Nach Vergewaltigungsfall Freiburgs OB deaktiviert Twitter-Account wegen Morddrohungen

Von dpa

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Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn hat seinen Twitter-Account nach Morddrohungen deaktiviert. Foto: Patrick SeegerFreiburgs Oberbürgermeister Martin Horn hat seinen Twitter-Account nach Morddrohungen deaktiviert. Foto: Patrick Seeger

Freiburg/Stuttgart. Der Oberbürgermeister von Freiburg bekommt Morddrohungen, nachdem er im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung vor einer Pauschalverurteilung von Flüchtlingen gewarnt hat. Die Opposition im Stuttgarter Landtag attackiert derweil den Innenminister.

Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) hat nach Anfeindungen im Internet seine Accounts auf Twitter und Instagram deaktiviert.

In Folge der mutmaßlichen Vergewaltigung einer 18-Jährigen hätten den OB in den sozialen Medien Beleidigungen und Morddrohungen erreicht, sagte eine Sprecherin. Die Masse an Nachrichten sei nicht mehr zu bewältigen gewesen. Der 33-Jährige, der bisher sehr aktiv über soziale Medien kommunizierte, sei aber weiter über Facebook erreichbar. Damit wolle er zeigen, dass er sich nicht wegducke.

In der Nacht zum 14. Oktober soll eine junge Frau nach einem Disco-Besuch von mehreren Männern in Freiburg vergewaltigt worden sein. Acht sitzen in Untersuchungshaft - sieben Syrer im Alter von 19 bis 29 Jahren und ein 25 Jahre alter Deutscher. Horn hatte nach der Tat davor gewarnt, Flüchtlinge pauschal zu verurteilen und war dafür aus rechten Kreisen angegriffen worden.

Die Opposition im baden-württembergischen Landtag geht derweil das CDU-geführte Landesinnenministerium an. FDP-Landtagsfraktionschef Hans-Ulrich Rülke verlangte am Mittwoch in Stuttgart Aufklärung dazu, warum der seit dem 10. Oktober vorliegende Haftbefehl gegen einen der Hauptverdächtigen zunächst nicht vollzogen wurde. SPD-Vize-Landtagsfraktionschef Sascha Binder sagte: „Die Bevölkerung hat ein Recht darauf zu erfahren, aus welchen Gründen der Haftbefehl tatsächlich nicht vollstreckt wurde.“

Das Innenministerium erklärte, der tatsächliche Aufenthaltsort des Tatverdächtigen sei nicht gesichert gewesen - deshalb sei „polizeiintern und aus ermittlungstaktischen Gründen das Fahndungsdezernat mit dem weiteren Vollzug mehrerer zu koordinierender strafprozessualer Maßnahmen beauftragt“ worden. Der Haftbefehl war erst am 21. Oktober vollstreckt worden - obwohl darauf nach Angaben der „Bild“-Zeitung vermerkt war, dass der Mann als Intensivtäter einzuschätzen sei.

Unterdessen trafen sich Strobls Staatssekretär Julian Würtenberger, Freiburgs Polizeipräsident Bernhard Rotzinger und Oberbürgermeister Martin Horn im Freiburger Rathaus, um die Sicherheitslage in der Stadt zu besprechen. Über Ergebnisse wurde zunächst nichts bekannt. Horn hatte am Montag mehr Polizisten für seine Stadt gefordert.

In München beschäftigt die Staatsanwaltschaft derzeit ein möglicherweise größeres Sexualverbrechen an einer 15-Jährigen. Es gebe ein Ermittlungsverfahren, fünf Tatverdächtige seien in Untersuchungshaft, bestätigte ein Sprecher am Mittwoch. Weitere Einzelheiten wollte er nicht nennen. Bis in die nächste Woche hinein sind Befragungen geplant. Diese sollten nicht durch Veröffentlichungen von vorläufigen Ermittlungsergebnissen beeinflusst werden.

Nach Medienberichten von Bayerischem Rundfunk, „Abendzeitung“, „Münchner Merkur“ und „tz“ handelt es sich bei dem Opfer um eine 15-Jährige, bei den Tatverdächtigen um anerkannte Asylbewerber aus Afghanistan. Im September hätten sich sechs junge Männer jeweils einzeln an verschiedenen Orten und an verschiedenen Tagen an der Jugendlichen vergangen. Die 15-Jährige, die in einer Betreuungseinrichtung lebte, sei womöglich mit Drohungen gefügig gemacht worden. Schließlich habe sich die junge Frau ihrer Betreuerin anvertraut.


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