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Bundespräsident erneut Opfer einer Panne Panne am Flugzeug: Steinmeier sitzt in Afrika fest

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Die Regierungsflieger der Bundeswehr haben in den letzten Monaten durch zahlreiche Defekte Schlagzeilen gemacht. Jetzt steckte Präsident Walter Steinmeier in Äthiopien fest. Foto: Britta Pedersen/dpaDie Regierungsflieger der Bundeswehr haben in den letzten Monaten durch zahlreiche Defekte Schlagzeilen gemacht. Jetzt steckte Präsident Walter Steinmeier in Äthiopien fest. Foto: Britta Pedersen/dpa

Addis Abeba. Schon wieder eine Panne an einem deutschen Regierungsflugzeug: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier saß am Mittwoch zwangsweise unter Bananenbäumen auf einer Hotelterrasse in Addis Abeba fest. Wegen eines technischen Schadens an der „Theodor Heuss“ – dem Airbus A 340 der Bundesregierung – konnte er seine Äthiopien-Reise nicht wie geplant am frühen Nachmittag beenden.

Druckluftprobleme an dem im Jahr 2000 gebauten Flugzeug waren der Grund. Die Crew versuchte über Stunden, mit eigenen Kräften das Problem zu beheben. Letztlich mit Erfolg: Gegen kurz vor 16 Uhr deutscher Zeit hob die Maschine vom Flughafen der äthiopischen Hauptstadt ab und startete in Richtung Berlin.

Deutschlands Staatsoberhaupt nahm es gelassen, Steinmeier hatte ein strammes Programm hinter sich. Außerdem zeigte das Thermometer im sonnigen Addis Abeba 26 Grad: Das machte es leichter, ein bisschen jedenfalls. Der Bundespräsident saß zusammen mit seinem Vertrauten Stephan Steinlein, seiner Büroleiterin und anderen Mitarbeitern aus dem engsten Umfeld, sie steckten die Köpfe zusammen. Sicher, um eine Bilanz des dreitägigen Afrika-Besuchs zu ziehen. Viel reden mit dem Rest seiner insgesamt 54-köpfigen Reisegruppe, zu der unter anderem Wirtschaftsvertreter und Journalisten gehörten, wollte der Präsident verständlicherweise nicht. Der mitgereiste Gemüsefarmer Lutz Hartmann bot ersatzweise per Twitter an: „Mein Flugzeug steht bereit.“

Er nahm es gelassen: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wartete auf der Hotelterrasse auf den Abflug. Wegen eines technischen Problems mit der Regierungsmaschine verzögert sich der Abflug. Foto: Britta Pedersen/dpa


Schon mehrfach technische Probleme

Für Steinmeier muss es ein Déjà vu gewesen sein: Schon als Außenminister hatte er am 25. März 2014 wegen eines technischen Schadens seines Regierungsflugzeugs in Äthiopien stundenlang nicht abheben können. Im Cockpit der „Konrad Adenauer“ hatte sich damals aus zunächst ungeklärter Ursache Rauch entwickelt – glücklicherweise noch während die Maschine auf dem Flughafen von Addis Abeba am Boden stand. Dieses Mal war Steinmeier gerade dabei, zum Flughafen zu fahren – da kam die neuerliche Hiobsbotschaft.


Merkel musste umkehren

Mit den Regierungsflugzeugen, die dem Verteidigungsministerium unterstellt sind, gibt es immer wieder technische Probleme. So wurde Kanzlerin Angela Merkel erst Ende November 2018 nach einem schwerwiegenden technischen Defekt an ihrer Regierungsmaschine auf dem Weg zum G-20-Gipfel wohl nur dank des Könnens des Flugkapitäns vor Schlimmerem bewahrt. „Es war eine ernsthafte Störung“, sagte Merkel nach einer nächtlichen Landung in Köln/Bonn.

Als bald nach dem Start von Berlin Richtung Buenos Aires das Funksystem ausfiel, musste die Maschine über den Niederlanden umdrehen. Da auch das System zum Ablassen von Kerosin betroffen war, landete der Airbus A 340 mit noch fast der gesamten Kerosinladung für den rund 12 000 Kilometer langen Flug an Bord. Die Maschine war damit so schwer, dass die Bremsen überhitzten.


Müller spricht von negativer Symbolwirkung

Der „Spiegel“ schrieb, nur mit dem Satellitentelefon an Bord sei es der Crew gelungen, Kontakt zur Flugleitstelle aufzunehmen und die Landung auf dem Flughafen Köln/Bonn zu planen. Die Situation soll nach „Spiegel“-Informationen so brenzlig gewesen sein, dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) schon nach dem Komplettausfall der Funkanlage informiert wurde.

Der tagelange Ausfall seines Regierungsfliegers Anfang Januar 2019 beschädigte dann laut Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) das Image von „Made in Germany“ in Afrika erheblich. Es gebe großes Unverständnis, dass ein Ventildefekt eine Maschine Tage hinweg festhalte, sagte ein zorniger Müller in Sambia, wo er auf die Reparatur der Maschine wartete: „Das passiert in einem afrikanischen Land einem Regierungsmitglied nicht.“ Die Pannen hätten eine „enorm negative Symbolwirkung für das Hightech-Land Deutschland“. Der Minister hatte wegen der Panne einen geplanten Besuch in Namibia in letzter Minute absagen und seinen Aufenthalt in Afrika mehrfach verlängern müssen. Von Malawi nach Sambia war er mit einer einheimischen Linienmaschine geflogen. (mit dpa)


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