Wegen des "Shutdowns" Kanadische Fluglotsen versorgen US-Kollegen mit Pizza

Von dpa

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Kanadische Fluglotsen spendieren ihren amerikanischen Kollegen Pizzen. Foto: Imago/Jérôme GorinKanadische Fluglotsen spendieren ihren amerikanischen Kollegen Pizzen. Foto: Imago/Jérôme Gorin

Washington. Eine gute Nachricht in Zeiten des längsten "Shutdowns" in der amerikanischen Geschichte: Fluglotsen aus Kanada haben ihren US-Kollegen Pizza spendiert.

Wegen des Regierungsstillstands in Washington haben sie seit Wochen kein Gehalt mehr gesehen, doch nun erhalten etliche US-Fluglotsen wenigstens etwas Unterstützung von nördlich der Grenze. Kanadische Fluglotsen hätten für ihre Kollegen in den USA in den vergangenen Tagen hunderte Pizzen gekauft, berichtete der kanadische öffentlich-rechtliche Sender CBC. Die US-Controller dankten den Kanadiern, mit denen sie täglich bei der Überwachung des nordamerikanischen Luftraums zusammenarbeiten, für diesen "wahren Beweis der Solidarität".

Weiterlesen: Shutdown in den USA ist nun längster der Geschichte

Die Haushaltssperre in den USA hatte am 22. Dezember begonnen. Hintergrund des "Shutdowns" ist der Streit zwischen Präsident Donald Trump und den oppositionellen Demokraten über das vom Präsidenten geforderte Geld zum Bau einer Mauer an der Südgrenze der Vereinigten Staaten. Auf welchem Weg die Pizzen zu den hungrigen Fluglotsen gelangten, erwähnte der Bericht nicht.

Trump soll Verhandlungen wieder aufnehmen

Derweil hat der US-Republikaner Lindsey Graham Präsident Donald Trump aufgefordert, die Regierungsgeschäfte für einige Wochen wieder zum Laufen zu bringen und neue Verhandlungen aufzunehmen. Sollte in einem Zeitraum von drei Wochen keine Einigung mit den Demokraten über das Geld für die Mauer gelingen, könne Trump zu einer Notstandserklärung greifen, sagte Graham am Sonntag in einem Interview des Senders Fox News. Der Senator gilt als Vertrauter des Präsidenten.

Unklar blieb aber, ob der Vorschlag Chancen hat. Rund 800.000 Mitarbeiter von Regierung und Bundesbehörden müssen ohne Bezahlung arbeiten oder im Zwangsurlaub ausharren. Der "Shutdown" ist mittlerweile der längste in der Geschichte der USA.

Auf dem Weg in den Notstand

Die Demokraten, die seit Anfang des Jahres die Mehrheit im Repräsentantenhaus haben, wollen dem Geld für die Mauer nicht zustimmen, weil sie es für das falsche Mittel zur Grenzsicherheit halten. Der Mauerbau gehört zu Trumps wichtigsten Wahlversprechen.

Trump hat damit gedroht, einen "Nationalen Notstand" zu verhängen, sollten die Demokraten bei ihrer Linie bleiben. Eine solche Notstanderklärung gäbe ihm weitreichende Befugnisse, und er könnte versuchen, die Mauer ohne Zustimmung durch den Kongress bauen zu lassen. Einen landesweiten Ausnahmezustand, bei dem Gesetze oder gar Grundrechte außer Kraft gesetzt werden, würde das aber nicht bedeuten. Zuletzt rückte er aber wieder etwas davon ab. Am Montag kommen Senat und Repräsentantenhaus zu regulären Sitzungen zusammen. Neue Verhandlungen zwischen Trump und den Demokraten sind aber bislang nicht geplant. 


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