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Stadtmarketing á la Tinder Vilnius ist der G-Punkt Europas: Jetzt kommt der Papst

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Litauens Hauptstadt bewirbt sich in einer Kampagne als "G-Punkt Europas". Videos zeigen, wie "geil" die Stadt ist. Foto: Go Vilnius/YoutubeLitauens Hauptstadt bewirbt sich in einer Kampagne als "G-Punkt Europas". Videos zeigen, wie "geil" die Stadt ist. Foto: Go Vilnius/Youtube

Hamburg. Die litauische Hauptstadt hat eine besondere Marketingkampagne gestartet, um bekannter zu werden. Ob dem Papst das gefällt, wenn er am Samstag nach Vilnius kommt?

Der G-Punkt ist für viele ein unbekanntes Mysterium. Nur die Wenigsten wissen, wo er liegt. Doch wenn man die legendäre Zone findet, ist es gigantisch. Ähnlich ergeht es da offenbar auch der litauischen Hauptstadt Vilnius. Viele haben schon von ihr gehört, die Wenigsten waren aber schon einmal da. Das Stadtmarketing von Vilnius hat aus dieser Erkenntnis nun eine Kampagne gemacht: "Vilnius ist der G-Punkt Europas".


Zwar liegen der Redaktion aktuell keine Erkenntnisse darüber vor, wo sich der G-Punkt befindet. Bei Litauen ist das einfacher: Es liegt zwischen Polen, Lettland und Weißrussland. Als südlichster der drei baltischen Staaten grenzt es im Westen an die Ostsee. Litauen hat 2,8 Millionen Einwohner und gehört seit 2004 der EU an.

"Wir sind der G-Punkt Europas!"

Damit die Hauptstadt Vilnius kein blinder Fleck auf der Landkarte der Europäer bleibt, polarisiert das Stadtmarketing mit folgenden Botschaften: "Wir sind der G-Punkt Europas!" und "Niemand weiß, wo es ist, aber wenn man es findet, ist es großartig”.

Der Marketingkampagne, die offenkundig sehr gut funktioniert, ist eine Umfrage in Deutschland und Großbritannien vorausgegangen. Demnach wussten weniger als fünf Prozent der Befragten, wer oder was Vilnius ist und wo es liegt. Dabei hat die Stadt als eine der ältesten Universitätsstädte Europas einiges zu bieten: Die Altstadt von Vilnius zählt seit 1994 zum Unesco-Weltkulturerbe. Dort gibt es Bauwerke aus Barock, Klassizismus, Gotik oder Renaissance zu sehen.

Ein Blick auf die Altstadt von Vilnius. Foto: imago/Westend61

Stadtmarketing à la Tinder

Wer jetzt Lust auf einen Städtetrip nach Vilnius bekommen hat, kann sich hier seine persönliche "Vergnügungskarte" ("pleasure map") mit Sehenswürdigkeiten zusammenstellen. Als Sehenswürdigkeiten schlägt das Stadtmarketing dann etwa einen Besuch in der Bier-Bücherei, in einem Park oder eine Radtour vor. In Tinder-Manier entscheidet man, was einem gefällt und was nicht. So finden Touristen den perfekten "Match" beim Städtetrip.

In Tinder-Manier können Interessierte sich einen Städtetrip nach Vilnius erstellen. Foto: Stadtmarketing Vilnius/vilniusgspot.com

Die Werbekampagne gefällt in Vilnius längst nicht jedem. Ein ehemaliger Bürgermeister etwa findet, dass nicht einmal eine Kondommarke eine derartig geschmacklose Werbung lancieren würde, heißt es bei ze.tt. Die Regierung Litauens hätte die Kampagne am liebsten verschoben. Der Grund: Der Papst kommt. Das katholische Kirchenoberhaupt besucht Litauen und die baltischen Staaten ab Samstag für vier Tage. Dass er sich im selbsternannten G-Punkt Europas wohlfühlen dürfte, steht schon vorher fest: Vier von fünf Einwohnern in Vilnius sind katholisch. Wie er die Aufklärungskampagne findet, ist hingegen nicht bekannt.


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