Drogensüchtige Eltern Weil es nie Besuch bekam: Krankenschwester adoptiert Frühchen

Die kleine Gisele kam schon in der 29. Schwangerschaftswoche zur Welt. Symbolfoto: dpa/Guido KirchnerDie kleine Gisele kam schon in der 29. Schwangerschaftswoche zur Welt. Symbolfoto: dpa/Guido Kirchner

Brighton/Hamburg. Ihren Traum vom Muttersein hatte die Krankenschwester Liz Smith aus Amerika eigentlich schon aufgegeben. Doch dann kam alles ganz anders...

Von ihrem sehnlichsten Wunsch, einmal Mutter zu werden, verabschiedete sich Liz Smith kurz vor ihrem 40. Geburtstag. Eine langjährige Beziehung der Frau aus Amerika war in die Brüche gegangen und ein Arzt teilte ihr mit, dass eine künstliche Befruchtung aufgrund ihrer Laborwerte leider nicht mehr für sie in Frage käme. "Es war ein schlimmer Tag, als sich diese Tür schnell und plötzlich für immer schloss", erinnert sie sich. 

Neugeborenes mit Entzugserscheinungen

Doch genau an diesem Tag öffnete sich eine andere Tür für Liz Smith – die Krankenschwester lernte während ihrer Arbeit die kleine Gisele kennen. Das Frühchen wurde schon in der 29. Woche geboren und kam mit dem neonatalen Abstinenzsyndrom (NAS) auf die Welt. Die Mutter des Neugeborenen hatte während der Schwangerschaft Drogen genommen, sodass Gisele an Entzugserscheinungen litt. Familienmitglieder, die das Baby besuchten, gab es nicht. 

"Ich bin jeden Tag zu ihr gegangen"

So entstand zwischen Liz und Gisele eine innige Beziehung. "Ich bin jeden Tag zu ihr gegangen, um sie zu sehen", berichtet die Krankenschwester auf der Homepage des Krankenhauses Franciscan Children's. "Es war eine Art Belohnung für mich nach einem langen Arbeitstag."

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Schließlich entschloss sich Liz Smith, die kleine Gisele zu adoptieren, da die leiblichen Eltern ihrer Fürsorgepflicht nicht nachkamen. Als das Gericht am 18. Oktober 2018 den Namen Gisele Katherine Smith vorlas und sie eine Mutter nannte, wusste Liz Smith, dass ihr großer Wunsch doch noch in Erfüllung gegangen war.

Und sie erinnert sich an jenen Satz des Richters: "Wenn ein Richter in den Saal tritt, steht jeder aus Respekt auf. Aber heute stehe ich aus Respekt vor Ihnen auf, Liz, weil sie den Respekt des ganzen Saals verdient haben."



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