Viraler Tweet Eingeschneite Frau erklärt, warum das Schneechaos dieses Mal wirklich eines ist

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Zugeschneite Häuser in Berchtesgarden. Foto: dpa/Lino MirgelerZugeschneite Häuser in Berchtesgarden. Foto: dpa/Lino Mirgeler

München. Eine eingeschneite Bayerin schildert ihre chaotische Lage in einem viralen Tweet. Sie widerspricht vehement jenen, die meinen, es gäbe kein Schneechaos.

Man solle nicht jammern: das aktuelle Schneechaos in Bayern sei vor allem eine Panikmacherei durch die Medien. So lautet aktuell die dominierende Meinung in den sozialen Netzwerken. Dem gegenüber stehen die Schneemassen, die nicht aufhören wollen, vom Himmel zu fallen und mittlerweile in fünf bayerischen Landkreisen den Katastrophenalarm ausgelöst haben. 

Seit Samstag haben es die Chaos-Leugner allerdings etwas schwerer. Dafür sorgt ein viraler Tweet einer Bayerin. Sie schildert darin, warum das Schneechaos dieses Mal wirklich eines sei – und erhält viel Zustimmung.

Als einen "erheblichen logistischen Notfall" bezeichnet die Twitter-Userin, die sich "Göttergattengattin" nennt, das Eingeschneit-Sein. Etliche Orte beziehungsweise Einzelhöfe – wie auch ihrer – seien von der Außenwelt abgeschnitten, weil die Zufahrtsstraßen von Lawinen verschüttet oder aus Sicherheitsgründen gesperrt wurden.

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Sie selbst habe einen "Versorgungsgang" zu ihrem Wohnhaus mit ihrer Schneefräse freigeräumt. Dieser Gang sei gerade mal zehn Meter lang, dennoch habe sie die Arbeit zwei Stunden lang Zeit gekostet. Zunächst müssten die Schneeberge zerteilt und mit einer Schneeschaufel klein gestochen werden. Erst dann könne die Schneefräse zum Einsatz kommen.

Vier Tage, um Dach von Schnee zu befreien

Noch schwieriger sei es aber, das Dach vom Schnee zu befreien. Ihr Haus besitze eine Dachfläche von etwa 250 bis 300 Quadratmetern. Laut ihren Berechnungen würde die Räumung des Daches etwa vier Tage dauern. Nun treibe sie die Sorge um, das Hausdach könne einstürzen. Promi-Meteorologe Jörg Kachelmann, der sich rege an der Schneechaos-Diskussion beteiligt, hält diese Sorgen allerdings für größtenteils unbegründet: "Diese Neuschneemengen sind absolut kein Problem, wenn alle Menschen vernünftig sind und für alle Gebäude sämtliche Bauvorschriften eingehalten wurden. Wenn das der Fall ist, haben Sie eine 99,9-prozentige Sicherheit in allen Skigebieten und Touristen-Orten", schreibt er in einem Beitrag für "T-Online".

Feuerwehrleute räumen ein mit Schnee überladenes Dach. Foto: dpa/Lino Mirgeler

Wie viel Gewicht an Schnee ein Hausdach tatsächlich aushält, können Hausbesitzer im Standsicherheitsnachweis nachlesen oder beim zuständigen Bauamt erfragen. Zudem ist Deutschland in Schneelastzonen eingeteilt. Auch daran kann man sich orientieren. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gibt die Werte online an. 

Grundsätzlich gilt: Je höher der Standort eines Gebäudes liegt, umso mehr schneit es normalerweise im Winter in der Region. Und umso höher sind die vorgeschriebenen Grenzwerte für die Schneelast. Zwei Beispiele: In schneereichen Regionen wie dem Bayerischen Wald beträgt der Grenzwert etwa 600 Kilogramm pro Quadratmeter, im norddeutschen Flachland liegt er in der Regel zwischen 75 und 120, erklärt Norbert Gebbeken, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau.

Twitter-Userin "Göttergattengattin" beschreibt noch ein weiteres Problem. So sei es bedenklich, dass es innerhalb kurzer Zeit in diesem Ausmaß geschneit habe. Räumfahrzeuge würden bereits im 24-Stunden-Betrieb fahren und könnten Straßen und Gehwege trotzdem nicht mehr freihalten. Die Folgen sind bekannt: Schulausfall, gesperrte Pisten, eingeschneite Ortschaften - Schneechaos eben.

Mit dpa


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