IBES 2019: Tommi als Dritter raus Tag 10 im Dschungelcamp: Sibylles Abschied ist ein Verlust

Kopf hoch! Sibylle Rauch verlässt das Camp unnötig zerknirscht. Foto: TV NOWKopf hoch! Sibylle Rauch verlässt das Camp unnötig zerknirscht. Foto: TV NOW

Berlin. An Tag 10 wird Tommi aus dem Dschungelcamp gewählt. Sibylle gibt das erste Interview danach – und weint. Warum?

„Also, bei meinem Agenten wird’s auf jeden Fall ein Donnerwetter geben“, sagt Sibylle Rauch auf dem Weg aus dem Dschungelcamp. „Die Erwartungshaltung, wenn man Star einer Erfolgsserie ist, ist halt hoch. Aber ich kann es nicht ändern, ich bin keine dreißig Jahre mehr alt.“ Tatsächlich ist ihr Manager dann der Begleiter, der Sibylle nach dem Auszug empfängt. Donnern tut er nicht. Stattdessen entlastet er seine Künstlerin mit der Nachricht: Zumindest für die kommenden Wochen ist ihr Terminkalender voll. 

PR-Strategien im Dschungelcamp

Ein Manager bilanziert öffentlich die Ausbeute des RTL-Auftritts: Das ist ein neuer Höhepunkt einer Staffel, die immer wieder PR-Strategien aufdeckt: Mal bemisst Domenico den Wert seines Familienlebens in Instagram-Likes, mal beschuldigt Chris seinen Kontrahenten Bastian, das Paparazzo-Foto seiner Verhaftung arrangiert zu haben. Meist gehen diesen Gesten auf Kosten der falschen Emotionalität – weil sie auch den PR-Wert anderer Szenen bewusst machen: den von Felix‘ jubelnder Vaterschaft beispielsweise. Oder den von Evelyns ziemlich schlauer Selbstvermarktung als Dummchen.

Sibylle Zweifel: ein wahrer Moment im Ironie-Zirkus

Bei Sibylle ist es anders. Ihr Zweifel am Nutzen des Publicity-Abenteuers gehört zu den berührenden Momenten der Staffel. Im Interview lässt die 58-Jährige kein gutes Haar an sich: „Dass ich viele Menschen, die an mich geglaubt haben, enttäuscht habe – das wollte ich nicht. Aber es war das Maximum, was ich geben konnte. Tut mir leid. Es war das Bestmögliche, und das Bestmögliche ist nicht immer gut genug“, sagt sie und wischt ein paar Tränen weg. „Das ist schwieriger, als man denkt, da drin. Ehrlich. Zum Beispiel: Immer zurückhalten, wenn Leute sagen: Du gehst da rein und eine zweite, neue Chance wird dadurch kommen. Ich wusste es besser, dass es diese zweite Chance einfach nicht gibt, wenn man da landet, wo ich war. Und irgendwie hat’s sicher auch seinen Grund.“ Wo ich war: Das  meint Pornos, Strich und Straße,

So nüchtern bekennen nur wenige eine Niederlage. Es ist, als wäre Sibylle Rauch nur aus der Versenkung aufgetaucht, um sich noch einmal persönlich vom Entertainment zu verabschieden. Wem hier das Herz nicht klopft, der hat keins. In der Show, die Wahrheit nur ironisch gebrochen kennt, spricht Sibylle Rauch sie schlicht und direkt aus: Scheitern gehört dazu. Gerade in dieser Staffel war Sibylle wichtig – als Kontrapunkt zum Motivationsangeber Bastian Yotta, der täglich die Machbarkeit des Erfolgs verspricht und niemanden weiterbringt außer sich selbst.

„Ich sehe aus wie ein Geist“

Nach dem Auszug lädt RTL Sibylle Rauch, eine schöne Geste, in den Beauty-Salon ein. Du siehst toll aus, schmeichelt der Friseur. Sie winkt ab und sagt: „Ich sehe aus wie ein Geist.“ Gerade noch war das wirklich noch so: Im Video zu ihrem eigenen Song spukte sie gedankenverloren durch die Szenerie. Auch zwischen den Selbstdarstellern im Dschungel schien Sibylle Rauch wie nicht von dieser Welt. Jetzt wirkte sie damit allerdings nicht gespenstisch – sondern nur wie ein Mensch, der zu viel hinter sich hat, um im Märchenzirkus noch mal eine Rolle zu spielen. Vielen Dank, Frau Rauch, für diese Offenheit.

Was war sonst noch wichtig an Tag 10?

Sonja Zietlow hält ein Wombat-Jungtier in die Kamera. Die Kandidaten gehen zu zehnt in die Prüfung und holen neun Sterne. Yotta kündigt den Auszug an, falls er wieder keinen Stern holt – holt aber einen. Die Kandidaten kriegen Briefe von ihren Lieben. Tommi beschreibt seinen Posten im Camp als Zuschauer einer Live-Sendung und guckt ab sofort wieder zeitversetzt – weil er als Dritter das Camp verlässt. Die Spannung gilt jetzt seinen Social-Media-Auftritten, auf denen er erklären will, wie’s wirklich war. In der „Bild“ muss man dagegen nicht nach seinen Zitaten suchen. Die hält er nämlich für „Scheißdreck“.

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