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Frankreich Straßburg-Attentat: Macron gedenkt der Opfer des Anschlags

Von dpa

Polizisten hatten Chekatt im Stadtteil Neudorf ausgemacht. Als sie ihn verhaften wollten, habe er das Feuer eröffnet, daraufhin wurde er getötet. Foto: dpa/Jean-Francois BadiasPolizisten hatten Chekatt im Stadtteil Neudorf ausgemacht. Als sie ihn verhaften wollten, habe er das Feuer eröffnet, daraufhin wurde er getötet. Foto: dpa/Jean-Francois Badias

Straßburg. Drei Tage nach dem schweren Terroranschlag in Straßburg ist die Zahl der Todesopfer von drei auf vier gestiegen. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in Paris. Alle aktuellen Entwicklungen im Liveblog.

LIVEBLOG: TERROR IN STRAßBURG

December 12, 2018 at 4:26 AM
Liebe Leserinnen und Leser, Frankreich ist erneut von einem schweren Terroranschlag erschüttert worden. Bei dem Angriff in Straßburg wurden gestern Abend drei Menschen getötet, zwölf Menschen wurden verletzt, sechs von ihnen sehr schwer. Der Täterist noch auf der Flucht. 

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December 12, 2018 at 4:37 AM
Der Täter eröffnete nahe dem Weihnachtsmarkt der Elsass-Metropole das Feuer. Den genauen Tatort beschreibt Frankreichs Innenminister Christophe Castaner nicht näher und sagt lediglich, der Täter habe an drei verschiedenen Orten in der Stadt "Terror" verbreitet und habe sich zweimal einen Schusswechsel mit Sicherheitskräften im Patrouilleneinsatz geliefert


Die Nachrichtenagentur AFP meldet unter Berufung auf die Polizei, der Mann sei vor seiner Flucht von Soldaten angeschossen und verletzt worden. Laut dem Sender France Infoentkam er mit einem Taxi, das er gestohlen hatte.


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December 12, 2018 at 4:38 AM
Der mutmaßliche Angreifer hätte einem Medienbericht zufolge eigentlich schon am gestrigen Morgenverhaftet werden sollen. Wie der Sender France Info unter Berufung auf Polizeiquellen berichtet, war er jedoch nicht zu Hause. Demnach wird dem 29-Jährigen versuchter Mord vorgeworfen.

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December 12, 2018 at 4:44 AM
Frankreichs Regierung hat nach dem Anschlag die höchste nationale Sicherheitswarnstufe ausgerufen. Das bedeute verstärkte Kontrollen an den Grenzen des Landes. Auch Weihnachtsmärkte werden stärker kontrolliert. Am deutsch-französischen Grenzübergang kontrolliert die Polizei Autos. "Wir verstärken (...) aktuell die Kontrollen an der deutsch-französischen Grenze in diesem Bereich", teilt die Bundespolizei Baden-Württemberg auf Twitter mit. Nach Angaben der französischen Regierung war der mutmaßliche Täter bereits wegen Delikten in Frankreich und Deutschland verurteilt worden.
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December 12, 2018 at 4:50 AM
Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hat in den späten Abendstunden in Paris eine Krisensitzung einberufen. Er beriet sich unter anderen mit Premierminister Édouard Philippe und Verteidigungsministerin Florence Parly. "Solidarität der gesamten Nation für Straßburg, unsere Opfer und ihre Familien", so Macron auf Twitter.
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December 12, 2018 at 4:52 AM

Eine erste Reaktion gibt es auch bereits von der Bundesregierung. Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert äußerte sich auf Twitter "erschüttert über die schreckliche Nachricht" aus Straßburg.



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December 12, 2018 at 4:55 AM
Wo sich der mutmaßliche Täter zur Stunde aufhält, ist unklar. Die französische Regierung hat zusätzliche Kräfte für Straßburg mobilisiert. Nach Angaben von Innenminister Christophe Castaner suchen derzeit 350 Polizisten nach dem Verdächtigen. Unterstützt werden sie von zwei Hubschraubern, der Elite-Einheit "RAID" ("Recherche, Assistance, Intervention, Dissuasion"), der Such- und Eingreifbrigade "BRI" und der Anti-Terror-Truppe "Sentinelle".

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December 12, 2018 at 5:14 AM
Bei der Durchsuchung der Wohnung des mutmaßlichen Angreifers sollen Stunden vor den Schüssen im Stadtzentrum Granaten gefunden worden sein. Das berichtetn etwa der französische Sender France Info und die Zeitung "Le Parisien". Laut dem Innenminister Christophe Castaner, ist der Tatverdächtige den Behörden wegen - nicht näher bezeichneter - krimineller Taten bekannt.
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December 12, 2018 at 6:18 AM
Wie die örtliche Polizei in Straßburg auf Twitter mitteilt, sind heute über den ganzen Tag hinweg "Versammlungen und Demonstrationen bis auf Weiteres in der gesamten Gemeinde verboten".
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December 12, 2018 at 6:30 AM
Nach dem Anschlag bleibt der Weihnachtsmarkt in der Stadt geschlossen. Auch die kulturellen Einrichtungen der Stadt öffnen nicht, wie es in einer Mitteilung der Stadt heißt.  Zusammen mit dem Weihnachtsmarkt in Dresden zählt der Straßburger Weihnachtsmarkt zu den ältesten Europas. Der "Christkindelsmärik" wurde 1570 erstmals erwähnt. 


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December 12, 2018 at 6:39 AM
Der Anschlag am Straßburger Weihnachtsmarkt hat auch die Abgeordneten des EU-Parlaments in eine Ausnahmesituation gebracht. Über Stunden hinweg saßen die Volksvertreter in dem Parlamentsgebäude in der Stadt im Elsass fest. Erst in den frühen Morgenstunden teilte Parlamentspräsident Antonio Tajani seinen im Plenarsaal versammelten Kollegen mit, sie dürften das Gebäude abseits des Stadtzentrums verlassen - allerdings nur auf eigenes Risiko. Wer ins Stadtzentrum hinein wolle, dürfe dies ausschließlich in einem von der Polizei gesicherten Konvoi, betonte Tajani.

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December 12, 2018 at 6:50 AM
Unter den Todesopfern ist auch ein Tourist aus Thailand. Das Außenministerium in Bangkok bestätigt, dass es sich bei einem der Opfer um einen 45 Jahre alten Mann handelt, der zusammen mit seiner Frau zu einem Urlaub in Frankreich war. Das Paar war erst wenige Stunden zuvor eingetroffen. Die Frau blieb dem Ministerium zufolge unverletzt. Nach Medienberichten starb der Thailänder durch einen Schuss in den Kopf.
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December 12, 2018 at 7:32 AM
Wer ist der Attentäter? Er ist, wie bereits berichtet, polizeibekannt. Er soll französischen Medienberichten zufolge aus Straßburg stammen. Der als "Intensivtäter" bezeichnete Mann wurde in Frankreich und in Deutschland verurteilt. Nach Angaben von Innenminister Christophe Castaner habe er seine Strafen wegen kleiner Delikte bereits abgesessen. Der 29-Jährige soll auf der Sicherheitsakte "Fiche S" geführt worden sein, einer Liste von Personen, die verdächtigt werden, radikalisiert zu sein. Das berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Präfektur.
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December 12, 2018 at 7:48 AM
Nach Angaben von Roland Ries, Bürgermeister der elsässischen Metropole, läuft die Suche nach dem Verdächtigen auf Hochtouren. Das sagt er dem Radiosender Europe 1


Auf die Frage, ob der Mann ins benachbarte Deutschland geflüchtet sein könnte, antwortetet Ries: "Die Grenze ist im Prinzip geschlossen." Es sei aber alles möglich, falls der Tatverdächtige ein Auto habe. Polizisten hätten den Mann am gestern Abend bemerkt und stellen wollen, dieser sei aber nach einem Schusswechsel verschwunden.

