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13.01.2019, 16:22 Uhr KOMMENTAR

Großrazzia gegen Clan-Kriminalität: Mehr Konsequenz

Von Nina Kallmeier


Mit rund 1300 Beamten hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen eine Großrazzia gegen kriminelle Clans durchgeführt. Foto: Patrick Seeger/dpaMit rund 1300 Beamten hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen eine Großrazzia gegen kriminelle Clans durchgeführt. Foto: Patrick Seeger/dpa

Osnabrück. Eine größere Razzia hat es in Nordrhein-Westfalen nie gegeben. 1300 Polizisten rückten am Samstagabend zeitgleich aus, um die Clankriminalität zu bekämpfen. Ein Kommentar.

Es war eine Demonstration von Stärke: In einer groß angelegten Razzia im Ruhrgebiet sind 1300 Einsatzkräfte der Polizei gegen Clankriminalität – auch in Verbindung mit Shisha-Bars – vorgegangen. Als Polizei und letztlich als Staat eine solche Präsenz zu zeigen war längst überfällig. Zu lange wurden Probleme ignoriert, und es wurde zugeschaut, wie die Strukturen krimineller Großfamilien und Organisationen wachsen. Sie im Keim zu ersticken haben Sicherheitsbehörden schlicht versäumt. Nun plagen sie die Konsequenzen.

Den klaren Worten des nordrhein-westfälischen Innenministers, es gelte nicht das Gesetz der Familie, sondern des Staates, müssen weitere Taten und vor allem Erfolge folgen. Entsprechend darf die Razzia keine einmalige Angelegenheit bleiben, wenn es gelingen soll, der Probleme Herr zu werden.

Dass zuletzt immer häufiger auch mit großen Aktionen gegen Clans und Mafia-Organisationen vorgegangen wurde, ist ein gutes Zeichen und ein Anfang. Behörden müssen aber auch im Alltagsgeschäft reagieren, um Erfolge zu erziehen. Den Familienorganisationen muss der Geldhahn zugedreht werden, denn Geld bedeutet Macht und Prestige. Dazu gehört, dass dicke Fuhrparks und Immobilien, die wie zuletzt in Berlin mit illegalen Geldern finanziert worden sein sollen, zunehmend beschlagnahmt werden.


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