Ehemaliger "DSDS"-Star auf Kreuzfahrtschiff Von Bord gesprungen: Suche nach Daniel Küblböck eingestellt

Von dpa, 10.09.2018, 15:55 Uhr
Daniel Küblböck im Jahr 2017. Foto: imago stock&people

Hamburg. Die Retter geben auf: Nach stundenlanger Suche gehen sie davon aus, dass der seit Sonntag vermisste Daniel Küblböck nicht mehr lebt. Der frühere „DSDS“-Star soll von einem Kreuzfahrtschiff über Bord gesprungen sein.

Die kanadische Küstenwache hat die Suche nach dem in der Labrador See vermissten deutschen Sänger Daniel Kaiser-Küblböck eingestellt. Das teilte der Sprecher der Küstenwache im kanadischen Halifax, Mark Cough, am Montag der Deutschen Presse-Agentur mit. Insgesamt vier Schiffe und zwei Flugzeuge hätten zusammen 80 Stunden lang eine Fläche von 1227 Quadrat-Seemeilen abgesucht. 

"Leider wurde kein Anzeichen von Herrn Küblböck gefunden", sagte Cough. Wegen der kurzen Überlebenszeit in dem kalten Wasser sei die schwere Entscheidung getroffen worden, die Suche einzustellen.

Küblböck war nach Angaben von Aida Cruises bei einer Kreuzfahrt nach Neufundland (Kanada) über Bord gegangen und wurde seither vermisst. Es gab Grund zur Annahme, dass der inzwischen als Daniel Kaiser-Küblböck auftretende Sänger und Entertainer ("Deutschland sucht den Superstar") am frühen Sonntagmorgen gesprungen sei. "Das ist unsere Vermutung", sagte Aida-Sprecher Hansjörg Kunze der Deutschen Presse-Agentur.

Kritik an Bohlen-Video

Dieter Bohlen, der den 33-Jährigen seit ihrer gemeinsamen Zeit bei "Deutschland sucht den Superstar" kennt, zeigte sich in einem bei Instagram geposteten Video, das am Montag Zehntausende Mal aufgerufen wurde, nach eigenen Worten "total geschockt". Über Küblböck sagte der 64-jährige Bohlen: "Er war auf der einen Seite ein unheimlich lustiges Kerlchen, was man so im Fernsehen gesehen hat, aber wenn er bei mir zu Hause war, gab es eben auch das totale krasse Gegenteil: Er konnte unheimlich traurig und unheimlich depressiv sein. Und ich habe mich dann damals gewundert, wie unheimlich schnell das so hin und herging bei ihm."

Viel Kritik bekam Bohlen für den Kapuzen-Pullover, den er bei dem mit verspiegelter Sonnenbrille vorgetragenen Statement trug: "Be one with the Ocean" (Sei eins mit dem Ozean) stand darauf. Wenige Stunden später meldete er sich erneut via Instagram zu Wort und bezog Stellung zur Kritik an seinem Outfit. Es sei völlig falsch rübergekommen und es tue ihm sehr leid, wenn seine Botschaft falsch verstanden worden sei. 

Von Küblböck gibt es laut Aida Cruises weiterhin keine Spur. "Die Suche blieb bislang erfolglos", teilte der Kreuzfahrtveranstalter am Montagmorgen mit. Die beiden an der Suche beteiligten Kreuzfahrtschiffe seien am Sonntagabend (Ortszeit) nach Einbruch der Dunkelheit von der kanadischen Küstenwache "aus der Suchaktion entbunden worden". Das Schiff "Aidaluna", von dem Küblböck verschwunden ist, befinde sich jetzt auf dem Weg nach Halifax. 

Küblböck privat auf Kreuzfahrt

Nach Durchsagen und einem Kabinencheck sei festgestellt worden, dass Kaiser-Küblböck verschwunden sei. Er sei privat an Bord des Kreuzfahrtschiffes gewesen. Beim Management des Künstlers war zunächst niemand erreichbar. Auch die "Bild"-Zeitung berichtete am Sonntag über den Vorfall.