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December 12, 2018 at 8:01 AM
Nach dem Terroranschlag im elsässischen Straßburg kontrolliert die Bundespolizei mehrere Grenzübergänge von Deutschland nach Frankreich. Wie ein Sprecher am Morgen sagt, ist die Polizei in Kehl, Iffezheim, Breisach und Rheinau im Einsatz. Pendler von Deutschland nach Frankreich müssten sich auf Wartezeiten bis zu 90 Minuten einstellen, heißt es weiter. 


Wie lange die Kontrollen noch andauern, sei unklar. "Wir sind auf die Kollegen in Frankreich angewiesen. Solange die Lage nicht bereinigt ist, werden wir weiter kontrollieren", sagt der Polizeisprecher. Nicht nur der Straßenverkehr, sondern auch der öffentliche Nahverkehr werde überprüft. Dazu zählt auch die grenzüberschreitende Tram D. 


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December 12, 2018 at 8:12 AM
Der mutmaßliche Angreifer von Straßburg ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ein französischer Staatsbürger mit nordafrikanischen Wurzeln. Der 29-Jährige wurde demnach vom Amtsgericht Singen wegen schweren Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und war in Deutschland in Haft. Nach dem Verbüßen der Strafe wurde er im Jahr 2017 nach Frankreich abgeschoben, wie die dpa weiter erfuhr.
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December 12, 2018 at 8:21 AM
Bundesaußenminister Heiko Maas äußert sich "tief erschüttert" über den Terroranschlag in Straßburg und verurteilt die "feige Tat". "Unsere Gedanken sind bei den Opfern, unser Mitgefühl gilt ihren Angehörigen", schreibt der SPD-Politiker auf Twitter. Die Bundesregierung tue alles, um den französischen Freunden beizustehen, versicherte Maas.  

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December 12, 2018 at 8:33 AM

"Meine Gedanken sind bei den Opfern der Schießerei in Straßburg, die ich mit großer Entschiedenheit verurteile", schreibt EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf Twitter. Straßburg sei eine symbolische Stadt für den Frieden und die europäische Demokratie. "Werte, die wir immer verteidigen werden." Die EU-Kommission stehe an der Seite Frankreichs.



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December 12, 2018 at 8:35 AM
Die Zahl der Verletzten ist nach Angaben der Präfektur auf 13 gestiegen. Davon seien acht schwer und fünf leichter verletzt. Zuvor war von zwölf Verletzten die Rede gewesen. Wie die Präfektur weiter mitteilt, sind die Abriegelungsmaßnahmen in Teilen der Innenstadt aufgehoben. Jeder sei jedoch aufgefordert, aufmerksam zu sein und sich an die Sicherheitsvorschriften zu halten, heißt es weiter.
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December 12, 2018 at 8:46 AM
Außerdem hat die Präfektur der elsässischen Region bis auf Weiteres jegliche Demonstrationen verboten. Die Protestbewegung "Gelbwesten" mobilisiert seit einigen Wochen unzufriedene Bürger. Am heutigen Mittwoch (10 Uhr) will sich Staatschef Emmanuel Macron mit der Regierung zu Beratungen treffen. Der Anschlag in Straßburg überschattet nun die Gespräche.
Lorena Dreusicke
December 12, 2018 at 8:50 AM
Die Straßenbahn zwischen Kehl, Stadt im Westen Baden-Württembergs am Rhein, und Straßburg fährt wieder.  Diese war in der Nacht bereits komplett gesperrt worden. Laut Polizei wird auch die Fußgänger- und Radfahrerbrücke Passerelle des Deux Rives zwischen den beiden Städten kontrolliert.

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December 12, 2018 at 9:06 AM
Derweil gehen in Kehl die Kontrollen an der deutsch-französischen Grenze weiter. Im Fokus stehen Fahrzeuge, die Straßburg verlassen. 

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December 12, 2018 at 9:31 AM
Nach dem tödlichen Terroranschlag in Straßburg warnt die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen vor einer Bedrohung durch den Islamismus in Frankreich. "Man muss wissen, Straßburg ist eine Festung des islamistischen Fundamentalismus", sagt Le Pen dem Fernsehsender France 2. Ein aus dem Ausland finanzierter Salafismus breite sich im Land aus. 
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December 12, 2018 at 9:40 AM
Die französische Regierung schließt nicht aus, dass der Straßburger Attentäter nach Deutschland geflüchtet sein könnte. "Aber was ich sagen möchte, ist, dass natürlich sofort die Grenzschließung sichergestellt wurde und Straßburg (...) abgeriegelt wurde", sagt der Staatssekretär im Innenministerium, Laurent Nuñez, am Morgen dem Sender RTL. Dass der Täter dennoch ins benachbarte Deutschland geflohen sein könnte, könne aber nicht ausgeschlossen werden.

Foto: Christoph Schmidt, dpa
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December 12, 2018 at 9:50 AM
Nach Informationen des Auswärtigen Amts sind wohl keine Deutschen unter den Opfern.
Lorena Dreusicke
December 12, 2018 at 9:55 AM

Die Bundespolizei in Baden-Württemberg berichtet von andauernden Kontrollen an der Grenze zu Frankreich.



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December 12, 2018 at 10:04 AM
Die Sicherheitsmaßnahmen in Nordrhein-Westfalen werden nach einer erster Einschätzung des Innenministeriums zunächst nicht weiter erhöht. "Wir haben unsere Polizeibehörden schon vor Beginn der Weihnachtsmärkte angewiesen, deutlich mehr sichtbare Präsenz zu zeigen", sagt ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei auch umgesetzt worden.


Es gebe keine konkreten Hinweise auf Anschlagspläne in NRW, gleichwohl eine abstrakt hohe Gefahr. "Wir werden das ganz genau beobachten, wie sich die Lage weiter entwickelt", betont der Sprecher des Innenministeriums. Wenn es erforderlich sein sollte, werde auf eine veränderte Sicherheitslage entsprechend reagiert. 

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December 12, 2018 at 10:12 AM
Obwohl Anti-Terror-Spezialisten die Ermittlungen im Fall des Anschlags in Straßburg übernommen haben, will sich das französische Innenministeriumnicht auf ein terroristisches Motiv des Täters festlegen. Eine terroristischer Hintergrund sei im Moment noch nicht sicher, sagt der Staatssekretär im Innenministerium, Laurent Nuñez, dem Sender RTL. Der mutmaßliche Täter sei zwar polizeibekannt gewesen, allerdings bisher nicht im Zusammenhang mit Terrorismus. Er sei mehrfach im Gefängnis gewesen und dort sei auch eine Radikalisierung festgestellt worden.
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December 12, 2018 at 10:22 AM
Der mutmaßliche Angreifer von Straßburg hat nach Kenntnis der deutschen Justiz bereits etliche Jahre im Gefängnis verbracht - in allen Fällen ging es um Einbrüche. So verurteilte das Amtsgericht Singen den Mann Mitte 2016 zu zwei Jahren und drei Monaten Haft, weil er in eine Zahnarztpraxis in Mainz und eine Apotheke in Engen im Süden Baden-Württembergs eingebrochen war. Wie aus dem entsprechenden Urteil, das der dpa vorliegt, außerdem hervorgeht, wurde er unter anderem schon 2008 in Frankreich und 2013 in der Schweiz jeweils wegen mehrerer Einbrüche zu Gefängnisstrafen verurteilt. Alle Taten hat er zugegeben.


Er sei zusammen mit sechs Geschwistern im Elternhaus in Straßburg aufgewachsen, habe einen dem Hauptschulabschluss vergleichbaren Abschluss, aber keine Ausbildung gemacht. Nach der Schule habe er bei der Gemeinde gearbeitet, seit 2011 sei er arbeitslos gewesen und nach eigener Aussage viel gereist. Schon vor seiner Verurteilung in Singen habe er insgesamt vier Jahre in Gefängnissen verbracht, heißt es im Urteil.

