Brutales Verbrechen auf Teneriffa Spanische Medien machen falschen Mann zum Mörder und veröffentlichen Foto

Von dpa und cst

Ein Traunsteiner ist plötzlich in das Visier spanischer Medien geraten, weil er denselben Namen trägt, wie der mutmaßliche Mörder von Teneriffa. Foto: dpa/Andres GutierrezEin Traunsteiner ist plötzlich in das Visier spanischer Medien geraten, weil er denselben Namen trägt, wie der mutmaßliche Mörder von Teneriffa. Foto: dpa/Andres Gutierrez

Teneriffa. Auf Teneriffa soll sich ein schauriges Verbrechen abgespielt haben. Ein Mann soll seine Frau und seinen Sohn totgeprügelt haben. Für einen völlig unbeteiligten Mann aus Traunstein hat das nun ein Nachspiel: Spanische Medien veröffentlichten ein Foto von ihm, weil er denselben Namen trägt, wie der mutmaßliche Mörder.

Der gewaltsame Tod von zwei Deutschen in einer Höhle auf Teneriffa hat den Urlaub einer Familie aus Traunstein getrübt. Weil der Mann genauso heiße wie der Tatverdächtige, hätten spanische Medien ein Foto von seinem Facebook-Profil verbreitet, sagte am Donnerstag eine Sprecherin vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Dort sei er unter anderem auf Spanisch beschimpft worden. Dabei stammten die umgebrachte Deutsche, ihr ebenfalls getöteter zehnjähriger Sohn und der festgenommene Ehemann aus Sachsen-Anhalt, sagte die Sprecherin weiter.

Plötzlich im Visier

Die Familie aus Traunstein sei gerade in Bayern im Osterurlaub und habe sich über die Kommentare auf ihrem Facebook-Profil gewundert. "Wir haben nun Kontakt aufgenommen und ihnen geraten, das Profil nicht mehr öffentlich zu machen", sagte die Sprecherin. Dann kann nicht jeder alle Fotos sehen und kommentieren. Die Familie überlege, ob sie rechtlich gegen die Verbreiter ihrer Fotos vorgehen wolle.

Nach Angaben der Polizei läuft das Profil der Traunsteiner sogar auf den Namen von Mann und Frau – die Namensgleichheit gebe es aber nur bei dem Mann. Hier verwies die Sprecherin darauf, dass in Deutschland Namen von Festgenommenen in der Regel nicht veröffentlicht werden. 

Kleiner Junge konnte fliehen

Bei dem Familiendrama auf der kanarischen Insel steht der 43 Jahre alte Ehemann unter Verdacht, am Dienstag seine 39 Jahre alte Frau und das Kind in der Höhle zu Tode geprügelt zu haben. Der kleine Bruder des toten Jungen hatte der Polizei von einem brutalen Angriff des Vaters erzählt. Noch am Donnerstag bestritt der Verdächtige, etwas mit dem Tod seiner Frau und seines Kindes zu tun zu haben. 


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