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Umweltschützer entsetzt China lockert Verbot für Handel mit Nashorn- und Tigerteilen

Von dpa

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Die Knochen von Tigern sollen künftig wieder in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet werden dürfen. Foto: Ronald Wittek/dpaDie Knochen von Tigern sollen künftig wieder in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet werden dürfen. Foto: Ronald Wittek/dpa

Peking. Die Knochen von Tigern sollen künftig wieder in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet werden dürften. Naturschützer sind entsetzt von Pekings Kehrtwende.

Chinas Lockerung des Handels und der Nutzung von Tigerknochen und Nashorn-Hörnern hat scharfe Kritik von Tierschützern ausgelöst. Als einen „enormen Rückschlag“ für den Artenschutz verurteilte am Dienstag die Umweltstiftung WWF die angekündigte Aufhebung des bislang geltenden Verbots.

Der Schutz gefährdeter Arten sei Chinas „konsistente Position“, erwiderte der chinesische Außenamtssprecher Lu Kang am Dienstag auf die Kritik. Die Änderungen zielten darauf ab, Lücken in früheren Verordnungen zu schließen. China habe die Bedenken zur Kenntnis genommen und sei bereit, den Austausch mit anderen Ländern zu intensivieren. Der WWF warnte, dass die Wiederaufnahme eines legalen Marktes auch Tiere in freier Wildbahn in große Gefahr bringe.

„Die Erfahrungen Chinas mit dem Handel mit Elfenbein haben deutlich gezeigt, wie schwierig es ist, parallel legale und illegale Märkte zu kontrollieren“, sagte Brandes. Es sei zu befürchten, dass nun auch illegale Produkte in den Handel fließen. Gleichzeitig müssen davon ausgegangen werden, dass die Nachfrage angeheizt wird und so der Wildereidruck auf freilebende Tiere weiter steigt.

Nashorn- und Tigerteile wurden seit Jahrhunderten in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet, um etwa Fieber, Lebensmittelvergiftungen oder Impotenz zu behandeln. Während führende Stimmen in der traditionellen chinesischen Medizin seit Jahren offiziell von der Verwendung von Nashorn- und Tigerteilen abgeraten haben, gab es jedoch weiterhin einen Untergrundhandel.

Die Tierschützer bezeichneten Pekings plötzliche Entscheidung als einen „deutlichen Widerspruch“ zur bisherigen Haltung der chinesischen Führung. China hatte im vergangenen Jahr viel Lob geerntet, weil es den Handel mit Elfenbein nach Jahrzehnten verboten hatte.


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