Im Osten und Südosten Nach der Herbst-Rekordwärme droht nun Glatteis

Von dpa

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Von Frost umgeben steht die Wallfahrtskirche Sankt Alban vor dem Panorama der Alpen im Sonnenschein. Foto: Karl-Josef HildenbrandVon Frost umgeben steht die Wallfahrtskirche Sankt Alban vor dem Panorama der Alpen im Sonnenschein. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Offenbach. Sonnig, warm, trocken - so fällt die Bilanz des diesjährigen Herbstes aus. Kurz vor Beginn des meteorologischen Winters zeigt sich der November aber von seiner ungemütlichen Seite. In Teilen Deutschlands droht Glatteis.

Deutlich zu warm und viel zu trocken - so fällt die vorläufige Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auch für den Herbst 2018 aus.

Nach einem Rekord-Frühjahr und einem Ausnahmesommer sei es zwischen September und November vielerorts zu Herbst-Höchstwerten gekommen, sagte ein DWD-Sprecher. Kältere oder feuchtere Abschnitte blieben selten und waren nur kurz.

Das dürfte am Freitag allerdings ganz anders sein: Nach nächtlichen Niederschlägen und überfrierender Nässe in der Nacht zu Freitag droht in Teilen Ost- und Südostdeutschlands Glatteisgefahr. „Voraussichtlich bleibt die Lage bis Samstagvormittag in Ostbayern, im Erzgebirge sowie im Zittauer Gebirge angespannt“, sagte der DWD-Sprecher.

In Ostsachsen, im Bergland und an der See müsse zudem mit starken bis stürmischen Böen gerechnet werden. Während es im Osten und Südosten eher frisch ist und die Temperaturen tagsüber zwischen minus zwei und fünf Grad schwanken, ist es im Westen mit bis zu zwölf Grad für die Jahreszeit sehr mild.

Mild war es in diesem Herbst auch insgesamt: Mit 10,4 Grad lag der Temperaturdurchschnitt in diesem Herbst um 1,6 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode. An manchen Tagen war es noch ausgesprochen sommerlich, sogar heiß.

So war der bundesweit heißeste Herbsttag der 18. September, mit je 33,1 Grad in Pabstorf (Sachsen), bei Magdeburg sowie in Köln-Wahn, wo der bisherige Höchstwert aus dem Jahre 2013 übertroffen wurde. Doch auch bis Mitte Oktober waren bei Spitzenwerten bis 29 Grad noch Sommertage möglich, selbst in den ersten beiden Novemberwochen wurden noch Temperaturen von 20 Grad erreicht. Den bundesweit tiefsten Wert meldete Dippoldiswalde-Reinberg am 28. November mit minus 10,3 Grad.

Mit durchschnittlich 440 Stunden Sonnenschein war der Herbst 2018 zudem der zweitsonnigste seit Beginn flächendeckender Messungen im Jahr 1951. Der „Sollwert“ von 311 Stunden wurde dabei um 141 Prozent überstiegen. Im Südwesten zeigte sich die Sonne sogar an manchen Orten bis zu 520 Stunden lang, während Schleswig-Holstein mit „nur“ 340 Stunden immer noch über dem Sollwert lag.

Dabei blieb der Herbst nach einem regenarmen Sommer erneut deutlich zu trocken. Durchschnittlich wurde mit 95 Litern pro Quadratmeter nur 51 Prozent des Sollwerts von 183 Litern erreicht. Nur in den Jahren 1953, 1959 und 1908 habe es im Herbst weniger geregnet. „Schaut man sich aber Sommer und Herbst zusammen an, war es seit Beginn regelmäßiger Messungen 1881 noch nie zuvor so lange so trocken“, sagte DWD-Sprecher Gerhard Lux.


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