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December 12, 2018 at 10:35 AM
Zwischen dem tödlichen Anschlag im französischen Straßburg und dem Nachbarland Belgien besteht nach Angaben des belgischen Krisenzentrums keine Verbindung. Dies sagt der belgische Justizminister Koen Geens einem dem Sender Radio 1, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtet. In der Vergangenheit hatte es mehrfach Verbindungen zwischen Terroranschlägen in Frankreich und Belgien gegeben. Die Anschläge in Paris im November 2015 und in Brüssel im März 2016 sollen von derselben IS-Terrorzelle begangen worden sein.

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December 12, 2018 at 10:38 AM
Der französische Innenminister Christophe Castaner macht sich in Straßburg ein Bild von der Lage:
 
Lorena Dreusicke
December 12, 2018 at 10:55 AM

Verdächtiges französisches Fahrzeug in Niedersachsen gemeldet

In dem Zusammenhang mit dem gestrigen Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg ist der Polizei über Notruf am Mittwochmorgen ein verdächtiges Fahrzeug mit französischem Kennzeichen auf der A1 im Bereich Neuenkirchen/Vörden gemeldet worden. Wie die Polizei mitteilt, saßen offenbar mehrere Personen im Fahrzeug, ein Mensch soll maskiert gewesen sein.
Die Polizei kontrollierte den Wagen im Bereich Bremen, was die Insassen widerstandslos über sich ergehen ließen, hieß es. Nach bisherigem Kenntnisstand gebe es offensichtlich keinen Bezug zum Anschlag in Straßburg. Die Insassen seien dennoch für weitere Untersuchungen auf eine Polizeistation gebracht worden. 
 
 
Lorena Dreusicke
December 12, 2018 at 11:04 AM
Mittlerweile ist der französische Innenminister Christophe Castaner in Straßburg eingetroffen, um sich selbst einen Eindruck über die Situation zu verschaffen. Castaner dankte den Rettungskräften für ihren Einsatz. 

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December 12, 2018 at 11:17 AM

Nach dem Anschlag in Straßburg will sich der Staatsanwalt von Paris, Rémi Heitz, heute Mittag vor der Presse äußern. Die Staatsanwaltschaft lädt zu einer Pressekonferenz um 12.00 Uhr im Landgericht Straßburg ein. Heitz ist in Frankreich für Anti-Terror-Ermittlungen zuständig.

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December 12, 2018 at 11:24 AM
Die deutschen Sicherheitsbehörden sind nach Informationen des Berliner "Tagesspiegels" nicht nur an derSuche nach dem Attentäter von Straßburg beteiligt, sondern fahnden auch nach dessen Bruder. Die beiden wohnten in Straßburg, wie das Blatt  berichtet. Die Brüder würden als radikalisiert eingestuft und dem Straßburger Islamistenmilieu zugerechnet, so ein hochrangiger Sicherheitsexperte der Zeitung. Kontakte zur Salafistenszene in Deutschland seien bislang allerdings nicht bekannt.


In Frankreich sei der Attentäter als terroristischer Gefährder eingestuft, in Deutschland aber offensichtlich nicht, schreibt der "Tagesspiegel". Das Motiv für den Angriff auf den Straßburger Weihnachtsmarkt könnte Rache gewesen sein, heißt es in Sicherheitskreisen. Möglicherweise habe Chérif C. auf den Versuch seiner Festnahme durch die Polizei in Straßburg spontan reagiert. Den französischen Sicherheitsbehörden sei keine Vorbereitung eines Anschlags in Straßburg bekannt gewesen.

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December 12, 2018 at 11:36 AM
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron nach dem Anschlag in Straßburg sein Mitgefühl ausgedrückt. "Ich möchte Ihnen, auch im Namen meiner Landsleute, meine tief empfundene Anteilnahme aussprechen", schrieb Steinmeier in einem Brief. Er habe mit großer Trauer von "dem feigen Anschlag" erfahren. "Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei den Angehörigen und Freunden der Opfer und bei den Verletzten, die noch lange an den Folgen dieses Anschlags tragen werden".
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December 12, 2018 at 11:38 AM

Verwirrung um Zahl der Todesopfer: drei oder zwei oder doch drei?

Die Präfektur der Region Grand-Est und Bas-Rhin hat eine fehlerhafte Pressemitteilung veröffentlicht, in der die Zahl der bei den Schüssen getöteten Menschen auf zwei beziffert wurde. Tatsächlich gebe es drei Tote, wie der französische Innenminister bereits in der Nacht bestätigt hat.
 
 
Lorena Dreusicke
December 12, 2018 at 11:43 AM
Der flüchtige Chérif C. wurde nach Informationen der Tageszeitung "Le Figaro" nach der Tat bei einem Schusswechsel am Arm zu verletzt. Gegenwärtig seien mehr als 420 Einsatzkräfte mit der Suche nach dem Mann betraut, heißt es weiter.


Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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December 12, 2018 at 11:44 AM
Nachtrag zu dem bei Bremen gestoppten verdächtigen Fahrzeug: Das Taxi wird von der Spurensicherung genau untersucht, die drei Verdächtigen werden vernommen. Allerdings sieht die Polizei noch keinen Zusammenhang zum Anschlag in Straßburg:
Der Sachverhalt stellt sich derzeit geringer dar als zunächst angenommen.
 
Lorena Dreusicke
December 12, 2018 at 12:06 PM
Im Jahr 2015 hatte Straßburg seinen Weihnachtsmarkt einige Monate nach den Anschlägen in Paris aufrechterhalten. Nur um dem internationalen Terrorismus zu beweisen, dass es nicht in Frage kam, dem Diktat eines mittelalterlichen Extremismus nachzugeben. Aber dieses Mal wurde die elsässische Hauptstadt direkt ins Visier genommen. Wird sie nach einer solchen Tragödie (...) die Feier fortsetzen können? Natürlich wird die Atmosphäre nicht festlich sein.

Die französische Regionalzeitung "Le Journal de la Haute-Marne" kommentiert den Anschlag.
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December 12, 2018 at 12:20 PM
Terror auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg (...). In der Hauptstadt des Elsass, Zeichen der deutsch-französischen Wiederaussöhnung und des Friedens in Europa, (...) hat um 20.00 Uhr die Hölle an die Tür geklopft. (...) Wie in Paris in der Bataclan-Nacht mit 130 Toten (...) ist das historische Zentrum ausgestorben, zu hören sind nur die Sirenen. Dass der historische Weihnachtsmarkt von Straßburg von Attentaten bedroht ist, wusste man seit langem.

Die italienische Tageszeitung "La Stampa" zum tödlichen Anschlag in Straßburg.
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December 12, 2018 at 12:30 PM
Polizisten kontrollieren in der Grenzstadt Kehl in Baden-Württemberg eine Straßenbahn aus Straßburg.
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December 12, 2018 at 12:39 PM
Der mutmaßliche Attentäter in Straßburg war in Deutschland nicht als islamistischer Gefährder bekannt. Es gebe keine Informationen, die ins islamistische Feld hineinführten, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums. Bekannt sei allerdings, dass die betreffende Person das Recht auf Freizügigkeit innerhalb der EU aberkannt worden sei. 
Maximilian Matthies
December 12, 2018 at 12:42 PM
Die Sicherheitsbehörden in Frankreich informieren derzeit über die neuesten Erkenntnisse. Der leitende Terror-Ermittler, Staatsanwalt Rémy Heitz, sagte, der Verdächtige sei noch nicht gefasst, die Bedrohung sei noch immer "sehr real".
Maximilian Matthies
December 12, 2018 at 12:45 PM

Der nach dem tödlichen Anschlag in Straßburg gesuchte Terrorverdächtige ist 29 Jahre alt und stammt aus Straßburg. Der Mann heiße Chérif C., sagt der Pariser Antiterror-Staatsanwalt Rémi Heitz in Straßburg

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December 12, 2018 at 12:47 PM
Die französische Behörden gehen weiter von einem terroristischen Angriff aus. "Es geht um eine kriminelle Vereinigung, die hier eventuell bestehen könnte", sagt Heitz.
Maximilian Matthies
December 12, 2018 at 12:52 PM
Bei dem tödlichen Anschlag in Straßburg sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Eine weitere Person sei hirntot, sagt der Pariser Antiterror-Staatsanwalt Rémi Heitz in der elsässischen Metropole. Zwölf Menschen wurden verletzt, sechs von ihnen sehr schwer.
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December 12, 2018 at 12:56 PM

Zeugen des Straßburger Anschlags haben den Angreifer "Allahu Akbar" (Allah ist groß) rufen hören. Angesichts des Zielorts, seiner Vorgehensweise und der Zeugenaussagen habe die Antiterrorabteilung der Pariser Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen, sagt der Pariser Antiterror-Staatsanwalt Rémi Heitz in Straßburg.

