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Fall „Susanna“ Staatsanwalt ermittelt gegen Bundespolizei-Chef Romann

Von dpa

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Gegen den Präsidenten der Bundespolizei, Dieter Romann, wird ermittelt. Foto: Fabrizio Bensch/Reuters PoolGegen den Präsidenten der Bundespolizei, Dieter Romann, wird ermittelt. Foto: Fabrizio Bensch/Reuters Pool

Frankfurt/Main. Der Chef der Bundespolizei, Dieter Romann, war im Juni persönlich in den Nordirak geflogen, um den Verdächtigen im Mordfall „Susanna“ dort abzuholen. Die Aktion hat nun ein juristisches Nachspiel.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bundespolizei-Chef Dieter Romann, weil er im Fall „Susanna“ einen Mordverdächtigen möglicherweise illegal nach Deutschland gebracht hat.

Es sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung eingeleitet worden, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft. Zuvor hatte der Südwestrundfunk (SWR) darüber berichtet.

Die 14-jährige Susanna aus Mainz wurde nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei im Mai in Wiesbaden vergewaltigt und umgebracht. Der Verdächtige Ali B. setzte sich zunächst in den kurdisch kontrollierten Nordirak ab, wurde dann aber abgeschoben und von der Bundespolizei nach Deutschland überführt. Bei seiner Vernehmung gestand er, das Mädchen umgebracht zu haben, bestritt aber eine Vergewaltigung.

Die Abschiebung aus dem Nordirak, bei der Romann dabei war, stieß auf Skepsis von Rechtsexperten und auf Kritik der irakischen Zentralregierung, da es laut Bagdad kein Auslieferungsabkommen zwischen dem Irak und Deutschland gebe.

Nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft liegen mehrere Anzeigen gegen Romann vor. Zuvor hatten laut einem SWR-Bericht die Staatsanwaltschaften in Wiesbaden und Potsdam den Fall geprüft und sich schließlich für nicht zuständig erklärt. Frankfurt sei zuständig, weil es sich bei dem Flugzeug, in dem Romann und der Tatverdächtige saßen, um eine Lufthansa-Maschine gehandelt habe. Die Airline hat ihren faktischen Unternehmenssitz in Frankfurt.

Ein Sprecher des Bundespolizeipräsidiums wies die Vorwürfe zurück. „Ich darf Ihnen versichern, dass der Präsident des Bundespolizeipräsidiums niemanden der Freiheit beraubt hat“, erklärte er auf Anfrage.


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