Kampf der Handelsmarken um Kundengunst Emotional, lustig, verstörend: Diese Weihnachtswerbespots bewegen

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Auf die Tränendrüse drückt in diesem Jahr unter anderem der vorweihnachtliche Werbespot von Penny. Screenshot: Rewe GroupAuf die Tränendrüse drückt in diesem Jahr unter anderem der vorweihnachtliche Werbespot von Penny. Screenshot: Rewe Group

Hamburg. Die Weihnachtswerbespots der großen Handelsmarken gelten in der Marketingbranche als Highlight – Jahr für Jahr entwickelt sich ein regelrechter Wettkampf, wessen Spot die Herzen der Zuschauer und potenziellen Kunden am meisten bewegt. Ein Überblick.

Mit dem Beginn der Weihnachtszeit setzen auch die großen Einzelhändler auf Emotionen: Jedes Jahr gibt es neue, teils aufwendig produzierte Werbespots, in denen um die Gunst der Kunden gerungen wird. Und auch online werden sie zu Klickhits. Eine Auswahl: 

Bei Edeka lautet das diesjährige Motto: "Wie viel Weihnachten darf es sein?" Dazu gibt es einen zweiminütigen Clip, in dem zunächst ein Maschinentelegraf in einem Supermarkt zu sehen ist, an dem die Kunden die Menge an Weihnachtsstimmung selbst variieren können. Die Bandbreite reicht dabei von "Null Bock" bis zu 100 Prozent. 

Weihnachtsshow im Edeka-Markt

Zuerst stellt ein junger Mann den Hebel zögerlich auf 50 Prozent – wodurch Weihnachtsmusik einsetzt, sowie singende Engel und Rollschuhfahrende Lebkuchenmänner im Geschäft auftauchen. Eine weitere Kundin erhöht auf 80 Prozent und sorgt für noch mehr Weihnachtsflair – bis ein Kunde dem Treiben mit einer Hebelbewegung auf "Null Bock" zunächst ein Ende setzt. Doch während sich die festliche Gesellschaft schon langsam wieder zurückzieht und zuvor verteilte Glühweinbecher wieder eingesammelt werden, schiebt eine junge Frau den Hebel auf 100 Prozent und löst damit eine große Weihnachtsshow im gesamten Markt aus. 


Unter dem Motto "Kindern ein Lächeln schenken" zeigt Rewe die Geschichte eines Mädchens, das zunächst während des Zähneputzens vor dem Spiegel Gebärdensprache übt, später beim Spaziergang und schließlich im Supermarkt, wo sie von der Kassiererin ein Kartenspiel geschenkt bekommt. Erst kurz danach wird klar, dass sie eigentlich sprechen kann – und wofür sie ihre Gebärdensprache-Fähigkeiten geübt hat.  

Rewe spendet Geld an die Aktion Mensch

Hintergrund ist die Weihnachtsaktion des Einzelhändlers, bei der Kunden für einen Einkaufswert ab 30 Euro noch bis zum 15. Dezember eines von acht Kartenspielen erhalten. Pro Spiel werden 2 Cent an 25 Kinder- und Jugendprojekte der Aktion Mensch-Förderung unterstützt. 


Bei Kaufland steht in diesem Jahr der Weihnachtsmann höchstpersönlich im Mittelpunkt des Werbespots. Es ist Heiligabend und er ist gerade dabei, sich an die Arbeit zu machen, als er eine Nachricht auf sein Handy bekommt: Seine Frau fragt ihn, ob er an die Einkäufe gedacht hat. 

Kaufland ist offizieller Ausstatter des Weihnachtsmannes

Das hat er zwar nicht – dafür hat er er eine Idee, wo er auf die Schnelle noch alles bekommt. Also setzt er sich auf seinen düsenbetriebenen Schlitten und fährt zur nächsten Kaufland-Filiale – wo er nicht lange suchen muss, um alles zu bekommen. Kaufland ist schließlich der offizielle Ausstatter des Weihnachtsmannes, wie es am Ende des Spots heißt. 


Ernster wird es bei Lidl. Im neuen Weihnachtsspot des Discounters geht es zunächst ziemlich unfestlich zu: Es werden Streitigkeiten unter dem Weihnachtsbaum gezeigt, ein wütender Mob, der über die Straße zieht, sowie lautstarke Auseinandersetzungen am Essenstisch und im Straßenverkehr. Immer dazwischen sind verunsicherte Kinder zu sehen – die sich nach und nach schließlich dazu entscheiden, gemeinsam abzuhauen.

Lidl weist auf den Sinn des Festes hin

Ein Licht am Himmel sieht vielversprechender aus als das, was sie zu Hause erleben. Aus ihren mitgebrachten Geschenken bauen sie eine Treppe in Richtung Himmel und erleben dort gemeinsam ein fröhliches Fest, das auch ohne Geschenke funktioniert. "Weihnachten ist das Fest der Liebe", ist am Ende des Werbespots zu lesen. "Vermasseln wir es nicht."


Noch stärker auf Emotionen setzt Penny. In einem animierten Spot wird – untermalt von einer neu interpretierten Version des Elton-John-Klassikers "Your Song" – eine alleinerziehende Mutter gezeigt, die es nicht schafft, die Wünsche ihres Sohnes zu erfüllen. Während die Freunde des Jungen gekaufte Kostüme zu Halloween tragen, muss er mit einer von der Mutter aus alten Kleidern zusammengeschneiderten Verkleidung vorlieb nehmen. Und während die anderen Kinder auf dem See beim Eislaufen Spaß haben, ist in seiner Familie nicht genug Geld, um Schlittschuhe zu mieten. 

Penny setzt auf Emotionen

Als seine Vorfreude auf das Fest merklich nachlässt, hat seine Mutter doch noch eine Überraschung für ihn bereit, die sie auch mit ihren knappen Mitteln vorbereiten konnte. Am Ende des Werbespots ist zu lesen: "Weihnachten braucht nicht viel. Nur Liebe."


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