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December 12, 2018 at 1:06 PM
Nach Aussage des Antiterror-Staatsanwalts Rémi Heitz haben Ermittler vier Menschen aus dem Umfeld des 29 Jahre alten Tatverdächtigen Chérif C. in Gewahrsam genommen.


Antiterror-Staatsanwalt Rémi Heitz. Foto: Sebastian Gollnow, dpa
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December 12, 2018 at 1:14 PM

Bei seinen Attacken hat der Tatverdächtige Chérif C. eine Handfeuerwaffe und ein Messer dabeigehabt. "Auf seinem Weg hat er mehrfach das Feuer mit einer Handfeuerwaffe eröffnet und ein Messer benutzt, mit dem er getötet und schwer verletzt hat", sagt der Pariser Antiterror-Staatsanwalt Rémi Heitz.

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December 12, 2018 at 1:24 PM
Was gestern passiert ist, war unbestreitbar ein Terroranschlag.

Straßburgs Bürgermeister Roland Ries am Mittwoch zu dem tödlichen Attentat vom Vorbabend.
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December 12, 2018 at 1:30 PM
Der mutmaßliche Täter hätte einem Medienbericht zufolge eigentlich schon am Dienstagmorgen verhaftet werden sollen. Wie France Info unter Berufung auf Polizeiquellen berichtet, war er jedoch nicht zu Hause. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung Stunden vor den Schüssen sollen Granaten gefunden worden sein, wie France Info und die Zeitung "Le Parisien" berichten.
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December 12, 2018 at 1:36 PM
In Straßburg öffnen die kulturellen Einrichtungen der Stadt am Mittwoch nicht. Der Unterricht an Grundschulen und Vorschulen sollte ausgesetzt werden. Eltern wurde geraten, ihre Kinder zu Hause zu lassen. An weiterführenden Schulen und Hochschulen sollte der Unterricht stattfinden.

Foto: Jean Francois Badias, AP/dpa
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December 12, 2018 at 1:44 PM

Nun äußert sich auch US-Präsident Donald Trump via Twitter zu den Ereignissen in Straßburg und kündigt an, die Grenzen des eigenen Landes weiter sichern zu wollen.



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December 12, 2018 at 1:54 PM
Das Europaparlament in Straßburg begann unterdessen seine Sitzung im Gedenken an die Opfer. "Das war ein krimineller Anschlag auf den Frieden", sagte Parlamentspräsident Antonio Tajani zum Auftakt der Sitzung. "Wir stehen auf der Seite der Familien der Opfer." Das Parlament war am Vorabend zwischenzeitlich abgeriegelt worden.
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December 12, 2018 at 2:03 PM
Der Terrorismus hat erneut unser Gebiet getroffen.

Der Pariser Chefermittler Rémi Heitz in Straßburg.
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December 12, 2018 at 2:08 PM
Französische Beamte laufen am Straßburger Bahnhof Patrouille.

Foto: Christophe Ena, AP/dpa
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December 12, 2018 at 2:13 PM
Entlang der deutsch-französischen Grenze sind die Sicherheitsmaßnahmen verschärft worden. Dies betreffe grenzpolizeiliche Kontroll- und Fahndungsmaßnahmen, sagt eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums in Berlin, ohne Einzelheiten zu nennen. Gleichzeitig betont sie, die Bedrohungslage in Deutschland sei unverändert. Weihnachtsmärkte stünden ohnehin im Fokus der Sicherheitsbehörden. Im Augenblick gebe es aber keine Veranlassung, die derzeitigen Maßnahmen zu verstärken.

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December 12, 2018 at 2:18 PM

Die Polizei hat auf der A1 bei Bremen ein Taxi mit französischem Kennzeichen gestoppt und drei Personen festgenommen. Anschließend wurde das Fahrzeug untersucht. Der Hinweis auf das Taxi war von Bürgern gekommen, die von den Nachrichten über den Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Straßburg alarmiert gewesen seien, wie ein Polizeisprecher in Delmenhorst mitteilt. Einer der Insassen soll maskiert gewesen sein.  Es gebe aber nach bisherigem Kenntnisstand keine Verbindung zu dem Straßburger Vorfall, heißt es.


Foto: Mohssen Assanimoghaddam, dpa
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December 12, 2018 at 2:27 PM
Die meisten Landesbehörden hierzulande fühlen sich mit Blick auf den Schutz der deutschen Weihnachtsmärktegut vorbereitet. "Es bleibt alles so, wie gehabt", sagt eine Sprecherin des niedersächsischen Innenministeriums. Auch ein Sprecher der schleswig-holsteinischen Landespolizei sieht keinen Anlass, etwas zu ändern: "Anschlagsszenarien mit einfach zu beschaffenden Fahrzeugen, mit Messern, Stich- oder sogar Schusswaffen sind in unseren Sicherheitskonzepten vorgedacht", sagt er in Kiel. Ähnliche Aussagen gab es aus Hessen, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg. Brandenburg hingegen erhöht die Polizistenzahl.


Polizisten auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt. Foto: Arne Dedert, dpa
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December 12, 2018 at 2:37 PM
Bundesinnenminister Horst Seehofer zeigt sich betroffen über den tödlichen Anschlag in Straßburg und lobt die Arbeit der Sicherheitskräfte gelobt. "Zunächst einmal ist das wieder ein schrecklicher Vorfall, der mich wirklich erschüttert", sagt er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Ich kann nur meine Anteilnahme gegenüber den Angehörigen ausdrücken und den Verletzten wünschen, dass sie wieder genesen."


Auf die Frage, warum der mutmaßliche Attentäter von Straßburg in Frankreich als Gefährder eingestuft war aber nicht in Deutschland, sagte Seehofer: "In Frankreich ist er geboren. Er ist französischer Staatsbürger nach den Informationen, die ich habe." Es mache einen Unterschied, ob jemand nur kurze Zeit oder ständig in einem Land gelebt habe und auch einer "ganz anderen Überprüfung und Beobachtung unterzogen wurde". 

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December 12, 2018 at 2:50 PM
Beamte kontrollieren nach dem Anschlag einen Kleinwagen in Straßburg. 

Foto: Christophe Ena, AP/dpa
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December 12, 2018 at 3:06 PM
Grünen-Chef Robert Habeck warnt nach dem Anschlag in Straßburg westliche Gesellschaften davor, sich von Angst leiten zu lassen. Aus Furcht vor dem Terror dürfe keine "Gesellschaft der Angst" errichtet werden, sagt Habeck im Deutschlandfunk. Andernfalls hätten die Täter ihr Ziel erreicht.


Habeck fordert, an freiheitlichen Werten, an Toleranz und an rechtsstaatlichen Verfahren und Selbstverständnis festzuhalten. "Gleichwohl muss man natürlich sagen, dass Täter, Gefährder hart unter Kontrolle genommen werden müssen."

