Erfindung von einer Studentin Test-Armband für K.-o.-Trop­fen nun bei Drogerie erhältlich

Von Lorena Dreusicke und Christian Ströhl

Die Teststreifen, die K.-o.-Tropfen in Getränken anzeigen können, kosten bei einer Drogerie weniger als drei Euro pro Stück. Symbolfoto: imago/Panthermedia/pressmasterDie Teststreifen, die K.-o.-Tropfen in Getränken anzeigen können, kosten bei einer Drogerie weniger als drei Euro pro Stück. Symbolfoto: imago/Panthermedia/pressmaster

Karlsruhe. Meldungen über Frauen, die mit K.-o.-Trop­fen ausgeknockt und anschließend missbraucht wurden, haben eine Studentin dazu gebracht, ein Armband zu entwickeln, das anzeigt, ob Drogen im Getränk sind.

Ein paar Tropfen ins Glas gekippt, das Opfer trinkt aus und verliert die Orientierung oder sogar das Bewusstsein – K.-o-Tropfen sind eine perfide Masche von Räubern und Gewalttätern. Die 25-jährige Wirtschaftsingenierstudentin Kim Eisenmann hat mit einem befreundeten Chemiker ein Armband erfunden, dass K.-o.-Tropfen in Getränken erkennen soll. 

Der Teststreifen kann als Armband getragen werden und ist seit dieser Woche im Onlineshop der Drogerie dm zu kaufen. "Wenn ich den Verdacht habe, dass mein Cocktail gepanscht wurde, gebe ich auf jedes Testfeld ein bisschen Flüssigkeit", erklärt Eisenmann die Funktionsweise. Wenn sich das Testfeld auf dem Armband innerhalb von zwei Minuten blau färbt, hat jemand Drogen in den Drink gemischt. 

Der "Xantus Drinkcheck" ist nicht das einzige Testsystem auf dem Markt – in seiner Form als Armband jedoch schon. So bietet zum Beispiel auch die Firma "ultmi med" Substanztests an, die K.-o.-Tropfen oder andere Drogen in Getränken aufspüren sollen.

Auslöser für ihre Erfindung war die Vergiftung ihrer Bekannten. Die Frau war bei einem Stadtfest mit K.-o-Tropfen betäubt und am nächsten Morgen mit Filmriss in einem Park gefunden worden, berichtete Eisenmann dem "Handelsblatt". 

Bei Verdacht auf K.-o.-Tropfen sofort Hilfe holen

Wer beim Feiern den K.o.-Tropfen im Drink bemerkt, sollte rasch reagieren und sich sofort an Freunde, Bekannte oder gegebenenfalls auch das Personal wenden, rät die Opferhilfeorganisation Weisser Ring. Die Party sollte man in einem solchen Fall gemeinsam mit einer Vertrauensperson verlassen und im Zweifel zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen.

Um eine solche Situation zu vermeiden, behält man sein Glas am besten immer im Blick und nimmt keine offenen Getränke von Fremden an, rät die Organisation.


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