Kritik auch aus der Partei Fast nackt und als Einhorn verkleidet: Politikerin ärgert sich über Reaktionen

Von dpa und mao

Winfried Kretschmann (links; Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, steht neben einer bemalten Frau im Einhornmaske, die eigentlich unerkannt bleiben wollte. Das hat nicht geklappt. Foto: dpa/Fabian SommerWinfried Kretschmann (links; Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, steht neben einer bemalten Frau im Einhornmaske, die eigentlich unerkannt bleiben wollte. Das hat nicht geklappt. Foto: dpa/Fabian Sommer

Schwäbisch Gmünd. Beinahe nackt und als Einhorn verkleidet: In diesem Outfit hat eine Lokalpolitikerin auf einer Gartenschau in Baden-Württemberg für Aufsehen gesorgt. Nun ist sie sauer.

Bei der Eröffnung der Gartenschau für Schorndorf, Schwäbisch Gmünd und benachbarte Orte gab es erst mächtig Rummel – und danach mächtig Stunk. Eigentlich ging es nur darum, Maskottchen auf die Bühne zu schicken. Linken-Stadträtin Cynthia Schneider hatte an das Stadtwappen von Schwäbisch Gmünd erinnert – mit pastelliger Körperfarbe, Einhornkappe und von einem schmalen Slip verhüllt. Das kam nicht überall gut an.

Nacktheit sei "gar nicht so auf gefallen"

"Nichts gegen Einhörner, aber die Art und Weise wie es präsentiert wurde, war natürlich nicht ganz angemessen", sagte Thorsten Englert, Geschäftsführer der Remstal Gartenschau, am Mittwoch. Dabei habe ihn ausdrücklich nicht gestört, dass die Linkenpolitikerin unter der Farbe fast nackt war – das sei "gar nicht so aufgefallen", sagte Englert. Allerdings habe der Auftritt zu starkt von der Gartenschau und den anderen 15 teilnehmenden Gemeinden abgelenkt. (Weiterlesen: Staatsministerin in Latex – am Kleid von Dorothee Bär scheiden sich die Geister)

Verkleidete Politikerin ärgert sich über Aufmerksamkeit

Die Politikerin im Einhorn-Kostüm war am Ende selbst sauer, denn sie hatte bei der Aktion eigentlich anonym bleiben wollen. Der Oberbürgermeister habe ihr zugesichert, dass sie "inkognito auftreten" könne, sagte sie der "Bild". Im Netz erntete sie sowohl bissige Kommentare, aber auch Zuspruch für ihr Kostüm.  

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) reagierte am Mittwoch gelassen auf die Nachwehen des Einhorn-Auftritts. Den Auftritt könne jeder bewerten wie er wolle. Kretschmann weiter: "Der eine findet das humorvoll, der andere interessant, der nächste poppig, der übernächste blöd. Wir sind in einer freien Gesellschaft." 

Die Kinder auf der Bühne hätten das Einhorn – alias Schneider – jedenfalls begeistert umringt. "Kindergartenkinder imponiert doch nicht irgendein halb nackter Busen. Die Figur hat sie fasziniert, und die ist da einfach grandios dargestellt worden", sagte der Ministerpräsident.

Partei findet Auftritt ihrer Genossin nicht gut

Die Linken-Fraktion in Schwäbisch Gmünd hatte den Auftritt ihrer Genossin in einer Pressemitteilung "als unglücklich betrachtet und bedauert". Er sei mit Partei und Fraktion nicht abgesprochen gewesen. Der Gartenschau schadete die ganze Aufregung bisher nicht. Allein am Eröffnungswochenende waren laut Englert an die 100 000 Gäste im Remstal zu Besuch gewesen. 


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