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"So dreist war noch niemand" Kaum zu glauben: Frau will Auto mit selbst gedrucktem Falschgeld kaufen

Von Christian Ströhl und Jakob Koch

Eine 20-Jährige hat Zuhause 15.000 Euro ausgedruckt, um damit ein Auto in Kaiserslautern zu kaufen. Foto: Polizeidirektion PirmasensEine 20-Jährige hat Zuhause 15.000 Euro ausgedruckt, um damit ein Auto in Kaiserslautern zu kaufen. Foto: Polizeidirektion Pirmasens

Pirmasens. Auf einem handelsüblichen Drucker hat eine 20-Jährige 15.000 Euro in 100-Euro-Scheinen ausgedruckt, um damit in einem Autohaus in Kaiserslautern ein Auto zu kaufen. Ein Mitarbeiter berichtet von der ungewöhnlichen Begegnung.

Ein Auto musste her, doch das Geld reichte offenbar nicht. So hat sich eine 20-jährige aus Pirmasens dazu entschlossen, das Geld kurzerhand selbst zu produzieren. Für den Autokauf erstellte die junge Frau auf einem Drucker bei sich Zuhause 15.000 Euro Falschgeld in 100-Euro-Scheinen. Die Mitarbeiter eines Autohauses in Kaiserslautern fielen nicht darauf rein. Objekt der Begierde: Ein Audi A3 aus dem Jahr 2013.

Die 20-Jährige wurde am Freitag noch im Geschäft festgenommen, als sich die 15.000 Euro in bar als Blüten herausstellten, wie die Polizei Pirmasens und die Staatsanwaltschaft Zweibrücken am Montag mitteilten. In ihrer Wohnung in Pirmasens fanden die Ermittler demnach noch weitere Fälschungen im Wert von 13.000 Euro.

Ein Mitarbeiter berichtet

Das Falschgeld war allerdings auch leicht zu erkennen. Es handelte sich laut Polizei um Kopien von 50- und 100-Euro-Scheinen, die die Mutter eines einjährigen Sohnes offensichtlich mit einem handelsüblichen Tintenstrahldrucker erstellt hatte. Im Drucker befand sich sogar noch ein frischer Ausdruck an falschen Banknoten.

Ich habe sie nur ungläubig gefragt, ob sie nun Monopoly spielen will.Mitarbeiter des betroffenen Autohauses

Ein Mitarbeiter des betroffenen Autohauses berichtete unserer Redaktion, dass sich die 20-Jährige bis zur Übergabe der Blüten als vollkommen normale Kundin gezeigt hätte. "Das Kaufverfahren lief völlig normal, bis hin zur Probefahrt", sagte der Mitarbeiter. Erst als sie die Summe mit den gedruckten Scheinen bezahlen wollte, flog die der Täuschungsversuch auf. "Ich habe sie nur ungläubig gefragt, ob sie nun Monopoly spielen will", so der Mitarbeiter weiter. Er habe sie dann hingehalten bis die alarmierte Polizei eintraf. "Wir haben ja schon einiges erlebt – aber so dreist war noch niemand." Ob die Frau alleine gehandelt hat, ist derweil unklar – offenbar war eine bislang unbekannte zweite Person mit auf dem Gelände des Autohauses, die in einer Beziehung zur der Frau steht.

Hohe Strafen für Geldfälschung

Das Erstellen von Blüten und die Verbreitung von Falschgeld ist verboten. Geldfälschung wird mit Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bestraft. "Handelt der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung einer Geldfälschung verbunden hat, so ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren", heißt es dazu im Gesetzestext. Auch das sogenannte "Inverkehrbringen von Falschgeld " wird hart bestraft: "Wer falsches Geld als echt in Verkehr bringt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft." Schon der Versuch ist strafbar.


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