Vier Wochen Schulverweis Cybermobbing: Schüler montieren Fotos ihrer Lehrer in Pornos

Von Christian Ströhl und dpa

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Von Lehrern in Heppenheim wurden heimlich Fotos gemacht und in Pornos montiert. Foto: imago/MITOVon Lehrern in Heppenheim wurden heimlich Fotos gemacht und in Pornos montiert. Foto: imago/MITO

Heppenheim. Mit heimlich gemachten Aufnahmen haben zwei Schüler Fotos ihrer Lehrer in Pornos eingebaut und ins Internet gestellt.

Zwei Gymnasiasten aus dem südhessischen Heppenheim sollen Fotos von Lehrern in pornografische Darstellungen kopiert und die Bilder im Internet verbreitet haben. Gegen die beiden Jungen wird ermittelt, wie ein Polizei-Sprecher in Darmstadt am Donnerstag sagte. Es seien mehrere Anzeigen wegen Beleidigung eingegangen. Die Ermittler haben die Bilder gesichert und vernehmen Zeugen. Mehrere Medien hatten zuvor über den Fall berichtet. 

"Nicht zur Tagesordnung übergehen"

Die Schulleitung zeigte sich entsetzt über die Vorfälle. Vertretungs-Schulleiterin Katja Eicke sagte auf ffh.de, die betroffenen Lehrer sind durch die Foto-Montagen massiv beleidigt und entehrt worden. "Das haut uns hier alle gerade ganz schön auseinander. Ich will aber, dass hier jetzt ein Nachdenken stattfindet. Wir können jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen."

Die Mittelstufenschüler seien zunächst für vier Wochen vom Unterricht ausgeschlossen worden, sagte der Leiter des Staatlichen Schulamtes in Heppenheim, Rainer Kilian. "Das war natürlich ein massiver Vertrauensbruch innerhalb der Schule." Es sei aber Einsicht bei den Schülern erkennbar. Der Fall zeige, wie wichtig Medienbildung in den Schulen sei und wie Cybermobbing dazu führen könne, straffällig zu werden. Als eine Konsequenz hat das Starkenburg-Gymnasium, das sich selbst auch als "Notebookschule" bezeichnet, jetzt für alle Schüler die Handy-Regeln verschärft.

Körperliche und psychische Auswirkungen

Cybermobbing kann schlimme Folgen haben, für Erwachsene gleichsam wie für Kinder. "Mobbing hat sowohl körperliche, als auch psychische Auswirkungen", sagt die Schweizer Ärztin Karola Hausmann. Die Betroffenen kämpfen mit Magen-Darm-Probleme, mit Depressionen, Persönlichkeitsveränderungen oder einem verringerten Selbstvertrauen. Laut der Studie "Mobbing und Cybermobbing bei Erwachsenen" stufen sich zwölf Prozent der Betroffenen selbst als suizidgefährdet ein.


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