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December 12, 2018 at 3:09 PM
Die Festnahmen auf der A1 waren falscher Alarm. Die Männer sind wieder frei. Eine gründliche Durchsuchung des Taxis von Beamten der Spurensicherung haben keinerlei Anhaltspunkte für einen Verdacht ergeben.
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December 12, 2018 at 3:22 PM

Auch für den kommenden Spieltag in der ersten französischen Fußball-Liga sind auf Anweisung der Behörden zwei Partien abgesetzt worden. Die Begegnungen Nizza gegen Saint-Etienne (Freitag) und Nantes gegen Montpellier (Samstag) werden nicht wie geplant stattfinden. Das teilt die Ligue 1 mit und verweist auf die Belastung der Polizei an anderen Stellen - ohne den Terroranschlag in Straßburg oder die erwarteten neuen Demonstrationen der "Gelbwesten" explizit zu erwähnen.



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December 12, 2018 at 3:40 PM
Der Journalist Pierre Pauma lebt in Straßburg und arbeitet dort als Journalist für das Onlinemagazin "Rue89 Strasbourg". Er wohnt nur wenige Meter vom Straßburger Weihnachtsmarkt entfernt und war gegen kurz nach 20 Uhr gerade auf dem Weg zur Brasserie Au Canon, die am südlichen Rand der Altstadtinsel liegt. "Plötzlich ist Militär in Richtung Innenstadt gerannt", erzählt er unserer Redaktion, "die Sturmgewehre im Anschlag." Kurz darauf sei außerdem ein Polizeiwagen vor ihm angehalten und ein Polizist ausgestiegen, der gerufen habe, dass jeder die Altstadt verlassen solle. Pauma ist dann über eine Brücke auf die Südseite des Flusses Ill gelaufen und habe dort mehrere Stunden vor einer Absperrung gewartet. "Ich war schon ziemlich besorgt und hatte Angst, dass vielleicht ein zweiter Täter in der Umgebung sein könnte", sagt er. Erst gegen zwei Uhr in der Nacht habe er in seine Wohnung zurückkehren können.
Inzwischen habe sich die Stimmung in der Stadt aber beruhigt. "Es ist relativ ruhig heute", sagt er "wie an einem Sonntagmorgen." Viele Geschäfte seien geschlossen geblieben, ebenso wie der Weihnachtsmarkt, und auch auf den Straßen seien nur wenige Menschen unterwegs.
Christopher Chirvi
December 12, 2018 at 3:47 PM
Unter den Verletzten ist auch ein italienischer Radiojournalist, wie ein Sprecher des Außenministeriums der dpa bestätigt. Nach jetziger Kenntnis des Auswärtigen Amtes sind keine Deutschen unter den Opfern.

Foto: Sebastian Gollnow, dpa
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December 12, 2018 at 4:12 PM
Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), hat davor gewarnt, sich von "unbegreiflichen" Attentaten wie jetzt in Straßburg beirren zu lassen. Es sei ein Angriff auf Menschen gewesen, die in Freiheit leben wollten, "das können wir niemals akzeptieren, und für unsere Werte werden wir deshalb weiter kämpfen."
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December 12, 2018 at 4:39 PM
Deutsche Sicherheitsbehörden suchen nach dem 29-jährigen Täter und fahnden zudem nach dessen Bruder Sami. Die Bundespolizei kontrollierte mehrere Grenzübergänge nach Frankreich. Das Innenministerium in Paris schloss nicht aus, dass der Täter nach Deutschland geflüchtet sein könnte.
Maximilian Matthies
December 12, 2018 at 4:40 PM
Die terroristische Bedrohung ist immer noch im Herzen des Lebens unserer Nation.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach Angaben seines Sprechers an die Schrecken des Terrors in seinem Land erinnert.
via dpa
dpa-live Desk
December 12, 2018 at 4:57 PM

Polizisten sichern den Nürnberger Christkindlesmarkt an einem Zufahrtsbereich.


Foto: Daniel Karmann, dpa
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dpa-live Desk
December 12, 2018 at 5:12 PM

Eine Minute der Stille: Die Nationalversammlung gedenkt der Opfer des Anschlags.



via dpa
dpa-live Desk
December 12, 2018 at 6:57 PM
Wir trauern um die Menschen, die so jäh aus dem Leben gerissen wurden, und sind mit unseren Gedanken bei den Verletzten und den Angehörigen der Opfer.

Kanzlerin Merkel hat Frankreich nach dem Terroranschlag von Straßburg ihre Anteilnahme ausgedrückt. Der Angriff habe sie tief erschüttert, schrieb sie in einem Kondolenztelegramm an den französischen Präsidenten Macron, dessen Text das Bundespresseamt veröffentlichte.
via dpa
dpa-live Desk
December 12, 2018 at 8:09 PM

Nach dem tödlichen Terroranschlag soll der bekannte Weihnachtsmarkt auch an diesem Donnerstag geschlossen bleiben. Der örtliche Präfekt habe festgestellt, dass die Sicherheitsbedingungen bisher nicht erfüllt seien, denn der Tatverdächtige sei noch nicht gefasst. Das sagte Straßburgs Bürgermeister Roland Ries im Nachrichtensender BFMTV.

Das kulturelle Leben mit Konzerten und anderen Veranstaltungen solle - soweit wie möglich - wieder laufen. Der Weihnachtsmarkt, eine bekannte Touristenattraktion, war bereits am Mittwoch geschlossen.

Viktoria Meinholz
December 12, 2018 at 10:20 PM
Die französische Regierung will die Soldaten im Anti-Terror-Einsatz verstärken. In den kommenden Tagen sollen sich rund 1300 weitere Soldaten der sogenannten Operation Sentinelle anschließen, wie Premierminister Édouard Philippe am Mittwochabend ankündigte. Dabei handelt es sich um eine Einsatztruppe, die nach dem islamistischen Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" im Januar 2015 ihre Arbeit aufnahm. Für sie sind einige tausend Soldaten in Frankreich im Einsatz.
Viktoria Meinholz
December 13, 2018 at 6:12 AM
Die Bundespolizei Baden-Württemberg twitterte am Mittwochabend: 
 
Ankea Janßen
December 13, 2018 at 6:15 AM

RBB-Inforadio berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, Chekatt sei unmittelbar vor der Tat aus Deutschland angerufen worden.

Er habe den Anruf jedoch nicht angenommen. Unklar sei, wer ihn angerufen habe und warum. Dieser Frage gehen deutsche Ermittler nun intensiv nach, wie der Sender weiter berichtete.

 

Ankea Janßen
December 13, 2018 at 6:23 AM
Nach dem schweren Terroranschlag in Straßburgmacht die Polizei in Frankreich und Deutschland Jagd auf den Attentäter. Der polizeibekannte Gefährder Chérif Chekatt war am Dienstagabend auf der Flucht vor der Polizei von Soldaten verletzt worden und schließlich spurlos verschwunden. 
 
"Der Terrorismus hat erneut unser Gebiet getroffen", sagte der Pariser Antiterror-Staatsanwalt Rémy Heitz. Zeugen hätten den Angreifer "Allahu Akbar" (Allah ist groß) rufen hören. Der Täter entkam mit einem Taxi, ließ sich vom Taxifahrer etwa zehn Minuten chauffieren und stieg dann aus, berichtete Heitz. Mit einem Großaufgebot hatten Beamten in und um die elsässische Metropole und an der nahe gelegenen Grenze zu Deutschland versucht, den Angreifer zu stoppen - ohne Erfolg.
 
