Griechenland Esel als Transportmittel: Wer zu schwer ist, muss unten bleiben

Von Merle Dießelkämper

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In Griechenland dürfen zu dicke Menschen nicht mehr auf Eseln reiten. Foto: Colourbox.deIn Griechenland dürfen zu dicke Menschen nicht mehr auf Eseln reiten. Foto: Colourbox.de

Die griechischen Inseln sind bergig. Seit Jahrhunderten transportieren Esel Lasten und Menschen die engen, steilen Straßen hinauf. Doch damit ist jetzt Schluss. Das griechische Landwirtschaftsministerium hat laut Faz beschlossen, dass die Tiere nur Menschen tragen dürfen, die weniger als 100 Kilogramm wiegen.

Vor allem auf der Insel Santorini gibt es vom alten Hafen, an dem täglich duzende Kreuzfahrtschiffe anlegen, nur drei Möglichkeiten hinauf auf in die Stadt Fira. Man reitet auf dem Rücken eines Esels, nutzt die Seilbahn oder macht sich selbst an den 700 Stufen langen Aufstieg. Die Schlange vor der Seilbahn ist vor allem in der Hauptsaison sehr lang. Aus diesem Grund machen es sich zahlreiche Touristen auf dem Rücken der Tiere bequem und lassen sich nach oben tragen. Dabei spielte das Gewicht und die Größe der Passagiere bisher keine Rolle. 


Immer wieder klagten Tierschützer über die schlechten Bedingungen, unter denen die Tiere gehalten werden. Die Tiere bekämen kein Wasser, müssten bei zum Teil mehr als 30 Grad ein Vielfaches ihres Körpergewichts tragen. Im Sommer hatten Tierschutzorganisationen wie „Help the Santorini Donkeys“ und „Donkey Sanctuary“ Rückenverletzungen der Tiere fotografiert und die Bilder veröffentlicht. Zudem reichten sie Beschwerde beim Ministerium ein – mit Erfolg. 

Laut Faz glauben die Tierschützer von „Help the Santorini Donkeys“ jedoch nicht, dass das Gesetz auf den Inseln umgesetzt wird, da sich die Halter nicht um das Tierwohl scheren würden und sie sich nicht vorstellen können, dass die Touristen vor dem Ritt auf die Waage steigen müssen. 


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