Extreme Kälte in den USA Trump verspottet den Klimawandel – und beweist damit sein Unwissen

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Immer wieder fällt US-Präsident Donald Trump durch seine klimafeindlichen Äußerungen auf. Foto: dpa/John Minchillo/Tyler LariviereImmer wieder fällt US-Präsident Donald Trump durch seine klimafeindlichen Äußerungen auf. Foto: dpa/John Minchillo/Tyler Lariviere

Washington. Die extreme Kälte mit Rekordtemperaturen in den USA veranlassen Präsident Donald Trump mal wieder dazu, sich auf Twitter die Erderwärmung herbeizuwünschen. Seit Jahren macht er sich mit wirren Aussagen und kruden Theorien über den Klimawandel lustig.

In weiten Teilen der USA herrschen derzeit eisige Temperaturen. Zwar sind die Amerikaner extreme Wetterlagen mit zweistelligen Minusgraden gewöhnt, doch Rekordtemperaturen von minus 38 Grad – rund um Chicago – und fast zwei Meter Schnee in Pennsylvania gehören nicht unbedingt zum Normalfall.

Weiterlesen: Extreme Kältewelle in den USA

"Globale Erderwärmung, bitte komm zurück!"

US-Präsident Donald Trump nutzt die klirrende Kälte seinerseits mal wieder, um sich auf seinem Twitter-Kanal über den Klimawandel lustig zu machen. Angesichts von minus 60 Grad Fahrenheit (minus 51 Grad)  im Mittleren Westen fragt er sich "Was zur Hölle ist los mit der globalen Erwärmung?" Und weiter: "Bitte komm zurück, wir brauchen dich!"

Seinen klimafeindlichen Humor brachte er bereits eine Woche zuvor in einem Tweet unter. Darin rief er das amerikanische Volk angesichts der Temperaturen zur Vorsicht auf, forderte sie auf, in ihren Häusern zu bleiben und ließ es sich nicht nehmen, ein "Wäre nicht schlecht, jetzt ein bisschen was von dieser guten alten Erderwärmung zu haben."

Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen

Daraus, dass er nicht an den Klimawandel glaubt, macht der US-Präsident kein Geheimnis – im Gegenteil: Trump stellt sich immer wieder als Klimafeind in der Öffentlichkeit dar. Der Höhepunkt: Die offizielle Verkündung am 1. Juni 2017, dass die USA aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen werden. Der Versuch, Amerika beim G20-Gipfel in Hamburg umzustimmen, war damit gescheitert. Wirksam wird der Austritt, der bei Regierungen und Umweltschützern weltweit Fassungslosigkeit auslöste, voraussichtlich am 4. November 2020 – einen Tag nach der nächsten Präsidentenwahl. 

Foto: dpa/Andreas Arnold

Den Austritt aus dem Klimaabkommen begründet Trump mit einer Studie der Wirtschaftsberatung Nera Economic Consulting. Diese zeige, dass die Umsetzung des Pariser Abkommens für die USA zahlreiche finanzielle und wirtschaftliche Nachteile bedeuten würde. Als Beispiele nannte Trump etwa einen hohen Jobverlust, der mit der Reduktion der Treibhausgasemissionen einhergehe. 

Seit Jahren streitet Trump ab, dass die Erderwärmung vor allem durch die Menschen verursacht wird und bezeichnet sie immer wieder als "hoax", also Schwindel. Im Wahlkampf 2012 hatte er sogar die krude Theorie aufgestellt, sie sei eine Erfindung der Chinesen. 

Auch gegen seinen Vorgänger Barack Obama wetterte Trump und echauffierte sich über dessen Aussage, den Klimawandel als die wichtigste Sache der Politik zu behandeln. 

Kritik an Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron übte Trump, indem er die Aufstände der "Gelbwesten" als Protest gegen den Klimaschutz wertete. "Das Pariser Abkommen läuft nicht so gut für Paris. Proteste und Aufstände in ganz Frankreich. Die Menschen wollten keine große Summen zahlen, um vielleicht die Umwelt zu schützen." Die Demonstranten würden außerdem "Wir wollen Trump!" rufen – Belege gibt es dafür keine. 

Unterschied zwischen Wetter und Klima

Dass Trump extreme Wetterlagen immer wieder als Beweis für eine nicht existierende Erderwärmung herbeizieht, zeigt, dass er den Unterschied zwischen Wetter und Klima, wie ihn etwa die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) erklärt, nicht verstanden hat. 

  • Wetter beschreibt einfach den physikalischen Zustand (Temperatur, Wind, Luftfeuchtigkeit, Niederschlagsmenge) der Atmosphäre an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt
  • Klima hingegen ist eine Statistik über das Wetter an einem Ort über einen längeren Zeitraum – in der Regel 30 Jahre. Extremwerte sind demnach Teil der Statistik. 

Somit macht es keinen Sinn, den Klimawandel aufgrund von Rekordtemperaturen in Frage zu stellen. Im Gegenteil: Mittlerweile lässt sich sogar nachweisen, dass Temperaturextreme oft mit den zusätzlich in die Atmosphäre gepumpten Treibhausgasen zusammenhängen. So zeigt sich, dass unser Planet in den vergangenen Jahrzehnten immer schneller wärmer wurde. 

Auf Twitter existiert mittlerweile eine Auflistung mit Trumps stumpfen klimafeindlichen Äußerungen, die eindeutig an Einfallsreichtum missen lassen.



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