Bilanz einer Reise Herzogin Meghan bekommt Maori-Umhang geschenkt

Von dpa

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Rotorua. Woran misst man im britischen Königshaus, ob sich eine Reise gelohnt hat? Wenn es nach dem Interesse geht, war die Pazifik-Tour von Meghan und Harry ein Triumph. Was Geschenke fürs ungeborene Baby betrifft, erst recht. Am Schluss bekam auch die werdende Mutter noch was.

Natürlich sind die Mitglieder des britischen Königshauses anders unterwegs als unsereins. Man fliegt erste Klasse, überall stehen Limousinen bereit, und wenn das eigene Land gerade keine so großartige Residenz hat wie jene in Sydney mit Blick aufs Opernhaus, dann nächtigt man in Luxushotels. Trotzdem ist eine 16-Tage-Tour wie die von Prinz Harry und Meghan durch den Pazifik eine Strapaze. Gerade für eine werdende Mutter.

Aber dafür wurde das Paar, bevor es am Donnerstag nach London zurückgeht, auch reichlich beschenkt. Vermutlich wurde das Hause Windsor noch nie in seiner Geschichte mit so viel Fan-Artikeln überhäuft. Allein: Die allermeisten Gaben waren weder für den Herzog noch für seine Frau, sondern für das „Baby Sussex“. So wird der Nachwuchs, der im Frühjahr 2019 zur Welt kommen soll, mangels näherer Informationen über Geschlecht und Namen inzwischen genannt.

Das erste Geschenk gab es, kaum dass die Nachricht von der Schwangerschaft der Ex-Schauspielerin bekannt war. Der britische Generalgouverneur in Australien, Sir Peter Cosgrove, drückte dem Paar gleich zur Begrüßung ein Plüsch-Känguru samt Baby im Beutel in die Hand. Dazu gab es in kleinster Kindergröße ein Paar der typischen australischen Lammfell-Stiefel. Harry (34) feixte, Meghan (37) sagte: „So süß.“ Und so nahm die Geschichte ihren Lauf.

Seither heimste das Paar Baby-Ausstattung ein, mit dem außer den Kinderzimmern des Kensington Palace auch noch viele andere gefüllt werden können. Die üblichen Strampler, Schnuller, Schnabeltassen und Krabbeldecken, aber auch Landestypisches: alle möglichen Plüsch-Versionen der australischen Tierwelt (sogar ein Echidna, ein recht sonderbarer Ameisenigel), eine Mini-Ausgabe der rot-gelben Rettungsschwimmer-Uniform, Fingerpuppen von neuseeländischen Vögeln, Rugby-Shirts mit dem Aufdruck „Baby Sussex“ und diverse Süßigkeiten aus Fidschi und Tonga.

All dies nahmen die beiden mit großer britischer Höflichkeit und auch viel Herzlichkeit in Empfang - auch wenn sich ihnen der Sinn nicht immer erschloss. Wie zum Beispiel bei dem Bündel Karotten, das Meghan an einem der vielen Strände von einer Verehrerin bekam. Sie: „Oh, wie großartig.“ Dann, zu ihrem Mann: „Liebling, wir haben Gemüse bekommen.“ Er daraufhin: „Fantastisch.“

Auch das Großeltern-Buch „Oma Wombat“ (Klappentext: „Über die Liebe und Freude, die man als Oma haben kann“) kommt wohl noch etwas zu früh. Mit dem Kinderbuch-Klassiker „Kleinen Raupe Nimmersatt“ oder auch mit dem Eltern-Ratgeber „Wie wir unseren Schlaf retten“ können die beiden möglicherweise schneller etwas anfangen.

Was mit den Geschenken passiert, darüber schwiegen sich die beiden aus. Nach den Royals-Richtlinien dürfen sie behalten, was weniger als 150 britische Pfund (etwa 168 Euro) wert ist. Man mag sich nicht vorstellen, wie die Zimmer von „Baby Sussex“ dann aussehen würden. Normalerweise geht das meiste jedoch an wohltätige Organisationen - oder wird weggeworfen. Manches kommt auch in die Sammlungen.

Kurz vor Schluss, auf der letzten Station in Neuseeland, bekam die Herzogin aber auch noch ein Geschenk ganz für sich allein: ein Korowai, ein traditioneller Umhang von Neuseelands Ureinwohnern, den Maori. Den handgewobenen Mantel aus Flachs mit Pfauenfedern legte Meghan auch gleich um und versprach: „Das ist ein Taonga (Schatz), für den unsere Familie in den nächsten Generationen sorgen wird.„

Mit dem Prunkstück wird bei den Maori normalerweise die Stellung von „mächtigen Frau“ betont. Vor allem soll er Meghan aber auch in den restlichen Monaten der Schwangerschaft schützen. Die Maori glauben, dass der Umhang seinen Trägerinnen Stärke verleiht, Wärme und auch Aroha. Aroha heißt Liebe. Kann man gebrauchen.


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