Fragen und Antworten Nach Tod eines Kindes in Gütersloh: Wie sich Kitas für Notfälle rüsten müssen

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Geeignetes Erste-Hilfe-Material ist in Kitas Pflicht. Symbolbild: imago/Westend61Geeignetes Erste-Hilfe-Material ist in Kitas Pflicht. Symbolbild: imago/Westend61

Hannover. Ein aktueller Fall sorgt für Entsetzen: In Gütersloh ist ein Mädchen beim Essen in der Kita qualvoll erstickt. Die Erzieher leisteten vergeblich erste Hilfe. Wie müssen sich Kindertagesstätten auf medizinische Notfälle vorbereiten?

In einer Kindertagesstätte in Nordrhein-Westfalen hat sich am Montag ein zweijähriges Mädchen beim Essen verschluckt – und ist daran erstickt. Viele Eltern sind verunsichert – wie konnte so etwas passieren? Die Erzieher hätten sofort erste Hilfe geleistet, berichtet die Polizei. Über mögliche Fehler oder Versäumnisse ist noch nichts bekannt. Doch wie steht es in Deutschland um Notfallversorgung in Kitas?

Damit bei Unfällen in Kindertagesstätten schnell und vor allem wirksam geholfen wird, schreibt das Sozialgesetzbuch (SGB VII) wirksame Erste-Hilfe-Vorkehrungen vor, die der so genannte Unfallversicherungsträger treffen muss. Bei kommunalen Kitas betrifft das die Unfallkassen, bei Kitas in freier Trägerschaft meist die Berufsgenossenschaft für Gesundheits- und Wohlfahrtswesen. Kinder sind dabei – wie Arbeitnehmer – grundsätzlich unfallversichert: Die Kommunen und Länder tragen die Folgekosten des Unfalls sowie der Erste-Hilfe-Ausbildung der Mitarbeiter.

Wie gut sind Kitas auf Notfälle vorbereitet? 

Dazu hat der Spitzenverband der Unfallkassen, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, in der Unfallverhütungsvorschrift einen bundesweit geltenden Vorschriftenkatalog aufgesetzt. 

Darin steht unter anderem, dass es mindestens einen geschulten Ersthelfer pro Kindergruppe geben muss. Ferner braucht es in Kitas – wie auch in Schulen – "geeignete Räume" oder Liegemöglichkeiten für medizinische Notfälle (§25 DGUV) sowie geeignetes Erste-Hilfe-Material (nach DIN 13157) in einem Verbandskasten. Verantwortlich für diese Präventionsmaßnahmen ist der Träger der Einrichtung. Kita-Mitarbeiter müssen alle Verletzungen konsequent dokumentieren und stets die Sorgeberechtigten informieren.

Wie ist die Lage in Niedersachsen?

Weil jeder Erzieher im Notfall ein Kind versorgen können soll, gehört eine Grundschulung in erster Hilfe in allen Bundesländern zur Berufsausbildung. Die Bundesländer tragen zudem die Ausbildungskosten für die vorgeschriebenen Ersthelfer sowie für deren Auffrischungstraining nach zwei Jahren.

In Niedersachsen können kommunale und freie Kitas Anträge für Erste-Hilfe-Kurse bei der Landesunfallkasse oder beim Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover vorab einreichen. Nach der Prüfung des Antrags werden die Kosten für einen Pädagogen pro Kindergruppe erstattet.

Was lernen die Erzieher in der Ausbildung?

Die Ausbildungen vermitteln Maßnahmen einfacher erster Hilfe, wie zum Beispiel Wundversorgung, aber auch lebensrettende Maßnahmen, wie Reanimation, sowie grundsätzliche Handlungsstrategien, etwa ein systematisches Vorgehen.

Darüber, wie man in Notfallsituationen Kindern richtig hilft, informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf dem Portal kindergesundheit-info.de.


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