Ankea Janßen
December 13, 2018 at 8:45 AM
In der Schweiz nahe der deutschen Grenze kam es zu einem Polizeieinsatz, die Kantonspolizei Aargau gab jedoch schnell Entwarnung. Eine Reisende habe am Donnerstagmorgen bei Rheinfelden den Verdacht geäußert, der Gesuchte sei in ihrem Zug, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizei habe den Mann an der nächsten Haltestelle in Frick rund zehn Kilometer südlich von Bad Säckingen in Baden-Württemberg aus dem Zug geholt und eingehend überprüft. Sie habe schnell festgestellt, dass es sich bei dem Mann nicht um den Verdächtigen handelte. Solche Einsätze nach Hinweisen von Passanten oder Passagieren gebe es alle Tage, sagte der Sprecher.
Ankea Janßen
December 13, 2018 at 1:13 PM

Generalbundesanwalt schaltet sich ein

Die Bundesanwaltschaft hat sich in die Ermittlungen gegen den Straßburger Attentäter Chérif Chekatt eingeschaltet. Es sei am Mittwoch ein Verfahren gegen ihn wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung eingeleitet worden, sagte die Sprecherin der Behörde am Donnerstag dem Berliner "Tagesspiegel" (Freitag).
Die Bundesanwaltschaft habe die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falles aufgenommen. Ein weiterer Grund sei, dass von dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt sechs Personen aus Deutschland traumatisiert seien, wenn auch nicht körperlich verletzt. Sie betonte, die Federführung der Ermittlungen liege weiterhin bei den französischen Behörden. (dpa)
Lorena Dreusicke
December 13, 2018 at 1:20 PM

Weiteres Todesopfer

Traurige Nachricht aus Straßburg: Ein weiteres Opfer des Terroranschlags ist seinen Verletzungen erlegen. Die Zahl der Todesopfer steigt damit von zwei auf drei. Ein viertes Opfer sei hirntot, bestätigte die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag in Paris. 
Unter den Todesopfern ist ein 45 Jahre alter Tourist aus Thailand. Nach Medienberichten starb er durch einen Schuss in den Kopf. Mehrere Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt. Ein italienischer Journalist liegt im Koma, wie der Vater seiner Partnerin italienischen Medien sagte. Er könne nicht operiert werden, weil ein Projektil in der Nähe des Schädels und der Wirbelsäule stecke. Deutsche seien nach derzeitigem Kenntnisstand nicht unter den Opfern, hieß es aus dem Auswärtigen Amt am Mittwoch.
Foto: dpa/Sebastian Gollnow
 
Lorena Dreusicke
December 13, 2018 at 3:02 PM

Details zu den Opfern

Die Präfektur teilt mit unter den insgesamt 16 Opfern seien drei tot, fünf schwer verletzt (ein Mensch hirntot) und acht Personen leicht verletzt. Die Opfer seien zwischen 20 und 65 Jahre alt.
Der "Figaro" schreibt, das erste Todesopfer sei ein 60-jähriger ehemaliger Bankangestellter, der zuvor mit seiner Frau und seinem Sohn in der Innenstadt einen Aperatif getrunken hat. Der zweite Tote sei ein 45-jähriger thailändischer Tourist, der mit seiner Frau auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt war.
Die Straßburger Moschee trauerte auf ihrer Facebookseite um den Tod eines ihrer Gemeindemitglieder. Die Familie des 44-jährigen "Kamal" sei jedoch "sicher und gesund." Damit bezieht sich die Moschee mutmaßlich auf das dritte Todesopfer. Laut "Mrap", einem Verein gegen Rassismus und Antisemitsmus, handelt es sich dabei um einen 44-jährigen Mann mit afghanischen Wurzeln, der eine Frau und drei Kinder hinterlässt.
Lorena Dreusicke
December 13, 2018 at 5:39 PM

Weitere Festnahme

Zwei Tage nach dem Straßburger Terroranschlag haben Ermittler einen weiteren Verdächtigen aus dem Umfeld des mutmaßlichen Attentäters Chérif Chekatt in Gewahrsam genommen. Er gehört nicht zur Familie Chekatts. Damit seien insgesamt fünf Verdächtige im Gewahrsam, bestätigte die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag in Paris.

Chekatt ist weiter flüchtig. Die französische Polizei ist mit 700 Polizisten im Einsatz, um ihn zu fassen. Er soll der Mann sein, der am Dienstagabend mitten in der Weihnachtssaison das Feuer in der Straßburger Innenstadt eröffnet hatte.

Lorena Dreusicke
December 13, 2018 at 5:52 PM

Deutsche Behörde: Chekatt hat "hohe kriminelle Energie"

Bei seiner Abschiebung aus der Haft in Freiburg ist dem wegen des Attentats in Straßburg gesuchten Chérif Chekatt eine "hohe kriminelle Energie" bescheinigt worden. Die Verurteilung wegen schwerer Einbrüche offenbare "eine von rücksichtslosem Profitstreben geprägte Persönlichkeitsstruktur" und lasse annehmen, dass er "in Zukunft Straftaten ähnlicher Art und Schwere begehen" werde. Das geht aus der Anordnung des Regierungspräsidiums Freiburg für die Abschiebung aus der Haft hervor. Das Schreiben vom 26. November 2016 liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Chekatt ist nach den tödlichen Schüssen in Straßburg auf der Flucht. Auch die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittelt in dem Fall.

Die Abteilung für Bevölkerungsschutz des Regierungspräsidiums hatte auch ein Einreise- und Aufenthaltsverbot für Chekatt für die Dauer von zehn Jahren festgelegt. "Von Ihnen geht auch eine konkrete Gefahr neuer Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung aus", heißt es in der Anordnung. Demnach hatte der wegen schweren Diebstahls vom Amtsgericht Singen zu zwei Jahren und drei Monaten verurteilte Franzose selbst um seine Rückkehr nach Frankreich gebeten. Nach dpa-Informationen wurde er von der Bundespolizei den französischen Behörden überstellt. In Haft in Freiburg war er bis zum 27. Februar 2017 gewesen.

Lorena Dreusicke
December 13, 2018 at 9:42 PM

Bericht: Straßburger Attentäter von der Polizei "neutralisiert" 

Der mutmaßliche Straßburger Attentäter Cherif Chekatt ist einem Medienbericht zufolge von der Polizei "neutralisiert" worden. Das berichtete der Nachrichtensender Franceinfo am Donnerstagabend unter Berufung auf Polizeiquellen. Das Verb "neutralisieren" kann im Französischen entweder "töten" oder "außer Gefecht setzen" heißen.

Christopher Chirvi
December 13, 2018 at 9:43 PM

Mutmaßlicher Straßburger Attentäter getötet 

Der mutmaßliche Straßburger Attentäter Chérif Chekatt ist zwei Tage nach dem Terroranschlag getötet worden. Das bestätigten Polizeikreise der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagabend in Paris.

Christopher Chirvi
December 13, 2018 at 10:01 PM

Kreise: Mutmaßlicher Straßburger Attentäter getötet

Der mutmaßliche Straßburger Attentäter Chérif Chekatt ist zwei Tage nach dem Terroranschlag in der elsässischen Metropole getötet worden. Das bestätigten Polizeikreise der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagabend in Paris.

Die französische Nachrichtenagentur AFP meldete, der 29-Jährige sei in Neudorf, einem Stadtviertel Straßburgs, getötet worden. Er habe auf Polizisten geschossen, die das Feuer erwidert hätten. Der Regionalzeitung "Les Dernières Nouvelles d'Alsace" zufolge war er mit einer Schusswaffe und einem Messer bewaffnet. Näheres zum Hergang war zunächst unklar. Für 22.00 Uhr wurde eine Pressekonferenz des Innenministeriums angekündigt.

Der Nachrichtensender Franceinfo hatte zuvor am Abend berichtet, der Verdächtige sei "neutralisiert" worden. Das Verb "neutralisieren" kann im Französischen entweder "töten" oder "außer Gefecht setzen" heißen. Der Attentäter hatte am Dienstagabend mitten in der Weihnachtssaison das Feuer in der Straßburger Innenstadt eröffnet. Zeugen haben ihn nach Angaben des Chefermittlers Rémy Heitz "Allahu Akbar" («Gott ist groß» auf Arabisch) rufen hören. Anschließend war er auf der Flucht vor der Polizei von Soldaten verletzt worden und schließlich spurlos verschwunden. Deutsche und französische Behörden haben mit etlichen Beamten und einem Fahndungsaufruf nach dem polizeibekannten mutmaßlichen Attentäter gesucht. Die Bundespolizei fahndete im deutsch-französischen Grenzgebiet, auch Spezialkräfte waren im Einsatz. Die französische Polizei hatte ein Fahndungsfoto des radikalisierten Gefährders samt Täterbeschreibung veröffentlicht.

