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Ministerpräsident wirbt für Rechtsstaat Demo in Chemnitz: Protest, Nationalhymne und wütende Diskussion

Von Tobias Bosse, Nico Buchholz, Christian Ströhl und dpa

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Demonstranten nehmen an einer Kundgebung teil, zu der die Bewegung "Pro Chemnitz" aufgerufen hat, und halten ein Schild "Wir sind Bürger aus Chemnitz Sachsen Deutschland" hoch. Foto: dpaDemonstranten nehmen an einer Kundgebung teil, zu der die Bewegung "Pro Chemnitz" aufgerufen hat, und halten ein Schild "Wir sind Bürger aus Chemnitz Sachsen Deutschland" hoch. Foto: dpa

Chemnitz. Sachsen kommt wegen der Vorkommnisse in Chemnitz nicht aus den Schlagzeilen. Am Donnerstag war Ministerpräsident Kretschmer in die Stadt, zeitgleich demonstrierten Rechtspopulisten. Unser Liveblog zum Nachlesen.


LIVE AUS CHEMNITZ: DIE PROTESTE AM DONNERSTAG

30. August 2018 09:15

Hallo und herzlich willkommen zu unserem Liveticker!

Unser Reporter Tobias Bosse berichtet live aus Chemnitz von den für den heutigen Donnerstag angekündigten Protesten. Am frühen Abend finden Sie hier alle aktuellen Informationen.
Nico Buchholz
30. August 2018 16:21
Guten Tag aus Chemnitz.
Tobias Bosse, Reporter
30. August 2018 16:48
Gespräch mit einer Gruppe junger Syrer, die mir von ihren Erlebnissen der vergangenen Tage berichtet haben.
Tobias Bosse, Reporter
30. August 2018 16:59
Die Polizei hat sich schon vor dem Stadion des Chemnitzer FC in Stellung gebracht.
Tobias Bosse, Reporter
30. August 2018 17:07
Noch ist es ruhig vor dem Stadion. In 60 Minuten ist der geplante Start der Demonstration, die von der rechtspopulistischen "Pro Chemnitz"-Bewegung organisiert wurde.
Tobias Bosse, Reporter
30. August 2018 17:22
Laut der Polizeisprecherin ist kein offizielles Ende der Demonstration geplant.
Tobias Bosse, Reporter
30. August 2018 17:29

Musiker setzen am Montag mit Konzert in Chemnitz ein Zeichen gegen Rechts

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Chemnitz formiert sich gesellschaftlicher Gegenprotest. Vor allem ein kostenloses Konzert gegen Rechts am Montag erregt Aufsehen, weil viele deutsche Musikgrößen daran teilnehmen. In den sozialen Netzwerken wurde unter dem Motto #wirsindmehr zur Teilnahme aufgerufen. An dem Konzert in Chemnitz nehmen unter anderem die Punkbands Die Toten Hosen und Feine Sahne Fischfilet, die Rapper K.I.Z, Marteria und Casper sowie die Chemnitzer Rockband Kraftklub teil.
Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 17:34

Motiv für Messerattacke von Chemnitz weiter offen

Nach den tödlichen Messerstichen von Chemnitz hält sich die Staatsanwaltschaft mit Details zu den Hintergründen der Gewalttat weiter bedeckt. Die Anklagebehörde machte am Donnerstag auf Anfrage keine Angaben zum Tatmotiv und ging auch nicht auf Medienberichte ein, wonach der Messerattacke auf einen 35 Jahre alten Deutschen am Sonntagmorgen entweder ein Streit um Zigaretten oder ein versuchter EC-Karten-Raub vorausgegangen sei. Die Polizei hatte von einer verbalen Auseinandersetzung berichtet. (dpa)
Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 17:37
Langsam füllt es sich hier vor dem Stadion.
Tobias Bosse, Reporter
30. August 2018 17:40

