Grausame Tat im Urlaubsparadies Thailand: Todesstrafe für Mörder von junger Hildesheimerin

Von dpa und mma

Der 24-Jährige hat gestanden, die deutsche Touristin getötet zu haben. Foto: dpaDer 24-Jährige hat gestanden, die deutsche Touristin getötet zu haben. Foto: dpa

Bangkok. Sie wurde erst vergewaltigt und dann getötet: Die Ermordung einer 24-Jährigen aus Hildesheim in Thailand löste bundesweit Bestürzung aus. Ein Müllsammler hatte gestanden, die Tat unter Drogeneinfluss begangen zu haben.

Für den Mord an der deutschen Touristin auf der Insel Ko Si Chang im April ist ein Mann in Thailand zum Tode verurteilt worden. Das bestätigte ein Gerichtsbediensteter in dem asiatischen Land am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Todesstrafe in Thailand

In Thailand wurde im vergangenen Jahr erstmals seit 2009 wieder ein Mensch nach einem Todesurteil hingerichtet. Menschenrechtsorganisationen hatten das Ende eines Moratoriums scharf kritisiert. Derzeit sitzen mehr als 500 Menschen in dem asiatischen Land im Todestrakt.

Das Provinzgericht in Chon Buri hatte das Urteil gegen den 24-Jährigen bereits am Mittwoch gefällt. Der Verurteilte könne noch Berufung gegen die Entscheidung einlegen, müsste dazu aber seine Aussage ändern, da er die Tat bereits gestanden habe, sagte der Justizmitarbeiter weiter.

Mord unter Drogeneinfluss

Die 26 Jahre alte Frau aus dem Kreis Hildesheim in Niedersachsen war während eines Thailand-Urlaubs Anfang April auf der Insel vergewaltigt und ermordet worden. Der Mann, der sein Geld mit dem Einsammeln von Müll verdiente, gestand später die Tat. Er gab an, zum Zeitpunkt des Vorfalls unter Drogen gestanden zu haben.

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Die Polizei sagte örtlichen Medien, sie gehe davon aus, dass der Mann die Tat allein ausgeführt habe. Der Fall gelte damit als abgeschlossen. Thailand gehört zu den beliebtesten außereuropäischen Urlaubszielen von Bundesbürgern. Im vergangenen Jahr kamen nach vorläufigen Zahlen mehr als 880.000 Deutsche in das südostasiatische Königreich.

Auswärtiges Amt warnt Thailand-Reisende

Das Auswärtige Amt (AA) warnt in seinen Reisehinweisen vor zunehmender Kriminalität in Thailand, speziell vor Diebstählen, Vergewaltigungen und Raubüberfällen – teilweise mit Todesfolge. Insbesondere Urlaubern in den Touristenhochburgen Phuket, Koh Samui und Pattaya rät das Ministerium zur Vorsicht.

Explizit werden in den Reisehinweisen die monatlichen Vollmond-Partys auf der nördlich von Koh Samui gelegenen Insel Koh Pha Ngan erwähnt. Dort sei es bereits mehrfach zu tödlichen Zwischenfällen gekommen. "Wiederholt sind Frauen und Mädchen von unter Drogen oder Alkohol stehenden Teilnehmern vergewaltigt worden."


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