Geständnis vor Gericht Weil er zu laut gehustet hat: 77-Jähriger in Berlin getötet

Von dpa

Ein Mann hat vor dem Berliner Landgericht gestanden, seinen Zimmernachbarn wegen dessen lauten Husten umgebracht zu haben. Foto: imago/EibnerEin Mann hat vor dem Berliner Landgericht gestanden, seinen Zimmernachbarn wegen dessen lauten Husten umgebracht zu haben. Foto: imago/Eibner

Berlin. Weil ihn sein nächtliches Husten störte, hat ein 79-Jähriger in einem Pflegeheim in Berlin-Neukölln seinen Zimmernachbarn getötet.

"Ich habe es nicht mehr ausgehalten", sagte der 79-jährige Senior am Montag vor Gericht. Der Mann gestand den Mord an seinem Zimmernachbarn, weil dieser zu laut hustete. Er sei zum Bett des 77 Jahre alten Zimmernachbarn gegangen und habe dem Mann "eine Schlinge um den Hals gelegt und zugedrückt". 

Anklage: Totschlag

Das Opfer wurde laut Anklage mit dem Gürtel eines Bademantels stranguliert. Der 79-Jährige wurde am Morgen nach der Tat im Juli 2018 festgenommen. Ihm wird Totschlag zur Last gelegt. Der deutsche Angeklagte, der auf einen Rollator angewiesen ist, wohnte nach seinen Angaben 16 Monate mit dem 77-Jährigen in einem Zimmer.

Eigentlich hätten sie sich gut verstanden, schilderte der Senior. "Aber die letzten zwei Wochen hustete er ständig." Der Zimmernachbar habe ihn jede Nacht um den Schlaf gebracht. "Ich hatte keine Nerven mehr, bin durchgedreht", so der frühere Handwerker, der sich erstmals in seinem Leben in einem Strafprozess verantworten muss. 

"Ständig laut gehustet"

Der 79-Jährige sagte, damals seien häufig Leasingkräfte bei der Pflege der Bewohner im Einsatz gewesen. Sein Zimmernachbar sei "nicht richtig behandelt worden". So habe der 77-Jährige zuletzt nicht mehr sprechen und nicht allein essen können. "Als er ständig laut hustete, wollte ich in ein anderes Zimmer, aber meine Beschwerden brachten nichts." Der Prozess wird fortgesetzt.


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