"Für uns Neuland" Sommerloch-Phänomen oder echte Bedrohung? Suche nach Krokodil im Badesee

Von dpa und AJ

Bei Kirchheim soll ein Krokodil gesichtet worden sein. Foto: imago images / 7aktuellBei Kirchheim soll ein Krokodil gesichtet worden sein. Foto: imago images / 7aktuell 

Kirchheim unter Teck. Eine Spaziergängerin will in einem See in Baden-Württemberg drei kleine Krokodile gesehen haben. Was sonst nur eine Randnotiz wäre, avanciert im nachrichtenarmen Sommerloch zu einer Geschichte – ein nicht ganz unbekanntes Phänomen.

Mit ihrer Beobachtung hat die Spaziergängerin eine Suchaktion und die Sperrung der drei Bürgerseen in Kirchheim unter Teck ausgelöst. Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, hatte die Frau am Dienstagabend die Polizei verständigt und angegeben, die Tiere im unteren Bürgersee gesehen zu haben.

Ein Schild weist auf die mutmaßliche Krokodil-Sichtung hin. Foto: imago images / 7aktuell

Die Beamten machten sich sofort auf die Suche - ohne Erfolg. Die Sperrung der Seen werde voraussichtlich noch bis Montag bestehen, sagte ein Sprecher der Stadt. Man trage die Verantwortung für die Sicherheit der Bürger. Die Stadt sei unter anderem mit einer Expertin der Stuttgarter Zoos, der Wilhelma, in Kontakt. "Das ist für uns Neuland."

Die Meldung aus Kirchheim machte am Mittwoch in zahlreichen Medien deutschlandweit die Runde – ein bekanntes Phänomen: Denn was sonst nur eine Randnotiz wäre, avanciert im nachrichtenarmen Sommerloch gerne mal zu einer Story, die das Land über Tage hinweg beschäftigt. 

Oder erinnern Sie sich etwa nicht mehr an die folgenden "Sommerloch-Tiere" und ihre kuriosen Geschichten...?

Die Kuh Yvonne

Genau 98 Tage war Yvonne auf der Flucht – alle Versuche, die Kuh einzufangen, scheiterten. Schließlich hatte der Sommerloch-Star 2011 aber genug von der Einsamkeit im bayerischen Wald und stellte sich freiwillig zu vier Kälbern auf eine Weide. Mittlerweile lebt sich auf einem Gnadenhof in Deggendorf. 

Foto: dpa/Andreas Gebert

Schnappschildkröte Lotti

Eine bissige Schnappschildkröte sorgte 2013 für Schlagzeilen, allerdings konnte Lotti nie gefunden werden. Angeblich soll das mysteriöse Tier einen achtjährigen Jungen verletzt haben

Foto: dpa/Roland Weihrauch

Schwan Petra

Wo die Liebe hinfällt. Der schwarze Schwan Petra verliebte sich 2006 unsterblich in ein Tretboot in Schwanenform auf dem Aasee in Münster und wich diesem nicht mehr von der Seite. Das ungewöhnliche Liebespaar erlangte so weltweite Aufmerksamkeit.

Foto: dpa/Friso Gentsch

Bär Bruno

Im Mai 2006 machte ein Bär von sich reden, der sich in den Alpen von Südtirol nach Tirol und schließlich nach Bayern bewegte. Er war nach 170 Jahren der erste Braunbäär, der in Deutschland in freier Wildbahn auftrat. Da er während seiner Streifzüge Schafe riss, wurde er zum "Problembär" eingestuft und zum Abschuss freigegeben. Am 26. Juni 2006 wurde er schließlich in der Nähe der Rotwand im Spitzingseegebiet in Bayern erleg und im  Schloss Nymphenburg im Museum Mensch und Natur ausgestellt.

Foto: dpa/Manfred Sprenger

Wels Kuno

Einen Dackel soll der Killerwels Kuno aus Mönchengladbach angeblich gefressen haben. Medien wie RTL, Sat.1, ZDF und ProSieben tummelten sich im Volksgarten, um das Ungetüm zu finden. 2003 fischten Mitarbeiter des Grünflächenamts tatsächlich euinen 35 Kilo schweren Wels aus dem Wasser. Ob es sich um Kuno handelte und ob er wirklich einen Hund verspeist hatte, konnte nie nachgewiesen werden.

Foto: dpa/DB Detlef Ilgner




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