Nach skurriler Äußerung Lustige Finnen zeigen Donald Trump, wie sie ihre Wälder reinigen

In diesen Zeiten brauche man auch etwas zum Lachen, sagt Pyry Luminen über ihr Twitter-Foto. Foto: Pyry LuminenIn diesen Zeiten brauche man auch etwas zum Lachen, sagt Pyry Luminen über ihr Twitter-Foto. Foto: Pyry Luminen

Helsinki. Donald Trump hat eine Erklärung, wie die Waldbrände in Kalifornien hätten verhindert werden können – und zieht so das Gelächter in Sozialen Netzwerken auf sich. Vor allem in Finnland erklären die Twitter-User dem US-Präsidenten, wie sie ihre Wälder sauber halten.

Es wird als das tödlichste Feuer in der Geschichte des Bundesstaates Kalifornien bezeichnet und hat mindestens 79 Menschen das Leben gekostet, mehr als 1000 werden noch immer vermisst. Am Wochenende hat sich US-Präsident Donald Trump ein Bild der Zerstörung gemacht und mit einer Aussage für Verwirrung gesorgt. 

Finnen machen sich über Trump lustig

Das Forstmanagement in Kalifornien sei ein "sehr großes Problem", sagte Trump am Samstag und verwies auf ein Gespräch mit dem finnischen Präsidenten Sauli Niinistö. Die Finnen würden viel Zeit darauf verwenden, die Waldböden zu harken und zu reinigen – und hätten deswegen keine vergleichbaren Probleme. 

Weiterlesen: Trump im Waldbrandgebiet: "Ein sauberer Waldboden ist sehr wichtig"

Sauli Niinistö hat das Gespräch mit Trump am Sonntag in der Finnischen Zeitung Ilta-Sanomat zwar bestätigt – er habe kurz mit dem US-Präsidenten gesprochen und ihm auch gesagt, dass man sich in Finnland um die Wälder kümmere. Er könne sich aber nicht erinnern, dass es dabei um Harken ging. 

Im Internet machen sich inzwischen zahlreiche Finnen über die Aussagen des US-Präsidenten lustig und versuchen ihm zu erklären, warum das Waldmanagement in ihrem so erfolgreich Land funktioniert. 

#FinnishRakingSeason

Vor allem das Foto von Pyry Luminen hat weite Kreise bei Twitter gezogen. Es zeigt sie mit ihrem Staubsauger auf einem laubbedeckten Boden, dazu schrieb sie: "Nur ein ganz normaler Tag im finnischen Wald".

Sie sei über diese große Aufmerksamkeit überrascht, sagt die Finnin auf Anfrage. "Ich glaube, in diesen traurigen und unsicheren Zeiten von schlechter Führung und Erderwärmung brauchen wir alle auch ein paar Lacher", so Pyry Luminen: Man dürfe seine positive Einstellung nicht aufgeben. 

Lauri Markkanen ist bereit zum Harken

Der finnische NBA-Basketballer Lauri Markkanen von den Chicago Bulls zeigte sich ebenfalls auf Twitter – mit einem Laubbesen in der Hand und dazu unter dem Hashtag #FinnishRakingSeason die Frage, ob jemand seinen Boden geharkt bekommen müsse. 

Der Forscher Veli-Pekka Kivimäki schrieb, Finnland sei zu 80 Prozent von Wald bedeckt. Da könne man nicht überall "Maniküre betreiben".

"Wie verhindern wir Waldbrände in Finnland?", fragte Twitter-Nutzer Aleksi Valavuori – und gab dazu die passende Antwort in Bildform. Wie man harkt lernten Finnen bereits als Babys. Behilflich sei dafür die berühmte "Finnish Baby Box".

Journalist Christian Christensen erklärte, wie es dann weitergeht: Alle Finnen seien gesetzlich dazu verpflichtet, sechs Monate nach ihrem Schulabschluss in den Wäldern zu harken. Wer sein Ziel verfehlt, müsse sechs weitere Monate harken. 

Der britische Cartoonist David Waywell dagegen fragt sich noch immer, woran es liegen kann, dass es in kalifornischen Wäldern eher brennt, als in finnischen...



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