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Anschlag in Straßenbahn Terroralarm in Utrecht: Was wir wissen – und was nicht

Von dpa

Anschlag in Utrecht: Bei Schüssen in einer Straßenbahn wurden drei Menschen getötet und neun weitere verletzt. Foto: AFP/Robin UtrechtAnschlag in Utrecht: Bei Schüssen in einer Straßenbahn wurden drei Menschen getötet und neun weitere verletzt. Foto: AFP/Robin Utrecht

Utrecht. Nach und nach werden mehr Informationen zum Anschlag in einer Straßenbahn in Utrecht bekannt. Aber es bleiben viele Fragen – ganz besonders diese: Was war das Motiv des Täters?

In einer Straßenbahn in Utrecht fallen am Montagmorgen Schüsse, drei Menschen sterben, fünf werden verletzt. Die Lage ist unübersichtlich, nach und nach werden mehr Informationen bekannt. 

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Hier erfahren sie zusammengefasst: Was wissen wir – und was nicht?  

Was wir bereits über den Anschlag in Utrecht wissen

  • Um 10.45 Uhr fallen Schüsse in einer Straßenbahn im Westen Utrechts. Die Polizei spricht von drei Getöteten und fünf Verletzten, zunächst war von neun Verletzten die Rede.
  • Der Täter ist auf der Flucht. Die Polizei veröffentlichte auf Twitter Beschreibung und Foto eines Mannes, nach dem gefahndet wird. Gesucht wird ein 37 Jahre alter gebürtiger Türke namens Gökmen Tanis. Wer ihn sehe, solle sich ihm nicht nähern sondern die Polizei anrufen.
  • Tanis ist laut einem Medienbericht polizeibekannt. Er hat ein langes Vorstrafenregister, im Dezember 2013 wurde er wegen versuchten Mords verurteilt, vor zwei Wochen begann eine Verhandlung wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs. Darüber hinaus wurde er wegen Ladendiebstahl, Sachbeschädigung und Beleidigung vor Gericht gestellt. Einen Medienbericht, wonach der 37-Jährige in Tschetschenien gekämpft habe, konnte eine Sprecherin der Polizei Utrecht der Deutschen Presse-Agentur allerdings nicht bestätigen.
  • Zuerst war auch nach einem roten Auto gesucht worden, dieses wurde wenig später gefunden. Nach Angaben der Polizei war das Auto vor dem Anschlag gestohlen worden.
  • Am Nachmittag gab es für die Bürger der Stadt, die zuvor aufgerufen waren, zuhause zu bleiben, eine erste Entwarnung. Sie könnten wieder auf die Straße gehen, teilte die Polizei mit. Zuvor hatte die zuständige Behörde in der Provinz Utrecht die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Die Universität, Kitas und Schulen schlossen ihre Türen. Eltern sollten ihre Kinder vorerst nicht mehr abholen.
  • Das Amt des niederländischen Antiterror-Koordinators stellte klar, dass es nur Schüsse in der Straßenbahn gab. Für Schüsse an weiteren Orten gebe es keine Bestätigung.
  • Die Bundespolizei kontrollierte am Montag an Straßen und in Zügen an der deutschen Grenze. "Wir haben unsere Fahndungsmaßnahmen hochgefahren, nachdem wir informiert wurden", sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Kleve.
  • Im niederländischen Regierungszentrum, dem Binnenhof in Den Haag mit dem Parlament und dem Amtssitz des Ministerpräsidenten, wurde die Polizeipräsenz verstärkt.

Was wir noch nicht über den Anschlag in Utrecht wissen

  • Die wichtigste Frage war: Wo ist der Täter? Die Polizei fahndete nach einem Verdächtigen. Am Abend wird bekannt, der 37-jährige Verdächtige ist gefasst.
  • Gerätselt wird über das Motiv der Tat: Die niederländische Polizei schloss neben einem terroristischen Motiv auch eine Beziehungstat nicht aus. Utrechts Bürgermeister Jan van Zanen hatte zunächst von einem "terroristischen Motiv" gesprochen. Auch von Zeugen gab es unterschiedliche Hinweise zu der Tat.
  • Unklar blieb auch, ob es womöglich doch mehrere Täter geben könnte.
  • Über die Opfer des Anschlags war zunächst nichts bekannt. Die Polizei gab dazu keine Informationen heraus. So blieben die Identitäten der Getöteten zunächst unbekannt. Zu den Verletzten sagte der Bürgermeister von Utrecht am Abend, drei von ihnen schwebten noch immer in Lebensgefahr.
  • Über den genauen Tathergang wurde zunächst wenig bekannt. Es war unklar, wie viele Menschen zum Zeitpunkt des Anschlags in der Bahn waren.


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