Die Zahl der Todesopfer des Anschlags war zuletzt von zwei auf drei gestiegen. Ein viertes Opfer sei hirntot, bestätigte die Staatsanwaltschaft der dpa in Paris. Ermittler nahmen am Donnerstag einen weiteren Verdächtigen aus dem Umfeld des mutmaßlichen Attentäters in Gewahrsam. Er gehört nicht zur Familie Chekatts, bestätigte die Staatsanwaltschaft. Damit sind insgesamt fünf Verdächtige im Gewahrsam.

Nach dem Anschlag soll der traditionelle Weihnachtsmarkt im Herzen Straßburgs an diesem Freitag wieder für Besucher geöffnet werden. Das kündigte der französische Innenminister Christophe Castaner an.

Christopher Chirvi
December 13, 2018 at 10:10 PM

Innenminister will sich nach Tod des Straßburger Attentäters äußern 

Der französische Innenminister, Christophe Castaner, will sich nach dem Tod des mutmaßlichen Straßburger Attentäters Chérif Chekatt noch am Abend vor der Presse äußern. Die Präfektur lud am Donnerstag für 22.00 Uhr kurzfristig zu einer Stellungnahme in Straßburg ein. Polizeikreise hatten der Deutschen Presse-Agentur zuvor bestätigt, dass Chekatt zwei Tage nach dem Terroranschlag getötet worden war. Castaner war am Donnerstagabend nach Straßburg gereist, um sich ein Bild über die Sicherheitslage in der Elsass-Metropole zu machen.

Christopher Chirvi
December 13, 2018 at 10:21 PM

Sender: Chekatt in Straßburger Stadtviertel Neudorf getötet 

Der mutmaßliche Straßburger Attentäter Chérif Chekatt ist nach Angaben des französischen Nachrichtensenders BFMTV im Stadtviertel Neudorf getötet worden. Das berichtete der Sender am Donnerstagabend.

In Neudorf unweit des Stadtzentrums hatte sich der mutmaßliche Täter unmittelbar nach dem Anschlag am Dienstagabend mit einem Taxi absetzen lassen und war danach verschwunden. In der Nähe befindet sich seine Wohnung, die durchsucht worden war.

Nach Angaben des Senders hatte Chekatt am Donnerstag eine Frau angesprochen. Diese habe bemerkt, dass der Mann verletzt gewesen sei. Sie habe darauf die Sicherheitskräfte alarmiert. Chekatt sei gegen 21.00 Uhr getötet worden.

Christopher Chirvi
December 13, 2018 at 10:32 PM
Christopher Chirvi
December 13, 2018 at 10:50 PM

Bürgermeister bestätigt Tod von mutmaßlichem Straßburger Attentäter 

Die französischen Behörden haben den Tod des mutmaßlichen Straßburger Attentäters Chérif Chekattbestätigt. Der Bürgermeister von Straßburg, Roland Ries, sagte am Donnerstagabend in der elsässischen Metropole, "dieser Terrorist" sei getötet worden.

Gegen 21 Uhr hätten Polizisten Chekatt im Stadtteil Neudorf ausgemacht, teilte der französische Innenminister Christophe Castaner mit. Als sie den Verdächtigen hätten verhaften wollen, habe dieser das Feuer eröffnet. Die Polizei habe den Angriff erwidert und den Täter neutralisiert.

Christopher Chirvi
December 13, 2018 at 11:04 PM

IS-Terrormiliz reklamiert Anschlag in Straßburg für sich 

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Terroranschlag in Straßburg vom Dienstag für sich reklamiert. Der Angreifer sei ein Soldat des Islamischen Staates gewesen, meldete das IS-Sprachrohr Amak am Donnerstag.

Christopher Chirvi
December 13, 2018 at 11:11 PM

Der Verdächtige von Straßburg: Wer ist Cherif Chekatt?

Fahndungsbilder, schwerbewaffnete Polizisten bei Kontrollen, Terrorermittlungen: Zwei Tage haben die Behörden versucht, den den mutmaßlichen Täter von Straßburg zu fassen. Am Donnerstagabend wurde Chérif Chekatt, der in der Elsass-Metropole am Dienstagabend um sich geschossen haben soll, schließlich von den Einsatzkräften getötet. Was man über ihn weiß:

Was ist Chekatts Hintergrund?

Der 29-Jährige hat nordafrikanische Wurzeln. In einem deutschen Gerichtsurteil für eine frühere Tat heißt es, er sei mit sechs Geschwistern in Straßburg aufgewachsen. Die Schule habe er mit einem dem Hauptschulabschluss vergleichbaren Abschluss verlassen, aber keine Ausbildung gemacht. Danach habe er bei der Gemeinde gearbeitet. Seit 2011 sei er arbeitslos gewesen und nach eigener Aussage viel gereist.

Wie verlief die kriminelle "Karriere" von Chekatt?

Nach Angaben des französischen Innenministers Christophe Castaner wurde Chekatt mit 13 Jahren das erste Mal verurteilt. Nach einem Urteil des deutschen Amtsgerichts Singen aus dem Oktober 2016 wurde Chekatt bereits 2008 in Frankreich wegen mehrerer Einbruchdiebstähle zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilt. 2013 belegte ihn ein Gericht im schweizerischen Basel wegen weiterer Einbruchdiebstähle mit einer weiteren Haftstrafe von anderthalb Jahren. Beide Strafen verbüßte er nur zum Teil. Vom Amtsgericht Singen wurde er dann im Oktober 2016 wegen schweren Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Von Januar bis Oktober 2016 saß er in Konstanz im Gefängnis, bis Ende Februar 2017 dann in Freiburg. 2017 wurde er nach Frankreich abgeschoben.

Wo wurde aus dem gewöhnlichen Kriminellen ein mutmaßlicher Islamist?

Nach Angaben des französischen Chefermittlers Rémy Heitz war Chekatt der Gefängnisleitung im Jahr 2015 für seine Radikalisierung bekannt. Er war in der Sicherheitsakte "Fiche S" geführt, einer Liste von Personen, die als radikalisiert gelten. Außerdem wurde er Heitz zufolge in der Sicherheitsakte FSPRT gelistet - hier geht es um die Überwachung von Menschen, denen die Behörden Taten bis hin zum Terroranschlag zutrauen. Wie der Sender France Info berichtet, wurde er dort seit Januar 2016 geführt. Chekatt wurde vom Inlandsgeheimdienst DGSI überwacht - France Info zufolge seit seiner Freilassung aus der Haft 2015.

Nach Angaben des Staatssekretärs Laurent Nunez wurde während seiner Gefängnisaufenthalte festgestellt, dass Chekatt sich radikalisiert habe. Es habe nach Wissen der Behörden aber keine Versuche gegeben, nach Syrien zu gehen, um dort am Krieg teilzunehmen.

Die französischen Behörden gehen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur davon aus, dass sich der mutmaßliche Attentäter während seiner Haftzeit im Ausland radikalisiert hat. Den baden-württembergischen Justizbehörden fiel er allerdings nicht mit einer radikal-islamischen Gesinnung auf.

Fiel Chekatt den Behörden im Gefängnis irgendwie auf?

In Konstanz gab es nach Angaben des baden-württembergischen Justizministeriums eine körperliche Auseinandersetzung mit einem Mitgefangenen. Demnach fühlte sich Chekatt "durch das Spiel von Mitgefangenen an einem Tischkicker gestört". Zu schwerwiegenden Verletzungen kam es nicht. Beide Beteiligte beschuldigten einander der Körperverletzung; das Ermittlungsverfahren wurde am Ende eingestellt.

