Mindestens 20.000 Euro "Sie haben mich ins Gesicht gefilmt": "Hutbürger" will hohe Entschädigung

Von dpa

Ein Graffiti mit der Aufschrift "Pegizei" ist an einer Hauswand in der Dresdner Neustadt zu sehen. Thematisiert ist der umstrittene Polizeieinsatz gegen ein ZDF-Team am Rande einer Pegida-Demonstration gegen den Besuch von Kanzlerin Merkel. Foto: dpa/Robert MichaelEin Graffiti mit der Aufschrift "Pegizei" ist an einer Hauswand in der Dresdner Neustadt zu sehen. Thematisiert ist der umstrittene Polizeieinsatz gegen ein ZDF-Team am Rande einer Pegida-Demonstration gegen den Besuch von Kanzlerin Merkel. Foto: dpa/Robert Michael

Dresden. Die Bilder des ehemaligen LKA-Mitarbeiters mit Anglerhütchen in Deutschlandfarben verbreiteten sich im August 2018 rasant. Weil er seinen Job wechseln musste, fordert sein Anwalt jetzt eine hohe Summe vom ZDF.

Der als Dresdner "Hutbürger" bekannt gewordene Ex-Mitarbeiter des sächsischen Landeskriminalamtes fordert eine Entschädigung vom ZDF. Dabei gehe es um eine Medienrechts- und Persönlichkeitsverletzung, bestätigte sein Anwalt – der sächsische AfD-Vize Maximilian Krah – am Freitag einen Beitrag des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Eine Klage ging am Freitag laut Krah an das Landgericht Dresden. Die Entschädigung solle demnach 20.000 Euro nicht unterschreiten. Immerhin habe der Mann seinen Job wechseln müssen, sagte Krah der Deutschen Presse-Agentur.

Festhalten der Journalisten löste bundesweite Kritik aus

Der Mann mit Anglerhütchen in Deutschlandfarben hatte im August 2018 am Rande einer Pegida-Demonstration beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lautstark gegen Fernsehaufnahmen des ZDF protestiert. Zudem hatte er den Journalisten vorgeworfen, damit eine Straftat zu begehen. In der Folge hatten Beamte ein ZDF-Team über 45 Minuten festgehalten. Das wurde als Eingriff in die Pressefreiheit gewertet und löste bundesweit Kritik aus.

"Man hätte den Mann nicht unverpixelt zeigen dürfen", so Krah. Der Mann sei keine Person der Zeitgeschichte, zudem habe er sich nur auf dem Weg zu einer Demo gefunden. Der ehemalige LKA-Mitarbeiter habe nur gelegentlich an Pegida-Demonstrationen teilgenommen und den Kameramann damals "irrtümlich für einen Antifa-Fotografen" gehalten, so Krah laut "Spiegel".


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