Ärger über Vorfall in New York Mutter stillt Baby in Auto – und bekommt Strafzettel

Um ihr hungriges Kind zu stillen, hat eine Mutter ordnungswidrig gehalten und dafür eine saftige Strafe bekommen. Symbolfoto: imago/MITOUm ihr hungriges Kind zu stillen, hat eine Mutter ordnungswidrig gehalten und dafür eine saftige Strafe bekommen. Symbolfoto: imago/MITO

New York. Weil ihr Baby im Auto untröstlich weint, stellt eine Frau in New York ihr Auto am Straßenrand ab, um ihr Kind zu stillen. Wenige Minuten später rückt ein Abschleppwagen an.

Eine Mutter aus Manhattan wehrt sich gegen einen Strafzettel – den hatte sie bekommen, während sie im Auto saß, um ihr Kind zu stillen. Wie der US-Lokalsender "CBS New York" berichtet, steckte die Mutter von vier Kindern, Guillermina Rodriguez, fast eine Stunde lang im New Yorker Stau. Auf dem Rücksitz schrie ihr drei Wochen altes Baby. Als Rodriguez endlich eine Parklücke fand, scherte sie ein. "Auch wenn es eine Ladezone war, dachte ich, ich blockiere ja niemanden, lasst mich da kurz mein Baby stillen." 

Die Frau sei dann auf die Rückbank geklettert, habe ihrer Tochter die Brust gegeben und an der anderen Milch abgepumpt. Wenige Minuten später sei dann ein Abschleppwagen vor ihr erschienen, der ihr Fahrzeug mitnehmen wollte. Rodriguez habe erst gehupt. Als das nicht half, sei sie mit entblößtem Busen aus dem Auto gesprungen. "Ich stille hier das Baby!", habe sie geschrien. Der Polizist habe zwar Verständnis ausgedrückt, aber ihr dennoch einen Strafzettel an die Windschutzscheibe geklemmt.

Vor dem Abschleppen nicht ins Auto geschaut

115 US-Dollar, umgerechnet etwa 100 Euro, soll die Mutter für das ordnungswidrige Halten in der Ladezone bezahlen. "CBS" fragte bei der Polizei nach einer Stellungnahme. Demnach habe der Polizist den Strafzettel erstellt, bevor er gesehen habe, dass jemand im Auto saß. Er habe strikt nach Vorschrift gehandelt, erklärt das NYPD. Verkehrspolizisten seien nicht befugt, gebuchte Strafzettel zurückzunehmen.

Ich denke, es wäre hilfreich, wenn die Polizisten auf dem Gebiet ein bisschen besser Bescheid wüssten, dann hätten sie sicherlich mehr Verständnis.Guillermina Rodriguez

Aber der Beamte hätte vorher kontrollieren können, ob jemand im Wagen sitzt, findet Rodriguez. Sie will den Strafzettel vor Gericht anfechten und hofft auf einen Richter mit Kindern. Ihrer Ansicht nach sollte es für derartige Still-Notfälle Ausnahmeregelungen geben. Rodriguez: "Ich denke, es wäre hilfreich, wenn die Polizisten auf dem Gebiet ein bisschen besser Bescheid wüssten, dann hätten sie sicherlich mehr Verständnis."

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