Lange Gefägnisstrafe Mädchen jahrelang "versklavt": Paar wegen Zwangsarbeit verurteilt

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Die kleine Jenna sei bereits im Kindesalter dazu gezwungen worden, für eine fremde Familie zu arbeiten. Foto: imago/UIGDie kleine Jenna sei bereits im Kindesalter dazu gezwungen worden, für eine fremde Familie zu arbeiten. Foto: imago/UIG

Houston. Ein Paar aus dem US-Bundesstaat Texas ist verurteilt worden, weil sie ein kleines Mädchen jahrelang gezwungen haben, für sie zu arbeiten.

Eine Paar aus dem Norden des US-Bundesstaats Texas musste sich vor Gericht dem Vorwurf stellen, ein kleines Mädchen aus Guinea 16 Jahre lang "versklavt" zu haben. Das Gericht befand das Paar Mohamed Toure und  Denise Cros-Toure am Donnerstag schuldig, das Mädchen in Zwangsarbeit getrieben zu haben. Sie werden für mehrere Jahrzehnte ins Gefängnis müssen. 

Mohamed Toure ist eine einflussreiche Person in Guinea sowie der Sohn des ersten Präsidenten von Guinea, Ahmed Sekou Toure.

Prügel mit Stromkabel

Das Opfer: eine junge Afrikanerin, die sich vor Gericht den Geschworenen am Dienstag als Jenna vorstellte. Sie schilderte der Jury, wie sie geschlagen wurde, wenn sie den Haushalt nicht vollständig erledigt hatte oder das Essen anbrennen ließ. Sie sei als "Hund", "Sklavin", "wertlos" oder "Idiot" bezeichnet worden. 

“Sie benutzte ein Stromkabel, wenn sie bemerkte, dass ein Gürtel nicht schmerzhaft genug für mich war", erinnerte sich Jenna an den langjährigen Missbrauch von Denise Cros-Toure. Sie habe nur durch die Hilfe der Nachbarn fliehen können. Das war im Jahr 2016. Sie war noch ein kleines Mädchen, als sie 2000 in Southlake, Texas, bei ihren späteren Peinigern Mohamed Toure und Denise Cros-Toure ankam. Jetzt ist sie eine junge Erwachsene, die in der Nähe von Houston lebt.

"Hör auf zu heulen, wir sind jetzt deine Familie."

Nach eigenen Angaben sei Jenna mit vier oder fünf Jahren von ihrem Vater gefragt worden, ob sie in eine Stadt in Guinea ziehen wolle. Daraufhin sei sie zu den Eltern von Denise Cros-Toure gebracht worden, wo sie sich für etwa ein Jahr um die blinde Tochter kümmerte. Wenn sie geweint habe, berichtete sie den Geschworenen, und zurück zu ihrer Familie wollte, sei ihr gesagt worden: "Hör auf zu heulen, wir sind jetzt deine Familie."

Anschließend habe man sie in ein Flugzeug Richtung Houston gesetzt, wo sie von Denise Cros-Toure empfangen und mit nach Hause genommen wurde. Der Anklageschrift zufolge seien die Tätigkeiten der kleinen Jenna über die Jahre immer mehr erweitert worden: Sie kochte, putzte, machte die Betten, saugte Staub, machte die Wäsche, mähte den Rasen, machte Malerarbeiten und brachte die Kinder zur Schule. Die Nachbarn gingen daher lange davon aus, sie sei eine Nanny. 

Eine Verantwortliche der Schulbehörde in Southlake erklärte am Montag vor Gericht, dass Jenna zu keiner Zeit an einer Schule in ihrem Wohnbezirk eingeschrieben war. Im Gegensatz zu anderen Kindern der Toures, die allesamt die Schule besucht haben. 

Der Anwalt der Toures erklärte, dass das Mädchen wie ein Familienmitglied behandelt worden sei, bei Urlauben dabei gewesen sein soll und sich jederzeit frei in der Nachbarschaft bewegen konnte. Zudem kündigte er an, gegen das Urteil in Berufung gehen zu wollen. 

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