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Vor Gericht in New York Jury-Auswahl im Prozess gegen Drogenboss „El Chapo“

Von dpa

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Die US-Justiz wirft dem 61-jährigen unter anderem Drogenhandel, Geldwäsche und das Führen einer kriminellen Organisation vor. Foto: U.S. law enforcement/ArchivDie US-Justiz wirft dem 61-jährigen unter anderem Drogenhandel, Geldwäsche und das Führen einer kriminellen Organisation vor. Foto: U.S. law enforcement/Archiv

New York. Joaquín „El Chapo“ Guzmán galt einst als mächtigster Drogenboss der Welt. Jetzt muss sich der Mexikaner vor Gericht in New York verantworten. Doch erst einmal gilt es, die zwölf Geschworenen zu finden - unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen.

Die Jury-Auswahl im Prozess gegen den ehemaligen mexikanischen Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán zieht sich hin. Staatsanwaltschaft und Verteidigung entließen die potenziellen Geschworenen, ohne sich auf eine endgültige Jury festgelegt zu haben, wie US-Medien berichteten.

Eigentlich hatte Richter Brian Cogan gehofft, die Jury-Auswahl am Dienstag abschließen zu können. Nun rechnen Beobachter für diesen Mittwoch mit einer endgültigen Auswahl der zwölf Geschworenen und sechs Ersatzjuroren. Insgesamt hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung am Montag und Dienstag 74 mögliche Kandidaten befragt.

Spätestens bis zu den für kommenden Dienstag (13.11.) geplanten Eröffnungsplädoyers muss die Jury stehen, die dann aus Sicherheitsgründen anonym über Guzmáns Schicksal entscheiden soll. „El Chapo“ war am Dienstag in dunkelblauem Anzug, hellblauem Hemd und Krawatte am Gericht erschienen.

Die US-Justiz wirft dem 61-jährigen unter anderem Drogenhandel, Geldwäsche und das Führen einer kriminellen Organisation - des mexikanischen Drogenkartells Sinaloa - vor. Er soll tonnenweise Kokain und Heroin in die USA geschmuggelt und damit Milliarden verdient haben. Zudem soll „El Chapo“ für bis zu 3000 Morde verantwortlich sein.

Guzmán, der einst als mächtigster Drogenhändler der Welt galt, droht lebenslange Haft. Die Todesstrafe ist nach einer Einigung zwischen Mexiko und den USA ausgeschlossen. Seit seiner Auslieferung im Januar 2017 an die USA wartet er unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen auf seinen Prozess in New York. Das Gericht in Brooklyn gilt als Institution im Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Das Verfahren wird nach Einschätzung von Richter Cogan mehrere Monate dauern.


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