die geltenden Verkehrsregeln in der Stadt. Dies ergab eine aktuelle Polizeikontrolle

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Die Fahrer fahren vor allem auf dem Gehweg

Die Polizei Hamburg teilte am Sonntag mit, dass sie während der gezielten Kontrolle am Freitag in der Hamburger Innenstadt insgesamt 18 Verstöße festgestellt habe. Dabei seien die Fahrer vor allem auf dem Gehweg gefahren (14 Verstöße) und ohne gültigen Versicherungsschutz unterwegs gewesen (2 Verstöße). In einem Fall standen zwei Personen gemeinsam auf einem Tretroller. Ein weiterer Fahrer befuhr die falsche Radwegseite. Wie viele E-Tretroller-Benutzer bei der Aktion der Fahrradstaffel überprüft wurden, gab die Polizei nicht bekannt. 

Bei Verstößen im Straßenverkehr werden sie wie Autofahrer behandelt

Die E-Tretroller sind seit Mitte Juni zugelassen. Wer sie benutzen will, muss Radwege nutzen oder Straßen, wenn es keine Radwege gibt. Die Fahrer werden bei Verstößen im Straßenverkehr laut der Polizei wie Autofahrer und nicht etwa wie Fahrradfahrer behandelt. Das betreffe zum Beispiel auch die Promillegrenzen.

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Die Benutzung der elektrischen Tretroller scheint generell nicht gänzlich ungefährlich zu sein. So verunglückte vor wenigen Wochen eine Frau aus Großbritannien tödlich bei einem Unfall mit ihrem E-Scooter. Und auch die Polizei Hamburg verkündete am Sonntagnachmittag einen Unfall zwischen einem PKW und einer Rollerfahrerin. 


Vorsicht auch bei der Benutzung von E-Bikes

Auch bei elektronischen Fahrrädern ist durchaus Vorsicht geboten. So verkündete die Allianz am Samstag, dass E-Bikes inzwischen eine zusätzliche Risikoquelle im ohnehin stressigen Verkehr auf den deutschen Straßen darstellen. Viele Fahrer würden Tempo und Risiko unterschätzen und Senioren seien besonders gefährdet ."Über alle Altersgruppen zusammengefasst ist das Getötetenrisiko im Fünf-Jahresmittel auf dem Pedelec dreimal so hoch wie auf dem herkömmlichen Rad", sagte Jörg Kubitzki, Unfallforscher bei dem Versicherer. 

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Mit dpa.


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