Haushalte besser gesichert Bei Wohnungseinbrüchen ist dritter Rückgang in Folge möglich

Von dpa

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Im Jahr 2017 lag die Aufklärungsquote gerade einmal bei 17,8 Prozent. Foto: Bodo MarksIm Jahr 2017 lag die Aufklärungsquote gerade einmal bei 17,8 Prozent. Foto: Bodo Marks

Berlin. Jahrelang hatten Wohnungseinbrüche in Deutschland zugenommen, die Zahl erreichte ein besorgniserregendes Niveau. Für das zu Ende gehende Jahr hat das Bundeskriminalamt eine gute Nachricht. Doch die Versicherer bleiben skeptisch.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland dürfte im zu Ende gehenden Jahr zum dritten Mal in Folge gesunken sein. „Auch für 2018 erwarten wir einen weiteren Rückgang der Fallzahlen“, teilte der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.

„Die gute Zusammenarbeit der Polizeien des Bundes und der Länder und die Maßnahmen, die sowohl Prävention als auch die Strafverfolgung umfassen, zahlen sich aus“, sagte Münch.

Die Zahl der versuchten und vollendeten Wohnungseinbrüche war in den Jahren 2008 bis 2015 kontinuierlich nach oben gegangen und hatte ein besorgniserregendes Niveau erreicht. Der Höhepunkt lag schließlich bei insgesamt 167.136 registrierten Fällen. Im Jahr 2016 gab es dann erstmals wieder einen Rückgang, der sich 2017 fortsetzte, als bundesweit noch 116.540 Fälle erfasst wurden. Die Zahl für 2018 wird mit der neuen Kriminalstatistik veröffentlicht - voraussichtlich im kommenden Frühjahr.

Die Versicherer rechnen ebenfalls mit einem erneuten Rückgang. „Unsere Schadenzahlen der ersten drei Quartale sinken“, teilte Bernhard Gause, Mitglied der Geschäftsführung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, der dpa mit. „Das erfahrungsgemäß schadenreichste vierte Quartal ist noch nicht zu Ende, aber wir haben keinerlei Anzeichen für einen überdurchschnittlichen Verlauf.“

Ein Grund für den Rückgang könnte aus Sicht der Versicherer die höhere Ausstattung der Haushalte mit Sicherheitstechnik sein. Viele Menschen hätten dafür die staatliche Förderung der KfW genutzt. „Das zahlt sich aus: Fast 45 Prozent der Einbruchsversuche brechen die Täter ab, wenn sie nicht schnell genug reinkommen.“ Dennoch blieben Einbrüche ein gesellschaftliches Problem. „Denn trotz des Rückgangs sind die Fallzahlen zu hoch, die Aufklärungsquoten zu gering“, kritisierte Gause.

Im Jahr 2017 lag die Aufklärungsquote gerade einmal bei 17,8 Prozent, wie aus der bundesweiten Kriminalstatistik hervorgeht. Das war nur geringfügig mehr als im Jahr davor mit 16,9 Prozent. BKA-Chef Münch versprach: „Die Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls hat auch weiterhin hohe Priorität bei den Polizeibehörden.“

Angesichts der starken Zunahme von Wohnungseinbrüchen bis 2015 waren Ermittler und Politiker unter Druck geraten, ihren Kampf gegen Einbrecher zu verstärken. Eine Konsequenz war eine Strafverschärfung, die seit Sommer 2017 gilt: Beim Einbruch in eine Privatwohnung ist für überführte Täter jetzt eine Mindeststrafe von einem Jahr Haft statt zuvor sechs Monaten fällig. Der Strafrahmen reicht bis zu zehn Jahren Gefängnis.


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