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Tipps für einen guten Abgang Richtig kündigen: Regeln einhalten und Stil wahren

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Bevor Arbeitnehmer ihre Sachen packen, sollten sie noch einmal überprüfen: Haben sie alle wichtigen Dokumente an ihren Nachfolger übergeben? Und ist die Abschiedsmail an die Kollegen verschickt? Foto: Andreas Gebert/dpa-tmnBevor Arbeitnehmer ihre Sachen packen, sollten sie noch einmal überprüfen: Haben sie alle wichtigen Dokumente an ihren Nachfolger übergeben? Und ist die Abschiedsmail an die Kollegen verschickt? Foto: Andreas Gebert/dpa-tmn

Osnabrück. Über die Vorfreude, dass ein neuer Arbeitsvertrag unterschrieben ist, sollte nicht vergessen werden, dass der alte Job noch ordentlich gekündigt werden muss. Wer sich seinen guten Ruf erhalten will, sollte bei der Beendigung seines vorigen Arbeitsverhältnisses souverän vorgehen und fair und sauber bleiben. Denn meistens sieht man sich im Leben zweimal.

Das Bewerbungsgespräch für den neuen Job ist überstanden. Die Zusage steckt schon in der Tasche. Doch bevor man sich auf die neue Stelle freuen kann, gibt es noch eine unangenehme Aufgabe: die Kündigung beim alten Arbeitgeber. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt, sagt Doris Brenner, Beraterin für Karriere- und Personalentwicklung aus Rödermark. „Wer bei der Kündigung verbrannte Erde hinterlässt, tut sich selbst keinen Gefallen“. Kündigen sollte man erst, wenn der neue Job wirklich in trockenen Tüchern ist. „Eine mündliche Zusage allein kann riskant sein – vor allem in Unternehmen, in denen für Einstellungen die Zustimmung des Betriebsrates vonnöten ist“, sagt Brenner.

Deshalb sei es sinnvoll, bis zum Vertragsabschluss zu warten, bevor man den aktuellen Arbeitgeber in Kenntnis setzt. Erster Ansprechpartner sollte dabei stets der direkte Vorgesetzte sein. Ihm sollten zunächst die Gründe für den Wechsel dargelegt werden, ohne dabei diese Gelegenheit für eine „Abrechnung“ zu missbrauchen. Vielmehr sollten die positiven Aspekte und guten Entwicklungsmöglichkeiten betont werden, die der neue Job bietet – und auch, inwieweit die gekündigte Arbeit dafür eine gute Grundlage geschaffen hat. Das ist auch sinnvoll im Hinblick auf ein gutes, qualifiziertes Arbeitszeugnis.

Bei der Kündigung nicht nachtreten

Nicht nur bei der Bewerbung, sondern auch bei der Kündigung sollten Arbeitnehmer auf guten Stil achten. „Einfach ein Kündigungsschreiben an die Personalabteilung schicken und dem Vorgesetzten nicht Bescheid sagen: Das geht gar nicht“, so Brenner. Auch die Karriereberaterin Ute Bölke sagt, dass einer formalen schriftlichen Kündigung ein informelles, mündliches Vieraugengespräch mit dem Chef vorausgehen sollte. „Darin können die Beweggründe für den Jobwechsel dargelegt werden. Allerdings würde ich jedem davon abraten, schlecht über den Arbeitgeber zu sprechen und nachzutreten“, erklärt auch sie.

Laut Brenner ist es ratsam, sich für die Zusammenarbeit zu bedanken und zu betonen, dass man nicht aus Unzufriedenheit kündigt. Arbeitnehmer können erläutern, welche Chancen und Perspektiven sie sich stattdessen von der neuen Position erwarten. Es sei zudem empfehlenswert, zu signalisieren, dass man das bisherige Arbeitsverhältnis sauber beenden will. Die Kündigung sollte in Briefform eingereicht werden und nicht per E-Mail oder Fax. „Das schafft Rechtssicherheit“, sagt Martina Perreng, Arbeitsrechtlerin vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).

Zudem könne man sich auf einer Kopie vom Geschäftsführer oder einem Mitarbeiter der Personalabteilung den Eingang der Kündigung bestätigen lassen. Wer sich für den Postweg entscheidet, wählt am besten ein Einschreiben mit Rückantwortschein. Über die mögliche Rückzahlung von Aus- oder Fortbildungskosten sollte man eine Vereinbarung treffen, etwa, dass diese entfällt, wenn man sich um einen geeigneten Nachfolger kümmert oder die Übergabe kooperativ und reibungslos erfolgt.

Einen guten letzten Eindruck machen

Rückt der letzte Arbeitstag näher, ist es wichtig, bis zum Schluss mit Engagement bei der Sache zu sein und sich möglichst nicht etwa am Ende noch krankschreiben zu lassen. „Das würde einen schlechten Eindruck machen“, warnt Bölke. Wichtiger sei es, in dieser Zeit alles zur Verfügung zu stellen, was der Nachfolger oder die Kollegen brauchen, um die Arbeit fortzuführen. Man könne zudem eine interne Abschieds-Mail verschicken und dort eine private Mail-Adresse angeben, falls die Kollegen später Kontakt aufnehmen wollen. Auch eine Vernetzung über berufliche Netzwerke wie beispielsweise Xing kann dabei helfen, in Verbindung zu bleiben.

Am letzten Tag ist ein Ausstand eine gute Möglichkeit, positiv im Gedächtnis zu bleiben und sich auch als Zeichen für die Verbundenheit und Wertschätzung der ehemaligen Kollegen für die geleistete Unterstützung und Zusammenarbeit zu bedanken, ohne dabei irgendjemanden bloßzustellen. Dass Arbeitnehmer bei einer Kündigung einen möglichst positiven letzten Eindruck hinterlassen sollten, hat laut Brenner mehrere Gründe. „Man sieht sich ja oft zweimal im Leben. Vor allem, wenn man in derselben Branche bleibt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich die Wege mit dem bisherigen Arbeitgeber wieder kreuzen.“ Es könne auch sein, dass es mit dem neuen Job Probleme gibt. Arbeitnehmer sollten sich daher eine mögliche Rückkehr stets offenhalten und nicht ausschließen – sozusagen als Hintertürchen im Hinterkopf.


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