Vorwürfe der Heuchelei innerhalb der AfD

Die AfD-Aussteigerin Franziska Schreiber warf ihren ehemaligen Parteifreunden Heuchelei vor. Trotz öffentlicher Trauerbekundungen vieler AfD-Politiker nach dem gewaltsamen Tod des 35-Jährigen sei die Stimmung innerhalb der Partei eine andere: "Für die AfD ist das ein unheimlicher Glücksfall. Man darf sich da nicht von den Trauerbekundungen täuschen lassen, und auch nicht von Vorwürfen an andere Politiker. Das ist alles Gemache", sagte die Ex-Chefin der sächsischen AfD-Jugendorganisation bereits am Mittwochabend bei "Stern TV". (dpa)

Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 17:42

Polizei warnt Autofahrer bei Twitter vor Kundgebung

Mit Blick auf die erwarteten Proteste werden Autofahrer dazu aufgerufen, den betroffenen Bereich der Stadt zu meiden (dpa):
Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 17:43

Proteste beschäftigen auch den Landtag

Kommende Woche werden die Krawalle nach der tödlichen Messerattacke in Chemnitz auch den Landtag beschäftigen. Am Dienstag wird der Rechtsausschuss zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Der entsprechende Antrag der Linken trägt den Titel "Funktionieren des Rechtsstaates und der Strafrechtspflege schützen - Vorverurteilungen und Selbstjustiz entgegentreten!". (dpa)

Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 17:55

Verstärkung für die Polizei

Mit Blick auf die für Samstag in Chemnitz geplanten Demonstrationen wird die dortige Polizei Verstärkung aus Baden-Württemberg bekommen. Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) hat die Entsendung von mindestens einer Einsatzhundertschaft sowie von Spezialfahrzeugen wie Wasserwerfern angekündigt. (dpa)

Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 18:00

Justizbeamter hat Verbreitung des Haftbefehls aus Chemnitz gestanden

Nach der tödlichen Messerattacke vom Sonntag in Chemnitz hatte auch der Haftbefehl für einen der mutmaßlichen Täter für Schlagzeilen gesorgt, der kurz darauf im Netz verbreitet worden war. Jetzt hat der Dresdener Justizbeamte Daniel Zabel gestanden, das Dokument veröffentlicht zu haben. 

"Ich habe den Haftbefehl fotografiert und weitergegeben, weil ich wollte, dass die Wahrheit und nur die Wahrheit ans Licht der Öffentlichkeit kommt", wird der 39-Jährige zitiert. "Es wurde so viel in den Medien über die Tat und deren Hintergründe spekuliert. Polizei und Justiz haben kaum Informationen gegeben. Ich wollte wissen, was wirklich passiert ist, habe den Haftbefehl, der nach der Einlieferung noch im Zugangsbereich auslag, abfotografiert." Anschließend habe er das Foto per Handy an Kollegen aus der Justiz, Freunde des Mordopfers und die rechte Gruppierung "Pro Chemnitz" geschickt.

Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 18:12

Falschmeldungen zum Polizeieinsatz kursieren im Netz

Wie die Polizei Berlin soeben getwittert hat, kursieren offenbar Falschmeldungen zum Einsatz in Chemnitz im Netz. Ein Twitterer hat demnach berichtet, dass die Berliner Polizei "extra keine Polizisten mit Migrationshintergrund mit nach Chemnitz genommen hat". Das hat die Polizei Berlin nun richtig gestellt.
Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 18:21

Kretschmer wird rund zwei Stunden mit Bürgern in Chemnitz sprechen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat für das Bürgergespräch am Donnerstagabend in Chemnitz rund zwei Stunden eingeplant. Das teilte die Staatskanzlei am späten Nachmittag mit. Kretschmer will sich gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) beim sogenannten Sachsengespräch im Stadion mit den Menschen über eine Vielzahl von Themen austauschen, hieß es vorab. Rund 550 Menschen finden in den Raum Platz, in dem das Gespräch stattfinden soll. (dpa)

Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 18:27

Polizei zeigt Stärke

Mittlerweile hat die Polizei die Kontrollen in der Stadt hochgefahren. Auf dem Weg zum Stadion gibt es zahlreiche Absperrungen. An den Zugängen und am Vorplatz des Stadions gibt es Taschen- und Personenkontrollen. Auch am Hauptbahnhof zeigt die Polizei mit rund einem Dutzend Einsatzwagen starke Präsenz. Außerdem stellen die Beamten im Gespräch mit einem Twitterer klar:

 

Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 18:35

Jan Böhmermann veröffentlicht Song: "Es gibt keine Nazis in Sachsen"

Von der humoristischen Seite nähert sich erneut Jan Böhmermann den Geschehnissen in Chemnitz. Er hat ein Lied unter dem Titel "Es gibt keine Nazis in Sachsen" veröffentlicht. In guter alter Stefan-Raab-Manier überlässt er darin einige Liedzeilen dem mittlerweile deutschlandweit bekannten "Hutbürger". Aber schauen und hören Sie selbst:
Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 18:52

Polizei trennt Protestler von Bürgerdialog-Teilnehmern

Bei den Kontrollen vor dem Veranstaltungsort achtet die Polizei darauf, dass sich die Besucher des Bürgerdialogs nicht mit der parallel stattfindenden Demo der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz vermischen.


Vor dem Stadion warten Teilnehmer des Gesprächs mit Michael Kretschmer auf Einlass. Foto: Ralf Hirschberger, dpa
Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 18:59

Hunderte Bürger versammeln sich bei Protestkundgebung in Chemnitz

Am Rande des Bürgerdialogs mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer in Chemnitz haben sich am Donnerstagabend nach Schätzungen mehr als 1000 Menschen bei einer Protestkundgebung der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz versammelt. "Wir haben weiter eine angespannte Lage. Die Kollegen arbeiten aber sehr konzentriert und werden von Polizisten aus anderen Bundesländern, von der Bundespolizei und Bereitschaftspolizei unterstützt", sagte Innenminister Roland Wöller (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. (dpa)
Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 19:06
„Hau ab“ - Rufe für Ministerpräsident Kretschmer.
Tobias Bosse, Reporter
30. August 2018 19:10

Heftiges Streitgespräch am Rande der Demo

Am Rande der Veranstaltung hat es einen ersten kleineren Tumult gegeben. Eine Frau, die am Eingang zum Stadion ein Plakat mit dem Schriftzug "Gegen Hass und Hetze – Chemnitz nazifrei" hochgehalten hatte, wurde von zwei anderen älteren Frauen lautstark angegangen. Unser Reporter hat das Streitgespräch aufgezeichnet.
Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 19:19
Angeheizt vom Pro Chemnitz Vorsitzenden Kohlmann, skandieren die Demonstranten "Volksverräter" in Richtung Michael Kretschmer.
Tobias Bosse, Reporter
30. August 2018 19:24

"Pro Chemnitz"-Vorsitzender provoziert

Mehr als 1000 Menschen haben sich bei einer Protestkundgebung der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz versammelt. Deren Vorsitzender Kohlmann macht mit diesen Äußerungen auf sich aufmerksam.
 
 
Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 19:27

"Wir sind das Volk"-Rufe bei der Kundgebung vor dem Stadion

Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 19:34

Chemnitz Bürgermeisterin verurteilt Gewalt

Chemnitz Bürgermeisterin Ludwig macht deutlich, dass die mit der Wende von 1990 erkämpfte Meinungs- und Versammlungsfreiheit ein hohes Gut sei. Diese dürfe aber nicht in Gewalt umschlagen.  "Lassen Sie uns einen Weg finden, wie wir aus dieser schweren Situation rauskommen." 

Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 19:45
Das offizielle Programm ist vorbei, aber gehen will von den Demonstranten solange niemand, bis der Ministerpräsident das Stadion verlassen hat.
Tobias Bosse, Reporter
30. August 2018 19:49

Vor dem Stadion stehen weiter die Teilnehmer der "Pro Chemnitz"-Demonstration.

Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 19:52
Für die Nationalhymne werden die Handylichter raus geholt.
Tobias Bosse, Reporter
30. August 2018 19:56

Kretschmer wirbt um Vertrauen in Rechtsstaat

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat beim "Sachsengespräch" in Chemnitz um Vertrauen in den Rechtsstaat geworben und eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge der zurückliegenden Tage versprochen. Vor rund 500 Zuhörern sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend im Chemnitzer Stadion, es werde alles getan, um den Tod eines 35-jährigen Mannes am Rande des Stadtfestes aufzuklären und zu sühnen. "Die Mühlen der Justiz mahlen manchmal etwas langsam, aber sie arbeiten sehr gründlich", sagte Kretschmer. Es müsse dafür gesorgt werden, dass nicht Halbwahrheiten, Stimmungsmache und Fake News die Oberhand gewinnen.
Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 20:04
Ein Großteil der Demonstranten hat das Gelände inzwischen geordnet verlassen. Lediglich einige Hundert sind noch vor Ort.
Tobias Bosse, Reporter
30. August 2018 20:14

Immer wieder wehren sich Teilnehmer des Bürgerdialogs gegen den Vorwurf "Rassisten" und "Nazis" zu sein. "Ich habe bei Ihnen vermisst, dass Sie sich vor die Bürger der Stadt stellen", sagt ein älterer Mann in Richtung von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. Kretschmer widerspricht ihm.


Foto: Ralf Hirschberger, dpa
Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 20:15
 
Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 20:28

Die Polizei spricht von rund 900 Teilnehmern der Protestkundgebung und berichtet, dass sich diese dem Ende entgegen neigt.

Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 20:46
Die Demonstration ist nun beendet, bis auf einige kleine Gruppen und der Polizei ist keiner mehr anwesend. Dementsprechend beende ich auch meine Berichterstattung von hier und wünsche eine angenehme Nacht. Danke, für Ihre Aufmerksamkeit.
Tobias Bosse, Reporter
30. August 2018 20:52

2000 Demonstranten bei Demo in Berlin

Nicht nur in Chemnitz wurde heute demonstriert. In Berlin haben linke Gruppierungen zu Demonstrationen aufgerufen. Unter dem Motto "Ob Chemnitz oder Neukölln: Auf die Straße gegen rechte Gewalt". Laut Augenzeugen befinden sich Tausende auf den Straßen, um gegen Rechts zu demonstrieren.

Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 21:13

Mittlerweile ist die Protestkundgebung der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz ohne Zwischenfälle zu Ende gegangen. Rund 900 Menschen waren nach offiziellen Angaben zu der Demonstration am Rande eines Bürgerdialogs mit Ministerpräsident Michael Kretschmer gekommen. Die Stimmung unter den Demonstranten war aufgeheizt, aber nicht bedrohlich wie bei den Protesten am vergangenen Montag. Die Protestierenden bemängelten ein aus ihrer Sicht zu lasches Vorgehen gegen kriminelle Migranten und kritisierten die Politik der sächsischen Landesregierung. Zudem sangen die Teilnehmer die Nationalhymne.

 

Christian Ströhl, Redaktion
30. August 2018 21:14
Wir beenden an dieser Stelle unsere Live-Berichterstattung. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit und einen schönen Abend!
Christian Ströhl, Redaktion
Christian Ströhl, Redaktion

Chemnitz im Fokus: Demo, Bürgergespräch, Großaufgebot der Polizei

  • Der Tod eines 35-Jährigen in Chemnitz hat für Proteste rechter Gruppierungen in Chemnitz gesorgt. Mutmaßlich sollen ein Syrer und ein Iraker für den Tod des Deutsch-Kubaners verantwortlich sein.
  • Heute hat sich Ministerpräsident Michael Kretschmer in einem Bürgergespräch  im Chemnitzer Stadion gestellt.
  • Direkt vor dem Stadion hat die rechtspopulistische Bürgerbewegung "Pro Chemnitz" eine Kundgebung abgehalten - mit anschließender Nationalhymne..
  • Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.
  • Unser Reporter Tobias Bosse hat für Sie vor Ort live Eindrücke gesammelt. Vor allem eine Demonstrantin sah sich dem Hass der Bürger ausgesetzt.
Christian Ströhl, Redaktion
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