Warum wurde Chekatt von den französischen Behörden als Radikaler geführt, aber nicht von den deutschen?

Die Schwelle für eine Speicherung in der französischen Datei "Fiche S" für Radikale ist deutlich niedriger als für vergleichbare deutsche Datenbanken. Während die deutschen Behörden zur Zeit rund 760 sogenannte islamistische Gefährder zählen, sollen aktuell rund 20.000 Personen in Frankreich gespeichert sein.

Was weiß man über sein Umfeld?

Nach Informationen von France Info war Chekatt oft in einer Straßburger Bar im Bezirk Neudorf. Diese wurde vor einigen Monaten wegen des Verdachts der Geldwäsche zur Finanzierung von islamischen Terrorismus geschlossen.

Christopher Chirvi
December 14, 2018 at 12:04 AM

Macron verfolgt beim EU-Gipfel Ereignisse in Straßburg 

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich beim Brüsseler EU-Gipfel laufend über die Ereignisse in Straßburg informieren lassen. Dort war der mutmaßlichen Attentäter Chérif Chekatt am Donnerstagabend von der Polizei getötet worden. Am Nachmittag und am Abend habe Macron insgesamt drei Mal mit Innenminister Christophe Castaner telefoniert, der sich in Straßburg aufhielt, wie Élyséekreise berichteten.

Macron hatte beim Gipfel den Opfern und Familien erneut die Solidarität der gesamten Nation ausgesprochen. "Es war nicht nur Frankreich, das getroffen wurde - eine französische Stadt, unsere Bürger -, sondern es war genauso eine große europäische Stadt, die vor einigen Tagen tödlich getroffen wurde", sagte der Staatschef. 

Christopher Chirvi
December 14, 2018 at 12:11 AM
Per Twitter bedankte sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Abend bei den Einsatzkräften: 
Christopher Chirvi
December 14, 2018 at 6:25 AM

Deutsche Polizei fährt Grenzkontrollen zurück

An der Suche nach Chekatt waren seit Dienstag in Frankreich und Deutschland mehr als 800 Sicherheitskräfte beteiligt. In Baden-Württemberg waren nach Angaben dortiger Behörden "deutlich über hundert Beamte" im Einsatz. Nach der Nachricht, dass der mutmaßliche Attentäter tot ist, würden die verstärkten Grenzkontrollen "sukzessive redukziert", teilt die Polizei mit. 
Lorena Dreusicke
December 14, 2018 at 7:59 AM

Zurück zur Normalität – Aufruf zum Weihnachtsmarktbesuch

Der französische Innenminister Christophe Castaner hat angekündigt, dass die Weihnachtsmärkte in Straßburg ab Freitag, 11 Uhr, wieder öffnen. In den sozialen Netzwerken rufen Franzosen dazu auf, die Märkte zu besuchen, um ein Zeichen zu setzen. Fußball-Blogger Pierre Ménès twitterte zum Beispiel: "Elsässer Freunde, ehrt die Opfer und ihre Stadt und zeigt, dass das Leben stärker ist als alles andere."
Lorena Dreusicke
December 14, 2018 at 10:53 AM

Chefermittler tritt um 11 Uhr vor die Presse

Nach dem Tod des mutmaßlichen Straßburger Attentäters will sich der Staatsanwalt von Paris, Rémy Heitz, vor den Medien äußern. Die Staatsanwaltschaft lud am Morgen kurzfristig zu einer Pressekonferenz mit dem Chefermittler um 11 Uhr im Straßburger Landgericht ein.
Lorena Dreusicke
December 14, 2018 at 11:33 AM

Rémi Heitz: Polizei sucht nach möglichen Komplizen

Nach dem Tod des mutmaßlichen Straßburger Attentäters Chérif Chekatt sucht die Polizei nach möglichen Komplizen. Die Ermittler wollten herausfinden,ob der 29-Jährige während seiner Flucht unterstützt worden sei, sagte der Pariser Antiterror-Staatsanwalt Rémy Heitz am Freitag in Straßburg.

Lorena Dreusicke
December 14, 2018 at 11:43 AM

Heitz: Sieben Menschen in Gewahrsam

Nach dem Tod des mutmaßlichen Straßburger Attentäters Chérif Chekatt sind sieben Menschen in Polizeigewahrsam. Dabei handele es sich um vier Familienangehörige und drei der Familie nahestehende Personen, sagte der Staatsanwalt von Paris, Rémy Heitz, am Freitag in Straßburg. Zwei von ihnen seien in der Nacht auf Freitag festgenommen worden.
Lorena Dreusicke
December 14, 2018 at 12:20 PM

Weihnachtsmarkt wieder geöffnet

Nach dem Straßburger Terroranschlag ist der Weihnachtsmarkt in der Elsass-Metropole wiedereröffnet worden. Der französische Innenminister Christophe Castaner und der Straßburger Bürgermeister Roland Ries gingen am Freitagvormittag über den Markt in der Innenstadt und sprachen mit Verkäufern und Besuchern. Der Platz wurde abgesichert von Polizei und Soldaten. Hunderte Menschen kamen am Vormittag zur Eröffnung und schlenderten über den Markt. An den Buden konnte man wieder Glühwein und Essen kaufen.
Zusammen mit dem Weihnachtsmarkt in Dresden zählt der Straßburger Weihnachtsmarkt zu den ältesten Europas. Der "Christkindelsmärik" wurde 1570 erstmals erwähnt. Er sollte schon einmal Ziel eines Attentats sein: Im Jahr 2000 wurde ein geplanter Sprengstoffanschlag einer algerischen Gruppe rechtzeitig verhindert.
Lorena Dreusicke
December 14, 2018 at 1:17 PM

Innenminister nennt IS-Bekenntnis zu Attentat "opportunistisch"

Erst nachdem der mutmaßliche Terrorist Chekatt getötet worden war, hat die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) über sein Sprachrohr Amaq erklärt, Chekatt sei einer ihrer "Soldaten". Der französische Innenminister Christophe Castaner bezeichnete das Bekenntnis am Freitag als "vollkommen opportunistisch". Das Bekenntnis ändere auch nichts an den Tatsachen vor Ort.
Lorena Dreusicke
December 14, 2018 at 4:17 PM

Zahl der Todesopfer bei Straßburg-Anschlag steigt auf vier

Drei Tage nach dem schweren Terroranschlag in Straßburg ist die Zahl der Todesopfer von drei auf vier gestiegen. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in Paris.
Christopher Chirvi
December 14, 2018 at 7:51 PM

Macron dankt Sicherheitskräften

Macron legte unter dem Denkmal für den elsässischen General Jean-Baptiste Kléber eine weiße Rose nieder. Unter den Denkmal standen viele Kerzen. Macron dankte anschließend den auf dem zentralen Platz versammelten Sicherheitskräften.
Foto: dpa/Marijan Murat
 

Der Élyséepalast hatte angekündigt, Macron wolle auch mit Familien der Opfer sprechen. Der Staatschef war vorher beim EU-Gipfel in Brüssel gewesen. 

Ankea Janßen

 

▪▪▪ Das Wichtigste in Kürze: 
 
▸ Der mutmaßliche Straßburger Attentäter Chérif Chekatt ist am Donnerstagabend getötet worden.

▸ Er wird verdächtigt, am Dienstag in Straßburg vier Menschen getötet und zwölf verletzt zu haben, sechs von ihnen schwer.

▸ Chekatt war den Behörden bekannt - er war bereits wegen etlicher Diebstähle in Frankreich, der Schweiz und in Deutschland verurteilt worden. 
 
▸ In Deutschland tauchen die Namen seiner Brüder nicht in der Datei für islamistische Gefährder auf.

 
via dpa
dpa-live Desk


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