Die Küstenwache suche mit Flugzeugen und Hubschraubern nach dem 33-Jährigen. Die Suche verlief bis zum späten Abend erfolglos. "Wir werden die Suche nach Daniel auch über Nacht fortsetzen", teilte ein Sprecher der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur mit. Das Kreuzfahrtschiff Aidaluna mit rund 2200 Gästen und etwa 600 Crewmitgliedern sei an die mutmaßliche Unglücksstelle zurückgekehrt und versuche ebenfalls, den aus der RTL-Castingshow bekanntgewordenen Sänger zu finden. 

Die Aidaluna im Hamburger Hafen.

"Intensive Suche" mit wenig Hoffnung

"Der Kapitän und die Crew von Aidaluna haben umgehend und in enger Abstimmung mit den örtlichen zuständigen Behörden alle erforderlichen Rettungsmaßnahmen eingeleitet", erklärte Aida Cruises. Sprecher Kunze betonte: "Es läuft eine intensive Suche."

Der 33-Jährige war nach Angaben des Anbieters Aida Cruises bei einer Kreuzfahrt von Hamburg nach New York am Sonntagmorgen (Ortszeit) in der Labrador See, ungefähr 100 Seemeilen (etwa 185 Kilometer) nördlich von St. John's/Neufundland, über Bord gegangen. Die Wassertemperatur betrage dort etwa 10,5 Grad, hieß es. Ohne Hilfe liege die Überlebenschance bei nur wenigen Stunden.

"Gedanken bei Familie"

"In dieser schwierigen Zeit sind wir mit unseren Gedanken bei der Familie des Vermissten", erklärte das Unternehmen. Man stehe in engem Austausch mit den Angehörigen, um ihnen in allen Fragen zur Seite zu stehen. Außerdem kooperiere Aida vollumfänglich mit den Behörden. 

Kaiser-Küblböck, geboren im bayerischen Hutthurm, wurde 2002/2003 bekannt, als er an der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" teilnahm. 2014 bewarb er sich vergeblich mit dem Lied "Be A Man" um die Teilnahme am Eurovision Song Contest in Kopenhagen. Zuletzt nahm er 2015 als Kandidat an der achten Staffel der RTL-Show "Let's Dance" teil. Er machte eine Schauspielausbildung am Europäischen Theaterinstitut in Berlin. Zuletzt lebte Kaiser-Küblböck in Berlin und Palma de Mallorca.

Schauspielschule weist Mobbing-Vorwurf zurück

Die von Küblböck zuletzt besuchte Schauspielschule distanzierte sich am Montag von Mobbing-Vorwürfen. "Die Behauptung über Mobbing an unserer Schule weisen wir strikt zurück", hieß es in einer Erklärung der Schule am Montagvormittag in Berlin. "Wir sind zutiefst bestürzt und geschockt über das Verschwinden unseres Schülers Daniel Kaiser-Küblböck. Die ETI Schauspielschule Berlin möchte zum Schutz der Privatsphäre von Daniel zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen zu den im Internet kursierenden Gerüchten tätigen." In Gedanken sei man bei seiner Familie, den Freunden und Fans.

Im Internet kursiert ein angeblich von Küblböck verfasster Facebook-Eintrag, in dem von monatelangem Mobben an seiner Schule die Rede ist und einer Dozentin vorgeworfen wird, nicht eingegriffen zu haben.

Bitte holen Sie sich rechtzeitig Hilfe, wenn Sie Selbstmordgedanken plagen, und kontaktieren Sie die Telefonseelsorge. Dort wird Ihnen kostenlose Hilfe angeboten. Hier geht es zu der Homepage der Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der Telefonnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 können Sie auch kostenlos dort anrufen. Auf der Webseite von [U25] können sich Jugendliche jederzeit anonym beraten lassen. Eine Übersicht über weitere Beratungsstellen gibt es auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Sehen Sie nicht den vollständigen Artikel? Klicken Sie hier für die erweiterte Darstellung. »

Jetzt anmelden, um mehr zu lesen
Jetzt DigitalBasis bestellen
Service
Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN

Allgemeine Geschäftsbedingungen | Kundeninformationen | Datenschutzerklärung | Impressum | Kontakt | Mediadaten | Onlinewerbung

Weitere Angebote, Partner und Unternehmen der NOZ MEDIEN