Bewegende Geschichte aus Kanada Nach 31 Jahren: Mutter sieht entführten Sohn wieder

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Mit knapp zwei Jahren wurde Jermiane von seinem Vater entführt. Foto: dpa/Patrick PleulMit knapp zwei Jahren wurde Jermiane von seinem Vater entführt. Foto: dpa/Patrick Pleul

Toronto. "Mama, du hast meine Augen!": Mit diesem Satz begrüßte Lyneth Mann-Lewis Sohn sie beim Wiedersehen nach 31 Jahren. Sein Vater hatte ihn mit zwei Jahren entführt, erst jetzt fand er zurück zu seiner Familie.

Er war erst zwei Jahre alt, als er ihr genommen wurde: Die Kanadierin Lyneth Mann-Lewis konnte nach 31 Jahren ihren Sohn Jermaine wieder in die Arme schließen. Der Vater des Jungen hatte ihn entführt und war mit dem Kind in die USA geflohen. Dort lebte er unter falschem Namen. Erst vergangene Woche konnte die Polizei ihn festnehmen und so Jermaine die Change geben, endlich seine Mutter kennenzulernen – von der sein Vater behauptet hatte, sie sei kurz nach seiner Geburt gestorben. 

In einer eindringlichen und berührenden Pressekonferenz erzählt Mann-Lewis nun unter Tränen ihre Geschichte. Sie habe nie die Hoffnung aufgegeben, ihren Sohn irgendwann wieder in ihre Arme schließen zu können – auch wenn sehr schwierige Jahre hinter ihr lägen. Ihr ganzer Dank gelte den Polizeibeamten in Kanada und den USA. Die Polizei von Toronto hatte den Fall 2016 bei einer Fortbildung mit US-Polizisten wieder neu aufgerollt. Diese konnten den Fall schließlich mit Hilfe von Software zur Gesichtserkennung lösen, wie US-Medien berichten.


Bei der ersten Begegnung habe sie ihren Sohn immer wieder berührt: "Ich wollte wissen, dass er echt ist." Der erste Satz von Jermaine: "Mama, du hast meine Augen." Sie hätten sich sehr lange Zeit einfach nur festgehalten. Auf die Frage eines Reporters, wie es gewesen sei, als die Polizei ihr die gute Nachricht überbrachte, ringt Mann-Lewis sichtlich um Fassung. "Wörter können nicht beschreiben, was ich gefühlt habe." Der Satz "Ihr Sohn ist am Leben" habe ihr den Atem geraubt, so die tapfere Mutter. 

Niemals die Hoffnungen verlieren

Sie wisse noch nicht, wie es nun für sie und ihren Sohn weitergehe. Sie müssten sich erstmal kennenlernen. Sie habe unbedingt für ihn kochen wollen und dafür ein Hühnchen besorgt – um dann zu erfahren, dass ihr Sohn kein Fleisch esse. Doch, wie Mann-Lewis sichtlich stolz erzählt, ihr Hühnchen habe er gegessen und er sei begeistert gewesen. 

Sie ermutigte andere Familien, die ein Kind vermissen, niemals aufzugeben. "Ich bin der Beweis, dass man auch nach 31 langen Jahren nie die Hoffnung aufgeben sollte. Seien Sie geduldig, seien Sie stark, und glauben Sie daran, dass alles möglich ist", so Mann-Lewis. 

Selbst als sie auf ihren ehemaligen Partner und den Entführer ihres Sohnes angesprochen wird, zeigt Mann-Lewis Größe. Sie habe Mitleid mit ihm, mehr wolle sie dazu nicht sagen. Der 66-Jährige, der vergangene Woche in Connecticut festgenommen wurde, muss sich nicht nur für die Entführung seines Sohnes vor einem kanadischen Gericht verantworten. Dem ehemaligen Polizisten werden auch in den USA mehrere Straftaten vorgeworfen.


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