Nichts für schwache Nerven Die neue Ausgabe "Spurensuche" mit wahren Verbrechen aus der Heimat

Von Bastian Klenke, Reinhard Fanslau, Frauke Backs und Ann-Christin Fischer

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Knast statt Nationalmannschaft: der ehemalige Bundesligaspieler Willi Kraus musste unter anderem für einen Bankraub in Bramsche-Gartenstadt eine mehrjährige Haftstrafe absitzen. Fotos: NOZ Archiv/iStockKnast statt Nationalmannschaft: der ehemalige Bundesligaspieler Willi Kraus musste unter anderem für einen Bankraub in Bramsche-Gartenstadt eine mehrjährige Haftstrafe absitzen. Fotos: NOZ Archiv/iStock

Osnabrück. Verbrechen aus Leidenschaft, aus Habgier, aus Wut, aus Verzweiflung: jeden Tag lesen wir über derlei Fälle in der Zeitung. Die zweite Ausgabe des Magazins "Spurensuche" von NOZ Medien erzählt von diesen Untaten, die genau hier, im Emsland, dem Osnabrücker Land und der Grafschaft Bentheim passiert sind. Hier finden Sie einen Vorgeschmack auf das neue Magazin. Aber Achtung: Das ist nichts für schwache Nerven!

Der Bankräuber aus der Bundesliga


Von Reinhard Fanslau 

Für den damaligen Direktor der OLB-Filiale im Stadtteil Gartenstadt und seine zwei Angestellten entwickelte sich der Morgen des 31. Januar 1969 zu einem einzigen Albtraum. Als sie wie gewohnt die Räume des Geldinstitutes betraten, waren zwei ungebetene Gäste schon da. Willi Kraus und sein Komplize Heinz Schultheis, beide maskiert, bedrohten die drei ahnungslos wie gewohnt zum Dienstantritt gekommenen Bankbeschäftigten mit einer Pistole und fesselten und knebelten ihre Opfer. Dann räumten sie den Tresor aus. Die beiden Bankräuber erbeuteten 60.000 Mark und 3.300 holländische Gulden. Zwanzig Minuten dauerte die ganze Aktion, dann brausten die jungen Männer mit ihrer Beute in einem roten Alfa Romeo davon. 

Zunächst fragten sich alle, wie die beiden Verbrecher in die Bankfiliale hineingelangt sind. Denn Einbruchsspuren an Fenstern oder Türen existierten nicht. Es kamen nur wenige Möglichkeiten in Betracht. Die Ermittler kamen schnell Renate R. auf die Schliche. Die Bramscherin arbeitete stundenweise als Raumpflegerin in der Bank und besaß einen Schlüssel. Doch wie schloss sich der Kreis der bisher unbescholtenen Renate R. zu den beiden Tätern?

Wenn er nicht vor knapp 50 Jahren in Bramsche eine Bank über fallen hätte, dann würde sein Name heute vielleicht in einem Atemzug mit Franz Beckenbauer, Uwe Seeler oder Gerd Müller genannt werden. Willi Kraus galt damals als Riesentalent im deutschen Fußball und stand kurz vor dem Sprung in die Nationalelf.

In 36 Bundesligaspielen erzielte Willi Kraus 16 Tore. Hier im Trikot des FC Schalke 04 gegen den HSV. Foto: NOZ Archiv/iStock

Es gelang der Polizei, auch diesen Zusammenhang schnell herzustellen. Raumpflegerin und Bankräuber kannten sich. Kraus wurden zuvor drei Überfälle auf Lebensmittelmärkte in Osnabrück zur Last gelegt. Der Fußballer mit krimineller Ader saß in der Zeit seiner Untersuchungshaft in derselben Zelle ein wie der Ehemann von Renate R., der natürlich ab und zu Besuch von seiner Gattin bekam. Es gab eine weitere Verbindung zwischen Willi Kraus und Renate R.

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Bis dass der Tod sie scheidet  

Von Reinhard Fanslau

Die Zeitzeugin, die ihren Namen nicht genannt haben möchte, ist heute noch fassungslos und erinnert sich ganz genau an die Ereignisse, die heute bereits 46 Jahre zurückliegen.

Kurt A. arbeitete nach seiner Schulzeit als Lkw-Fahrer. Eines Abends traf er nach Feierabend in der Dorfkneipe den gleichaltrigen Georg R. Die beiden jungen Männer tranken zusammen Schnaps und unterhielten sich. Irgendwann im Laufe des Abends machte Georg seinem Gesprächspartner offenbar das Angebot, bei ihm einzuziehen, in das Haus in dem emsländischen Dorf, das er zusammen mit seiner Frau Ursula und der Tochter Anja bewohnte. Schon mit 13 war Ursula von Georg das erste Mal schwanger geworden. Später kamen die Töchter Katja, Andrea und Pia dazu. Warum Georg den eigentlich Fremden als Mitbewohner haben wollte, blieb damals auch den Ermittlern unklar. Eventuell waren es finanzielle Gründe, so vermuteten sie es zumindest.

Das spätere Opfer galt nicht gerade als wohlhabend, die Miete von Kurt konnte das Paar also wahrscheinlich gut gebrauchen. Doch schon kurze Zeit nach Einzug des neuen Mieters ging das Getuschel im Dorf los: Ursula wurde jetzt immer häufiger mit Kurt statt mit ihrem Ehemann gesehen. Hatten die beiden ein Liebesverhältnis miteinander? Auch Georg mag das Gerede mitbekommen haben, blieb aber trotzdem im Haus wohnen und wäre nach damaligen Zeugenaussagen auch nie auf die Idee gekommen, die Ehe aufzulösen. Der Grund: Er liebte seine inzwischen vier Töchter über alles.

