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Erneut höchste Lawinengefahr in Österreich Kein Ende in Sicht: Immer mehr Schnee in bayerischen Katastrophengebieten

Von dpa

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Auch mit der Hilfe von Traktoren kommen die Helfer derzeit nicht gegen die Schneemassen an. Foto: dpa/Armin WeigelAuch mit der Hilfe von Traktoren kommen die Helfer derzeit nicht gegen die Schneemassen an. Foto: dpa/Armin Weigel

München . Nach einer kurzen Atempause für Helfer und Anwohner in Bayern schneit es seit der Nacht zum Sonntag am Alpenrand weiter. In Österreich gilt am Montag wieder die höchste Lawinenwarnstufe.

Das Schneechaos in den bayerischen Alpen ist noch nicht vorbei – im Gegenteil. Auch in der Nacht zum Sonntag fielen Schnee und Regen. "Wir verzeichnen am Morgen 25 Zentimeter Neuschnee in Teisendorf, 30 Zentimeter in Ruhpolding und 21 Zentimeter in Garmisch", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

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Ampeln stehen an einer Kreuzung im bayerischen Kempten in Schneehaufen. Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Zusätzliche Schneemassen

Menschen in den oberbayerischen Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach, Berchtesgadener Land und Traunstein, wo der Katastrophenfall gilt, müssen demnach mit zusätzlichen Schneemassen zurechtkommen. Die Experten rechneten zudem mit starken Böen, die tagsüber Verwehungen und Schneebruch auslösen könnten.

Bei Plusgraden begann es am Sonntagmorgen teilweise auch zu tauen. Dadurch könnte der Schnee nass und schwer werden – eine zusätzliche Belastung für die Dächer von Wohnhäusern und Gebäuden in den betroffenen Regionen. Ab Montag soll es wieder kälter werden – dann könnte örtlich über ein Meter Neuschnee fallen.

Angeseilte Feuerwehrleute räumen mit Schneeschiebern das Daches einer Grundschule in Bayern von den Schneemassen, bevor in der nächsten Nacht erneut massive Neuschneefälle in der Region erwartet werden. Foto: dpa/Tim Oelbermann

500 weitere Bereitschaftspolizisten

Die Behörden sind gewappnet, Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Samstag angekündigt, 500 weitere Bereitschaftspolizisten in die betroffenen Gebiete zu schicken. Sie sollen vor allem helfen, die Dächer einsturzgefährdeter Gebäude freizuschaufeln. 

In Kempten im Allgäu sperrte die Stadt am Samstagabend wegen der Schneelast vorsorglich elf Sporthallen. Diese sollen bis einschließlich Dienstag geschlossen bleiben, weil durch die angekündigten Niederschläge mit noch höherem Gewicht auf den Dächern zu rechnen sei, teilte ein Sprecher der Stadt am Samstag mit. 

Erneut höchste Lawinenwarnstufe in Österreich

In Teilen Österreichs wird wegen der neuen Schneefälle wieder die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Für Montag gelte für den Westen Tirols kurzzeitig Warnstufe 5, teilten die Behörden am Sonntag in Innsbruck mit. Zum Wochenstart wird in vielen Hochlagen erneut mit mindestens einem Meter Neuschnee gerechnet. Größere Schneemengen seien nicht nur in den Nordalpen, sondern auch am wichtigen österreichisch-italienischen Grenzpass Brenner zu erwarten, so die Meteorologen. Besserung sei aber in Sicht. "Nach schnell eintretenden kritischen Lawinenphasen tritt meist ebenso schnell eine Kehrtwende ein und die Lage wird sich gegen Wochenmitte weitgehend entspannt haben", meinte ein Sprecher des Lawinenwarndienstes in Tirol. 


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