Tote Kinder in US-Gewahrsam Gerichtsmediziner: An Heiligabend gestorbener Latino-Junge hatte Grippe

Von dpa

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Angehörige der jungen Jakelin tragen den Sarg mit ihrem Leichnam zum Friedhof in Guatemala. Das Mädchen war in Gefangenschaft an der US-Grenze gestorben. Foto: imago/Agencia EFE/EDWIN BERCIANAngehörige der jungen Jakelin tragen den Sarg mit ihrem Leichnam zum Friedhof in Guatemala. Das Mädchen war in Gefangenschaft an der US-Grenze gestorben. Foto: imago/Agencia EFE/EDWIN BERCIAN

Washington. Zum zweiten Mal in einem Monat ist ein Migrantenkind aus Guatemala nach seiner Festnahme durch US-Grenzbehörden gestorben. Die Obduktion hat die Todesursache noch nicht abschließend geklärt, doch der Achtjährige soll an Grippe erkrankt gewesen sein.

Der acht Jahre alte Junge aus Guatemala, der an Heiligabend in US-Grenzgewahrsam ums Leben kam, ist nach Angaben der Behörden im US-Bundesstaat New Mexico möglicherweise an einer Grippe gestorben. Die genaue Todesursache sei noch nicht festgestellt, es sei aber sicher, dass der Junge an einer Influenza B erkrankt gewesen ist, teilte das Office of the Medical Investigator (OMI) in New Mexico mit. Es stünden noch weitere Tests zur Todesursache aus.

Behandlungsfehler vorgeworfen

Der Junge war nach seiner Festnahme am 18. Dezember am Montag von den US-Grenzbehörden ins Krankenhaus gebracht worden. Die Diagnose dort lautete Erkältung, nicht Grippe. Nach 90 Minuten wurde er wieder entlassen. Als sich das Kind erbrechen musste und das Bewusstsein verlor, wurde es wieder in dasselbe Krankenhaus gebracht, wo es kurz vor Mitternacht starb.

Zusammen mit dem Tod einer Siebenjährigen am 8. Dezember löste der Fall eine Diskussion über den Umgang mit Flüchtlingen und besonders Kindern in der US-Grenzhaft aus. "Dieses Kind wurde nicht als so krank erkannt, wie es tatsächlich war", sagte die Präsidentin der Kinderärzte-Organisation American Academy of Pediatrics, Colleen Kraft, dem Sender NBC. Die Behandlung sei nicht adäquat gewesen.

Strengere medizinische Tests angekündigt

US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen hat angekündigt, die Versorgung von jungen Migranten an der Grenze verbessern zu wollen. Kinder sollten nach ihrer Einreise früher und intensiver medizinisch untersucht werden, teilte Nielsen am Mittwoch (Ortszeit) mit. Sie habe das Verteidigungsministerium auch nach Unterstützung für die medizinische Versorgung an der Grenze gebeten. Außerdem habe sie bei Gesprächen mit Mexiko angeregt, dass Migranten auch in den Unterkünften die nötige gesundheitliche Betreuung bekämen. 


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