Aus Liebe wurde Einsamkeit. Die Einsamkeit endete in einer Tragödie. Fotos: iStock


Doch eines Tages spitzte sich Lage dramatisch zu. Am 6. Juni 1972 fuhr Ursula nach Meppen und meldete ihren Mann bei der Polizei als vermisst. Längst war auch bis zu den Beamten durchgesickert, dass Ursula und der Untermieter etwas miteinander hatten. Sofort dachten die Beamten an Mord, Beweise dafür gab es aber nicht. Zwei Tage nach der Vermisstenmeldung fand die Polizei das Auto von Georg R. in einem kleinen Teich in der Nähe von Twist-Neuringe. Die Ermittler hatten dazu zwei

Theorien: Entweder lebte der Vermisste noch und wollte sein Auto loswerden, bevor er nach Holland verschwand. Oder aber Kurt A. hatte seinen Vermieter umgebracht und dann den Wagen versenkt, um Spuren zu verwischen. Diese Fragen blieben jedoch zunächst unbeantwortet. Klar war damals nur, dass sich die Leiche von Georg R. nicht im Auto befand.

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Wahre Verbrechen aus der Heimat: Spurensuche. das neue Magazin von NOZ-Medien. Foto: NOZ


Strategien der Notwehr 

von Catharina Kronisch

Deutschland wird immer sicherer. Laut Angaben der aktuellen polizeilichen Kriminalstatistik ist im vergangenen Jahr die Zahl der registrierten Straftaten in der Bundesrepublik um 9,6 Prozent zurückgegangen. Ähnlich sieht das auch im Bereich der Polizeidirektion Osnabrück aus. Das bestätigt Polizeipräsident Bernhard Witthaut: „Das Sicherheitsniveau im Bereich der Polizeidirektion Osnabrück ist ausgesprochen hoch und die Menschen in unserer Region sind immer weniger von Kriminalität direkt betroffen.” Das ist rein statistisch …

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Denn trotzdem bleibt die Angst. Die nackte Angst, die im Nacken sitzt, wenn man abends allein nach Hause geht. Das mulmige Gefühl, das einen schon tagsüber beim Joggen im Wald beschleicht. Und immer stärker die Furcht, in einem überfüllten Bus zu sitzen und bedrängt oder am Bankautomaten hinterrücks angegriffen zu werden. Und im Dunkeln ins Parkhaus zu fahren, ist für viele nur noch der blanke Horror. 

Die Folge: Immer mehr Menschen sind verunsichert, sie fürchten sich.  In erster Linie sind es Frauen.  Manche fürchten sich so sehr, dass sie abends nicht mehr allein das Haus verlassen. Sie leiden derartig, dass sie irgendwann beschließen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Sie wollen sich wehren, sich schützen können. In Selbstverteidigungsoder Selbstbehauptungskursen lernen Frauen vieles über ihr eigenes Verhalten und was sie im Ernstfall tun können, um heil aus einer bedrohlichen Situation herauszukommen. 

Polizeioberkommissarin Sandra Pendl erklärt, worauf es beim Selbstbehaupten ankommt. Foto: Philipp Hülsmann


„Der Täter sucht sich sein Opfer aus”, sagt Kriminalhauptkommissar Christian Sommer von der Polizeiinspektion Osnabrück. Was er damit meint, ist: Wer verschreckt und ängstlich aussieht, wird eher Opfer eines Überfalls als ein selbstbewusster Mensch. Aber dem kann man entgegenwirken. Das können Menschen lernen.

„Aufrecht stehen, Haltung zeigen, Schultern zurück“: Sommer weiß, wovon er spricht. Seit mehr als sieben Jahren ist er Trainer für systemisches Einsatztraining und leitet, zusammen mit seiner Kollegin Sandra Pendl, sogenannte „Selbstbehauptungskurse für Frauen“. Doch was ist das überhaupt?

Der erste Eindruck zählt

Selbstbehauptung, sagen die Polizeibeamten, ist der erste Schritt, der getan werden muss, um sich selbst zu verteidigen. Was kompliziert klingt, ist eigentlich logisch: „Wir legen den Fokus darauf, dass Frauen ihre Stärken erkennen, um nicht in die Opferrolle zu geraten“, sagt Polizeioberkommissarin Sandra Pendl. „In einem Selbstbehauptungskurs lernen die Frauen, ihre Körpersprache und ihre Stimme richtig einzusetzen, bevor es überhaupt zu einem Überfall kommt, bevor es also um die konkrete Abwehr eines Angriffes geht”, erklärt sie. 

Bei den Selbstbehauptungskursen der Polizei Osnabrück wird nicht nur das Verhalten im Falle eines Überfalls trainiert. Foto: Philipp Hülsmann


Größter Angstfaktor für Frauen: der Mann

Die größte (und fast einzige) Angst bei Frauen sei die Angst vor einem Übergriff durch einen Mann, berichten die Beamten. So ein Überfall, sei er sexueller oder räuberischer Natur, könne durch ein selbstbewusstes Verhalten in manchen Fällen vermieden werden: „Männer merken an der Körperhaltung, wie sich Frauen fühlen und testen dann, was sie sich erlauben können“, sagt die Trainerin für Selbstbehauptung. Ein sicheres, resolutes Auftreten könnte Täter abschrecken.

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Sprurensuche: Wahre Verbrechen aus der Heimat

Das neue Magazin von NOZ Medien beleuchtet wahre Verbrechen aus dem Osnabrücker Land und dem Emsland. Das Heft ist für 6,50 Euro erhältlich in allen Geschäftsstellen, fast überall dort, wo es Zeitschriften gibt und im Online-Shop unter www.lieblingswelt.de/spurensuche.

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